06. Dezember 2018, 09:32 Uhr

Alte Post

Alte Post Gießen: Linke sorgt für Kopfschütteln

Die Alte Post ist verkauft, der neue Eigentümer Kai Laumann will das denkmalgeschützte Gebäude sanieren und einer neuen Nutzung zuführen.Die Gießener Linken sind nicht begeistert.
06. Dezember 2018, 09:32 Uhr
Kai Laumann (l.) und Bürgermeister Peter Neidel in der Alten Post. (Foto: Schepp)

Kai Laumann will die Alte Post, das denkmalgeschützte Gebäude aus Kaisers Zeiten, nach fast 25-jährigem Leerstand sanieren und einer neuen Nutzung zuführen. Wer das für eine gute Nachricht hält, hat die Rechnung ohne die Stadtverordnetenfraktion der Gießener Linken gemacht, die am Dienstagabend im parlamentarischen Bauausschuss für Kopfschütteln sorgte.

Zur Verwunderung aller anderen Fraktionen und des Magistrats sprach Linken-Fraktionschef Matthias Riedl von »verpassten Chancen«; zu einer denkmalschutzrechtlichen Enteignung durch das Land und einen Ankauf durch die Stadt sei es leider nicht gekommen. Es habe viele Ideen und Nutzungsvorschläge aus der Bevölkerung für eine Museumsnutzung oder ein »Sozialcafé« gegeben, die nun keine Berücksichtigung fänden, weil der Investor andere Pläne habe, sagte Riedl und schob die Frage nach: »Wem gehört die Stadt?« Auch der Ausschluss einer Wohnnutzung sei bedauerlich.

»Naiv« und »weltfremd« seien die Linken, wenn sie glaubten, Millioneninvestitionen für Ankauf und Instandsetzung ließen sich mit einem »Sozialcafé« oder einem Museum und mithin einer »Nullmiete« refinanzieren, sagten Heiner Geißler (Freie Wähler) und Markus Labasch (Grüne). Beide waren sich zudem einig, dass sich Laumann mit der Alten Post »keine goldene Nase verdienen wird«. Nur weil die Stadt einen Bebauungsplan für das Areal auflege, müsse sie das Gebäude nicht gleich kaufen und für rote Zahlen im Haushalt sorgen, meinte CDU-Bürgermeister Peter Neidel und fügte hinzu: »Zwischen Planungshoheit und Planwirschaft ist noch ein Unterschied.« Im Übrigen wünsche der neue Eigentümer gar keine Wohnnutzung, die aus »raumschallphysikalischen Gründen« aber ohnehin nicht infrage komme.

Wie berichtet, wird es wohl für die Alte Post, das Telegrafenamt und den geplanten Anbau auf eine Büronutzung hinauslaufen. Wünschenswert aus Sicht der Stadt wäre eine Gastronomie im Erdgeschoss mit Außenbewirtschaftung, damit die Alte Post für die Bevölkerung zugänglich wird.

Dem Entwurf für eine Änderung des Bebauungsplans »Bahnhofsvorplatz, Bereich: Alte Post« stimmte der Ausschuss einstimmig zu – bei Enthaltung der Linken.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Denkmalschutz
  • Freie Wähler
  • Gießen
  • Heiner Geißler
  • Kaiserinnen und Kaiser
  • Leerstände
  • Peter Neidel
  • Gießen
  • Burkhard Möller
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 31 - 1: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.