05. Juni 2014, 21:58 Uhr

Aus für Feuerwache Steinstraße

Gießen (ta). Die Tage der Gießener Feuerwache, die seit 50 Jahren an der Steinstraße residiert, sind gezählt. Die Stadt Gießen will das baulich marode Domizil der Berufsfeuerwehr aufgeben und gemeinsam mit dem Landkreis Gießen ein neues Gefahrenabwehrzentrum (GAZ) schaffen.
05. Juni 2014, 21:58 Uhr
Die Tage der Feuerwache in der Steinstraße sind gezählt. (Archivfoto) (Foto: Oliver Schepp (Archivfoto))

Darin sollen dann auch der Fachdienst Gefahrenabwehr und das Feuerwehrtechnische Zentrum des Kreises integriert werden. Diesen Grundsatzbeschluss hat die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend einstimmig und bei Enthaltung der CDU gefasst.

Diese Magistratsvorlage stehe am Ende eines langen und gründlichen Abwägungsprozesses, hatte Oberbürgermeisterin Dieter Grabe-Bolz zuvor erläutert. Nachdem das Land die Förderung des GAZ am Standort Steinstraße als nicht zukunftsfähig eingestuft habe, sei noch einmal die Sanierung der bestehenden Feuerwache unter den Aspekten Wirtschaftlichkeit und Funktionalität untersucht worden. Das Nein aus dem Innenministerium zu einer Förderung habe schließlich zu einem gemeinsamen Vorgehen von Stadt und Kreis geführt.

Im Hinblick auf den etwaigen Standort gab es eine Änderung. Nachdem der Magistrat ursprünglich den Motor Pool an der Lincolnstraße ins Auge gefasst hatte, der aber wegen seiner Altlasten risikoträchtig wäre, ist nun das einstige PX-Gelände weiter östlich an der Grünberger Straße im Gespräch; dort droht keine Bodensanierung. Geprüft werden aber auch eine Fläche im US-Depot an der Rudolf-Diesel-Straße, ein Grundstück im Gewerbepark Grünberger Straße und ein Areal an der Lahnstraße.

Die Baukosten werden auf gut 22 Millionen Euro geschätzt, wovon knapp 13 Mio. auf die Stadt entfielen. Dass eine nichtöffentliche Kostenschätzung für den Grunderwerb nur im Hinblick auf das PX-Gelände präsentiert wurde, ärgerte die Opposition. So sei keine ergebnisoffene Prüfung möglich, monierte Heiner Geißler (FW). Klaus Peter Möller verlangte für die CDU eine öffentliche Standortdiskussion. Dr. Martin Preiß (FDP) beanstandete den langen Entscheidungsprozess: Schon unter CDU-Baudezernent Rausch sei »vollkommen klar« gewesen, dass eine Sanierung am Standort Steinstraße ausscheidet. Christopher Nübel (SPD) lastete der Union »taktische Spielchen« an: Jetzt dränge sie auf eine gründliche Abwägung der Neubau-Standorte, nachdem sie sich vor einem Jahr noch klar zugunsten einer Sanierung an der Steinstraße positioniert hatte.

Dem Verlangen der Freien Wähler, sich nicht auf einen Verbleib der Freiwilligen Feuerwehr Gießen an der Steinstraße festzulegen, schlossen sich nur die Piraten an. Diese Wehr gehöre in die Mitte der Stadt, betonte die OB.

Über den weiteren Verlauf der Sitzung berichtet die GAZ in der Samstag-Ausgabe.

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