09. Oktober 2012, 22:33 Uhr

Alcedis investierte zwei Millionen in Neubau

Gießen (si). Die Alcedis GmbH hat am Dienstag den Einzug in ihr neues Gebäude im Europaviertel gefeiert.
09. Oktober 2012, 22:33 Uhr
Vor dem Neubau (links das Festzelt): Die Geschäftsführer Elke Heidrich-Lorsbach (3. v. l.) und Michael Lorsbach (2. v. r.), Festredner Klaus von Dohnanyi (2. v. l.), OB Dietlind Grabe-Bolz und die Professoren Wolfgang Wick (Heidelberg, r.) und Peter Kneisel (THM). (Foto: Schepp)

Das international tätige Unternehmen, das Dienstleistungen in der klinischen Forschung und der medizinischen Informatik anbietet, sitzt jetzt in der Winchesterstraße 3 – direkt gegenüber dem Technologie-, Innovations- und Gründerzentrum (TIG), in das es vor elf Jahren als kleiner Betrieb aus Buseck gezogen war. Damals hatte es keine 20 Mitarbeiter, inzwischen sind es 70, zehn weitere sitzen in einem Projektbüro in Hamburg, das Alcedis inzwischen eröffnet hat. Der Neubau im Europaviertel hat nach Angaben der geschäftsführenden Gesellschafter Dr. Elke Heidrich-Lorsbach und Michael Lorsbach rund zwei Millionen Euro gekostet. Er bietet auf 1200 Quadratmetern, die sich auf drei Geschosse verteilen, moderne Büroräume.

Entwicklung und Erfolg des Unternehmens seien »bemerkenswert«, sagte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz in ihrem Grußwort. Dass Alcedis hier investiert habe, freue sie sehr. Es zeige, wie attraktiv der Standort sei, so die OB bei der Feier, zu der die Mitarbeiter und Geschäftspartner eingeladen waren. Bevor mehrere Fachreferate Themen beleuchteten, zu denen das Unternehmen arbeitet, sprach ein prominenter Gast über die Globalisierung und deren Folgen insbesondere für Deutschland: Klaus von Dohnanyi (84), ehemaliger Erster Hamburger Bürgermeister und noch unter Willy Brandt Bundesminister für Bildung und Wissenschaft, zog einen weiten Bogen von den Industrialisierung des 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

In einer globalisierten Welt wachse die Konkurrenz, damit werde es für den Einzelnen wie für ganze Gesellschaften schwieriger, sich zu behaupten, war die Grundthese Dohnanyis. Ein Staat wie Deutschland könne darauf nur mit Bildung und Wissen(schaft) antworten. Einerseits sei die Bundesrepublik sehr gut aufgestellt (»hier werden pro Jahr mehr Patente angemeldet als in Großbritannien und Frankreich zusammen«), andererseits hinke das Land in manchen Bereichen hinterher (»im IT-Bereich spielen wir international keine Rolle«).

Notwendig seien strukturelle Reformen (»eine sehr viel praxisbezogenere Lehrerausbildung«) wie auch eine Wandel in den Köpfen: Die Menschen in Deutschland scheuten Risiken, bevorzugten Ordnung und Sicherheit, sagte Dohnanyi, der nicht nur als Politiker erfolgreich war, sondern – vorher – auch in der Wirtschaft und als Unternehmer. Nach Jura-Studium, Promotion und USA-Aufenthalt arbeitete er in den 50er Jahren zeitweilig bei Ford in Köln, unter anderem als Leiter der Planungsabteilung, später war er Mitbegründer und Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts Infratest.

Zwei Geschäftsfelder

Das Unternehmen Alcedis bietet in seinem Geschäftsbereich klinische Forschung alle medizinisch-wissenschaftlichen Dienstleistungen an, die für die Durchführung einer klinischen Studie notwendig sind: Von der Datenerhebung bis zur statistischen Auswertung und Berichterstattung. In Bereich medizinische Informatik entwickelt Alcedis webbasierte Softwaresysteme, die Studiendaten erfassen, aufbereiten, weiterleiten und auswerten können. Zu den Kunden gehörten international ausgerichtete Pharma- und Biotechnologieunternehmen sowie mittelständische Hersteller von Arzneimitteln und Medizinprodukten, aber auch universitäre Einrichtungen und Fachgesellschaften. So ist Alcedis derzeit beispielsweise in Krebsstudien der Unikliniken Düsseldorf, Tübingen, Essen und Freiburg eingebunden.

Die Entwicklung der Krebstherapie war gestern auch Thema bei den Fachreferaten, Prof. Wolfgang Wick (Ärztlicher Direktor am Nationalen Turmorzentrum des Uniklinikums Heidelberg) ging auf die klinischen Studien und die interdisziplinären Zusammenarbeit näher ein. Prof. Peter Kneisel (TH Mittelhessen) sprach über webbasierte Software in der klinischen Forschung.

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