23. Dezember 2014, 09:33 Uhr

Anti-Islam-Demonstration geplant

Gießen (mö). Pegida, Hogesa, Kagida, Dügida, Fragida: Wie Pilze aus dem Boden geschossen sind in den letzten Monaten die Abkürzungen für die diversen anti-islamischen Demonstrationsbewegungen. So überrascht es nicht, dass dieser gesellschaftspolitische Trend nun auch Gießen erreicht hat.
23. Dezember 2014, 09:33 Uhr
Screenshot der Facebook-Seite »Gemeinsam für die Zukunft«. (Foto: Burkhard Moeller)

Wie die Stadt und die Polizei am Montag auf GAZ-Anfrage bestätigten, liegt für Sonntag, den 25. Januar, eine Anmeldung für eine Demonstration mit Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz vor. Auch eine Gegenveranstaltung ist bereits angemeldet worden.

Öffentlich gemacht wurde die Veranstaltung von der Gießener Antifa, die zum linksautonomen Gießener Kultur- und Wohnprojekt Infoladen gehört. Die Gruppe geht davon aus, dass die Demonstration, die unter dem Motto »Gegen den radikalen Islam und den Terror des IS« steht, einen rechtsextremistischen Hintergrund hat und verweist auf Veröffentlichungen im Internet.

Danach hat sich im Oktober in Gießen eine Organisation namens »Gemeinsam für die Zukunft« gebildet. Der Gründer, der im Südviertel wohnt, hat nach eigenem Bekunden auch die Demonstration am 25. Januar angemeldet. Womöglich handelt es sich um einen Einzelgänger, der versucht, an die Pegida-Bewegung, die derzeit die Schlagzeilen beherrscht, anzudocken. Die Antifa sieht dagegen Hinweise auf eine Zusammenarbeit mit Sympathisanten der Hogesa-Bewegung, was für Hooligans gegen Salafisten steht. Bei einer Hogesa-Demonstration in Köln kam es im Oktober zu schweren Ausschreitungen mit vielen verletzten Polizisten. So wurde die Facebook-Seite »Gemeinsam für die Zukunft« vom Manager der Neonaziband »Gegenschlag« und früheren Anführer der Kameradschaft »Kirtorfer Berserker« aus dem Vogelsbergkreis »geliked«.

Der Anmelder verneint einen rechtsextremen Hintergrund und bezeichnet sich selbst als unpolitischen Oi-Skinhead. Die angemeldete Demonstration diene vielmehr der Information und Aufklärung, aber auch dem Zweck, »zur Erhaltung unserer Werte und unserer Kultur« beizutragen, heißt es auf der Homepage »Gemeinsam für die Zukunft«. Insgesamt bieten die beiden Internetauftritte des Anmelders ein Sammelsurium an Meinungen, wie es durchaus typisch ist für die Pegida-Szene.

Aus der Polizeipressestelle hieß es gestern, dass man von der Stadt über die Anmeldung in Kenntnis gesetzt worden sei und die üblichen Vorbereitungen treffe. Eine Einschätzung zum Charakter der Demonstration und der Gegenkundgebung sowie zu möglichen Teilnehmerzahlen mochte die Polizei zum jetzigen Zeitpunkt nicht abgeben.

Klar ist: Auf den bekannten rechten Internetseiten, die von Gruppen aus der Gießener Region betrieben werden, wird für die Demonstration am 25. Januar bislang nicht geworben. Und offenbar gibt es auch keine Bestrebungen, einen Gießener Pegida-Ableger zu gründen. Den Namen Gigida, was für Gießen gegen die Islamisierung des Abendlands stehen würde, hat sich im Internet noch niemand gesichert.

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