06. Februar 2019, 11:10 Uhr

Gastronomie

Betreiber äußert sich: Namensstreit um »Lieblingsmensch« in Gießen

Der Betreiber vom »Lieblingsmensch« in Gießen streitet mit einer Herforder Gastronomin. Was der Namen seines Cafés im City-Center damit zu tun hat.
06. Februar 2019, 11:10 Uhr

Von Marc Schäfer , 1 Kommentar
Wer hat die Rechte an dem Namen Lieblingsmensch? (Foto: Schepp)

Axel Umut, der Betreiber des Café Lieblingsmensch im Gießener City-Center, ist genervt. Es geht um die Bezeichnung seines Cafés, das seit 2017 existiert. Vor einigen Tagen hat der Gastronom mitbekommen, dass im rund 220 km entfernten Herford demnächst ein Café mit demselben Namen eröffnen soll. »Das geht nicht, denn ich habe unseren Namen schützen lassen«, behauptet Umut. Daher habe er die Betreiberin in einem Telefonat auch bereits aufgefordert, den Namen umgehend zu ändern, das Eingangsschild und sämtliche Eintragungen im Internet zu entfernen. Bei Google findet man das Herforder Café Lieblingsmensch bereits mit Adresse und Telefonnummer.

Die Gastronomin aus Herford entgegnet auf GAZ-Anfrage: »Nach meinen Informationen ist der Name für den gastronomischen Gebrauch frei. Ich habe das durch einen Anwalt prüfen lassen«. Auch das Marken- und Patentamt in München unterstreicht die Aussage der Herforderin. »Es gibt im Markenregister verschiedene Eintragungen von »Lieblingsmensch«, allerdings keine für gastronomische Dienstleistungen«, sagt Teamleiter Eckhard Kern. Auch bei einer Recherche bei den Unionsmarken, die für die gesamte EU gelten, sei keine Eintragung für gastronomische Dienstleistungen zu finden, heißt es aus München. Umut indes bleibt dabei, den Namen geschützt zu haben.

 

Patentamt findet keinen Eintrag

Wer ist im Recht? Die Herforderin schließt einen Behördenfehler nicht aus. »Sollte Herr Umut nachweisen können, dass er den Namen geschützt hat, bin ich natürlich bereit, alles ändern zu lassen«, sagt Schäfer-Nolte. Eine Korrektur wäre für sie mit nicht einkalkulierten Kosten verbunden. Aber auch falls Umut den Markenschutz für sein Café nicht nachweisen könne, sei die Herforderin dennoch hin- und hergerissen, ob sie dem Wunsch aus Gießen, einen anderen Namen für ihr Café zu wählen, nach kommen solle oder nicht. »Ich bin eigentlich ein Mensch, der keinen Ärger haben will«, sagt sie.

Dass Umut die exklusive Verwendung des Namens wichtig ist, hat Gründe. Er plant die Erweiterung seines Konzepts in anderen Städten. Seinen Angaben zufolge verhandelt er darüber, Cafés in Marburg und Fulda zu eröffnen. Ob das Café in Herford dann auch noch Lieblingsmensch heißt, ist offen.

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