10. September 2018, 21:56 Uhr

Besserer Schutz für Fische

10. September 2018, 21:56 Uhr
LWG
Herbert Diehl (l.) und Eduard Windmeier stehen für modernen Fischschutz. (Foto: lwg)

Unter dem Motto »Vielfältig – Hessisch – Nachhaltig: So wollen wir leben« beging das Bundesland Hessen den fünften Tag der Nachhaltigkeit. Das Regierungspräsidium Gießen beteiligte sich mit gleich zwei Veranstaltungen. Während es in Pohlheim um die bedrohliche Lage des Feldhamsters ging, stand an der Klinkel’schen Mühle der Fischschutz im Vordergrund.

»Wir haben unsere Wasserkraftanlage modernisiert, um auch den Fischen mehr Schutz zu garantieren und den Abstieg zu ermöglichen«, erklärte Eduard Windmeier den 20 Gästen. Seine Familie betreibt die Anlage an der Klinkel’schen Mühle seit mehreren Generationen. Der für oberirdische Gewässer und Hochwasserschutz zuständige, Herbert Diehl, fügte hinzu, dass »der Einbau von Fischschutz- und Fischabstiegsystemen an Wasserkraftwerken ein wichtiger Teilbeitrag ist, die Wasserrahmenrichtlinie umzusetzen«. Ein wesentlicher Punkt dabei sei, den Fischen die gefahrlose Wanderung zwischen Ober- und Unterwasser der Lahn an der Wasserkraftanlage vorbei zu gewährleisten.

»Fische verfügen über ein Seitenliniensystem. Mit diesem hochsensiblen Sinn können sie Strömungen erkennen«, erklärte Diehl. Deshalb sei es eine besondere Aufgabe gewesen, den Fischen die entsprechende Fließgeschwindigkeit des Wassers zu bieten. Es dürfe etwa »nicht zu irritierenden Strömungen kommen, damit sie den Weg finden«, sagte er. »Fische können leider nicht lesen. Wir können ja keinen Wegweiser aufstellen«, fügte Windmeier lachend hinzu.

Zählsystem geplant

Die modernisierte Anlage solle zukünftig außerdem über ein Zählsystem verfügen, das die abwärts passierenden Fische erfasst. Das »Lahnfenster« überprüft auf die gleiche Weise bereits den Aufstieg, doch für eine umfassende Effizienzkontrolle müsse man an beiden Enden Einblick haben.

Wasserkraftanlagen seien in Verruf geraten, »mehr Fische zu zerhäckseln als Strom zu produzieren«, sagte Windmeier. Laut dem Verband Hessischer Fischer verendeten in Wasserkraftanlagen Dutzende Fische. Wesentliches Bauteil der Modernisierung ist deshalb auch ein schräg angeströmter Rechen als Fischleitsystem, um das Eindringen von Fischen in die Turbine zu verhindern. Mit dem Abstand von 15 Millimetern zwischen den Streben des neuen Rechens sei diese Gefahr aber für so gut wie alle in der Lahn vorkommenden Fischarten gebannt, erklärte Windmeier in Anwesenheit von Gerhard Schulze-Velmede, Dezernatsleiter für Naturschutz.

Außerdem wird das im Wasser mitgeführte Treibgut mit einem Rechenreiniger über einen Seitenkanal ins Unterwasser des Kraftwerkes abgeleitet. Abgestorbene Pflanzenreste gehörten selbstverständlich zu einem natürlichen Lebensraum dazu, erklärte Windmeier. Jungfische würden darin etwa ihre Nahrung finden. Windmeier resümiert, dass an der Klinkel’schen Mühle »erneuerbare Energien und Fischschutz zusammenfinden«.

Der Tag der Nachhaltigkeit fand in Hessen dieses Jahr zum fünften Mal statt. Sowohl auf Bundesebene als auch in anderen Bundesländern habe der landesweite Aktionstag Nachahmer gefunden. Außerdem feiert in diesem Jahr die Nachhaltigkeitsstrategie Hessen ihr zehnjähriges Jubiläum.

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