27. Mai 2009, 21:42 Uhr

Änderung beim IC bringt Neuerungen für Bahnpendler

Gießen/Wetzlar (pm). Vor- und Nachteile bringt ein neues Fernverkehrs-Konzept der Deutschen Bahn (DB) für die Kundinnen und Kunden des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) in Mittelhessen.
27. Mai 2009, 21:42 Uhr

Gießen/Wetzlar (pm). Vor- und Nachteile bringt ein neues Fernverkehrs-Konzept der Deutschen Bahn (DB) für die Kundinnen und Kunden des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) in Mittelhessen. Vor allem Pendler müssen sich auf neue Fahrzeiten einstellen, und dies bereits ab Dezember dieses Jahres. Vertreter von Städten und Kreisen der Region ließen sich jetzt bei einem Treffen in Wetzlar aus erster Hand von DB- und RMV-Vertretern über die Neuerungen informieren. Oberziel sei, die für die Region bedeutsamen Anschlüsse ans Fernverkehrsnetz zu erhalten und gleichzeitig die Nahverkehrsverbindungen unter den neuen Rahmenbedingungen zu optimieren, heißt es in einer akutellen Pressemitteilung des RMV.

Auslöser der Diskussion ist der Wunsch der Bahn, ihren Fernverkehr zu verbessern, konkret die Züge der IC-Linie 26 Hamburg - Kassel - Gießen - Frankfurt - Karlsruhe mit einer neuen Streckenführung um bis zu 30 Minuten zu beschleunigen. Logische Folge: Die Intercitys verdrängen auf dem stark genutzten Korridor die dort bislang fahrenden Züge des Mittelhessen-Express (RMV-Linie 30/40).

Konkret heißt das, dass ab 13. Dezember in den geraden Stunden der Mittelhessen-Express Richtung Frankfurt in Gießen überholt wird. Er rutscht damit alle zwei Stunden zwischen Gießen und Frankfurt in die bisherige Fahrplan-Lage einer Regionalbahn und hält wie diese auf seinem Weg nach Frankfurt zusätzlich in Großen-Linden, Langgöns, Kirch-Göns, Ostheim und Bad Vilbel. Diese Orte sind damit aufgrund des Flügelkonzeptes sowohl aus Richtung Dillenburg als auch aus Richtung Marburg künftig umsteigefrei zu erreichen. Die Fahrtzeit verlängert sich allerdings alle zwei Stunden um 20 Minuten. Das Gleiche gilt für die Gegenrichtung: Aus Richtung Frankfurt startet der Mittelhessen-Express in den geraden Stunden 20 Minuten früher.

Auswirkungen gibt es auch auf die schnelleren Regionalexpress-Züge der RMV-Linie 40, die von Siegen kommend nach Frankfurt unterwegs sind. Sie fahren künftig alle zwei Stunden in der Zeitlage, in der bislang der Intercity verkehrt. Sie können daher nicht mehr in Großen-Linden, Langgöns und Bad Nauheim halten, bieten allerdings für die Zusteiger in Haiger, Dillenburg, Herborn, Wetzlar und Gießen schnellere Fahrtzeiten von bis zu 20 Minuten nach Frankfurt. Diese kürzeren Fahrtzeiten wird es auch in der Gegenrichtung geben. Zusätzlich werden gute Anschlüsse in Gießen Richtung Marburg geboten, ab dem übernächsten Fahrplanwechsel im Dezember 2010 dank eines weiteren Flügelungskonzeptes sogar umsteigefrei.

Es gibt auch Auswirkungen auf die S-Bahn-Linie 6 (Friedberg - Frankfurt-Süd): einmal begrenzt auf das Fahrplanjahr 2010 und indirekt, indem der verlegte RE Richtung Frankfurt die S 6 alle zwei Stunden in Nieder-Wöllstadt überholt, was mit Wartezeiten von einigen Minuten verbunden ist. Und einmal direkt und auf absehbare Zeit, indem ein spezieller, einmal am Tag hin und zurückfahrender Eurocity von Siegen über Gießen, Frankfurt und München nach Klagenfurt und Zagreb morgens eine S-Bahn in arge Bedrängnis bringen würde: Ausgerechnet ein sehr gut nachgefragter Zug der S 6 (heutige Abfahrt um 7.47 Uhr in Friedberg) müsste etwa zehn Minuten früher starten, weil er zwischen Friedberg und Frankfurt-West nicht nur vom RE, sondern auch noch vom EC überholt würde. Dies sollte unbedingt vermieden werden, war sich die RMV-Runde mehrheitlich einig und forderte DB Fernverkehr auf, diesen einzelnen Zug zu einer weniger störenden Zeit fahren zu lassen.

Neben den genannten Auswirkungen auf die eng belegten Trassen zwischen Gießen und Frankfurt müssen die Planer im RMV auch die Anschlusszüge in den Knoten wie Marburg, Gießen und Friedberg im Blick haben. Das geht hin bis zu den städtischen und regionalen Busnetzen. Die Vertreter der Kommunen - darunter Gießens Stadtrat Thomas Rausch und Stefan Klöppel vom Zweckverband Oberhessische Versorgungsbetriebe für den Landkreis Gießen und den Wetteraukreis - konnten sich während ihrer Sitzung ein Bild davon machen, wie die Partner im Verkehrsverbund auf der regionalen und lokalen Ebene gemeinsam an den besten Antworten auf die Veränderungswünsche der DB arbeiten.

Bis zum Fahrplanwechsel sind noch viele Einzelheiten zu klären. Wenn diese dann feststehen, müssten im Herbst mit zusätzlichen Fahrplaninformationen die Änderungen für 2010 erläutert werden. Das gelte auch für den Fahrplan des Fernverkehrs, so die Teilnehmer: Denn trotz vieler Unannehmlichkeiten, die der Fernverkehr nun den Nahverkehrs-Kunden bringe, sei für Mittelhessen mit seinen Knotenbahnhöfen Marburg und Gießen eine gute Einbindung ins IC-Netz weiter von großer Bedeutung.

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