08. März 2016, 12:33 Uhr

AfD triumphiert in »Brennpunkten«

Gießen (mö). Eine solche Bandbreite an Zustimmungen für eine Partei hat es bei einer Kommunalwahl in Gießen wohl noch nie gegeben. Zwischen vier und fast 36 Prozent schwankten die Ergebnisse der Alternative für Deutschland (AfD) in den 64 Gießener Stimmbezirken – plus elf Briefwahlbezirke – bei der Wahl des neuen Stadtparlaments. Ihre besten Resultate erzielte die AfD in den Quartieren in der Nord- und Weststadt, die früher als »soziale Brennpunkte« bezeichnet wurden.
08. März 2016, 12:33 Uhr
Reife Leistung: Fast 28 000 Stimmzettel mit über 1,5 Millionen Stimmen zählten die Wahlhelfer und die Stadtbediensteten am Sonntag und Montag aus. (Foto: Oliver Schepp)

In drei Wahlbezirken kam die AfD über 30 Prozent, in 13 über 20. Dagegen erzielte die CDU in keinem Wahlbezirk ein 40-Prozent-Ergebnis, die SPD erreichte diese Volkspartei-Marke nur noch in einem der beiden Allendorfer Stimmbezirke.

Die SPD, die trotz deutlicher Verluste klar stärkste Kraft in Gießen bleibt, kam in immerhin 22 Wahlbezirken noch über 30 Prozent und fiel nur in zwei Wahllokalen unter die 20-Prozent-Marke. Die CDU, die erneut einige Prozentpunkte nachgab, erzielte nur in zwei Wahllokalen ein Ergebnis über 30 Prozent und rutschte in 27 Stimmbezirken unter die 20 Prozent. Ihr bestes Ergebnis erzielte die Union im Wahllokal am Hohen Rain mit 34,2 Prozent. Bei den Grünen bietet sich – auf niedrigerem Niveau als 2011 – das übliche Bild. In 13 Stimmbezirken, darunter traditionell einige im universitär geprägten Südviertel gelegen, kam die bisherige Regierungspartei auf über 20 Prozent, in einem Wahllokal in der Liebigschule auf über 30 Prozent. In der Nordstadt und der Weststadt sowie in Lützellinden gab es für die Grünen erneut nichts zu holen.

Tops und Flops
  • SPD: Top: Allendorf I 40,8 Prozent; Flop: Grundschule West 15 Prozent.
  • CDU: Top: Hoher Rain 34,2 Prozent; Flop: Nordstadtbüro 10,7 Prozent.
  • Grüne: Top: Liebigschule 30,5 Prozent; Flop: Käthe-Kollwitz-Schule 3,8 Prozent.
  • AfD: Top: Grundschule West 35,6 Prozent; Flop: Liebigschule 4,2 Prozent.
  • »Gießener Linke«: Top: Ricarda-Huch-Schule 16,8 Prozent; Flop: Allendorf 1,1 Prozent.
  • FDP: Top: Kleinlinden 13,7 Prozent; Flop: Liebigschule 2 Prozent.
  • Freie Wähler: Top: Rödgen 18,5 Prozent; Flop: Georg Büchner Schule 0,6 Prozent.
  • Bürgerliste: Top: Lützellinden 17,8 Prozent; Flop: Aliceschule 0,2 Prozent.


Zu den Gewinnern der Wahl gehören neben der erstmals angetretenen AfD die »Gießener Linke« und auch die FDP. Während die Liberalen in vier der fünf Kleinlindener Bezirke ihre zweistelligen Ergebnisse einfuhren, war das Bündnis von Linken, Linkem Bündnis und DKP vor allem im Norden, am Eulenkopf und einigen Innenstadt-Wahllokalen stark. 25-mal war das Ergebnis zweistellig. Die FDP wiederum knackte in 30 Bezirken die symbolische Fünf-Prozent-Marke.

Dagegen bleiben die Freien Wähler auch bei dieser Kommunalwahl eine Stadtteil-partei. Von den zehn besten Bezirken liegen sieben in Rödgen, Allendorf oder Wieseck. Mit über 18 und 17 Prozent bleibt Rödgen die FW-Hochburg. In dem Stadtteil, der nahe an der HEAE liegt, lag die AfD in einem der beiden Wahlbezirke mit 19,4 Prozent noch vor den Freien Wählern. Apropos Erstaufnahmeeinrichtung: Im Wahlbezirk am Heyerweg, der der HEAE am nächsten liegt, kam die AfD auf 20,9 Prozent, vorne blieb hier die SPD mit gut 30 Prozent.

Die Hochburgen der Bürgerliste lagen erwartungsgemäß in Lützellinden, wo Spitzenkandidatin Elke Koch-Michel zu Hause ist und drei zweistellige Ergebnisse einfuhr.

Mit 44,9 Prozent lag die Wahlbeteiligung etwas höher als 2011. Am stärksten war die Beteiligung in den Stadtteilen, am geringsten dort, wo die AfD ihre besten Ergebnisse erzielte, nämlich in den ehedem sozialen Brennpunkten der Stadt.

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