02. April 2010, 22:02 Uhr

Aus US-Depot könnte Logistik-Terminal werden

Gießen (mö). Für den östlichen Bereich des US-Depots gibt es eine erste Nachnutzungsidee. Die Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg, die Stadt Gießen und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben als Eigentümerin prüfen derzeit die Möglichkeit, auf dem früheren Hauptumschlagplatz der US-Armee ein Logistik-Terminal für den kombinierten Ladungsverkehr zwischen Schiene und Straße einzurichten.
02. April 2010, 22:02 Uhr
An der Rödgener Straße fuhren früher die Versorgungszüge der US-Armee von der Vogelsbergbahn nach links in das Gelände des von Gleisanlagen durchzogenen Depots ein. Weitere Bahnzufahrten in das Gelände gibt es im hinteren Teil Richtung Rödgen. (Foto: Schepp)

Gießen (mö). Für den östlichen Bereich des US-Depots gibt es eine erste Nachnutzungsidee. Die Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg, die Stadt Gießen und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben als Eigentümerin prüfen derzeit die Möglichkeit, auf dem früheren Hauptumschlagplatz der US-Armee ein Logistik-Terminal für den kombinierten Ladungsverkehr zwischen Schiene und Straße einzurichten. Aufgegriffen wird damit eine alte Idee des längst aufgegebenen Konzepts »Hessen-Cargo«. Mitte der 1990er Jahre hatte die damalige Landesregierung versucht, mehr Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu schleusen. Damals entstand auch ein Gutachten »Güterverkehrskonzept Mittelhessen«, in dem das - seinerzeit noch von der US-Army genutzte Depot - als Standort für einen »Logistik-Park« vorgesehen war.

Wie die IHK in einer Presseerklärung mitteilt, hatte sich der Arbeitskreis »Verkehr« der Kammer unter Leitung des Vorsitzenden Wolfgang Bork dieser Tage mit dem Thema Logistik befasst. Die Kombination der Transportwege Schiene und Straße hat aus Sicht des Arbeitskreises in der Region bislang eher eine untergeordnete Bedeutung. Aus diesem Grund habe sich die Stadt Gießen entschlossen, eine Studie zu aktuellen Güterverkehrspotenzialen und Destinationen von im Großraum Gießen ansässigen Unternehmen sowie deren zukünftige Logistikplanungen in Auftrag zu geben.

Projektmanager Sven Schicht von der Railistics GmbH aus Wiesbaden erläuterte dem Arbeitskreis, dass in diesem Zusammenhang auch die Frage nach den Anforderungen für ein rentables Angebot im kombinierten Verkehr untersucht wurde. Als möglicher Standort werde ein etwa 80 Hektar großes Areal auf dem Gelände des US-Depots untersucht, das derzeit noch dem Bund gehört. Schicht ist sich sicher, dass auf dem untersuchten Gelände im östlichen Teil ein guter Standort für den kombinierten Verkehr besteht. In weiteren Schritten soll nun geprüft werden, ob ein solches Terminal wirtschaftlich betrieben werden kann. In einer Veranstaltung der mittelhessischen Kammern am 27. April können sich Unternehmen, die bereits Potenziale in der Nutzung von Schienenverkehr oder kombiniertem Verkehr erkannt haben, weiter dazu informieren.

Das US-Depot ist hinsichtlich einer Nutzung für Logistikunternehmen wegen seiner Gleisanlagen und Schienenanbindung interessant. Ein Problem dürfte freilich sein, dass die Vogelsbergbahn nur eingleisig ist. In der Vergangenheit hatte es Klagen aus dem Europaviertel gegeben, weil die Zeitfenster für Gütertransporte vom und zum Gießener Bahnhof schmal sind.

Das ebenfalls mit der Vogelsbergbahn verbundene Stammgleis des Europaviertels (früher Steubenkaserne) wird vor allem von dem dort ansässigen Mineralölhandel genutzt. Das dort beheimatete Logistik-Unternehmen Rhenus ist zwar ein offizieller Umschlagplatz für den kombinierten Verkehr Straße/Schiene, Containerzüge sind auf der Strecke zum Bahnhof aber schon lange nicht mehr gesichtet worden.

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