11. April 2012, 09:28 Uhr

Für Ben Beppler steht Tanz auf dem Stundenplan

Wetzlar (chl). Auf der Bühne des Moskauer Bolschoi-Theaters oder der Dresdner Semperoper möchte der zehnjährige Ben Silas Beppler einmal tanzen. Dieser Traum hatte seinen Ursprung, als der damals Vierjährige seine erste Ballettstunde erhielt. Jetzt ist Ben der Erfüllung seines Traumes ein gutes Stück nähergerückt.
11. April 2012, 09:28 Uhr
Ben Silas Beppler besucht seit Kurzem die renommierte Palucca-Schule für Tanz in Dresden. (Foto: chl)

Denn vor einem Monat hat er sein Zimmer im Internat der renommierten Palucca Hochschule für Tanz in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden bezogen. Ab sofort erhält er dort eine professionelle Tanzausbildung – nicht als Student, sondern zunächst als Schüler der hauseigenen Sekundarschule.

Neben dem reguläreren Unterricht steht dort statt Sport Tanz auf dem Stundenplan. Und die Bühne der Semperoper wird von nun an für Ben bereits zu einem regelmäßigen Aufführungsort, auf den die Tanzakademie für Eigenproduktionen zurückgreift.

Bis Ende Februar drückte der Fünftklässler aus dem Wetzlarer Stadtbezirk Büblingshausen die Schulbank in der August-Bebel-Schule und trainierte dreimal wöchentlich in der Ballettschule Pop – zwei Stunden Ballett, eine Stunde modernen Tanz. Mittlerweile hat er sich im Internat eingelebt und verspürt auch kein Heimweh. Daheim in Wetzlar ist der junge Tänzer aber trotzdem regelmäßig; seine Eltern holen ihn jedes zweite Wochenende nach Hause. »Ben wirkt sehr entspannt«, berichtet seine Mutter. Wohl auch deshalb, weil es Bens eigener Wunsch und Wille war, diesen Ausbildungsweg einzuschlagen.

Biegsamer Körper

Als er vor sechs Jahren seine Mutter eher zufällig auf deren Ballettkurs begleitete (es war gerade kein Kindermädchen für ihn da), flammte sofort die Begeisterung in ihm auf: »Ich will Tänzer werden!«, war Ben fest entschlossen. Zu der anfänglich klassischen Tanzausbildung bei Brigitte Cohrs-Sarridis (Ballettschule Pop) gesellte sich später moderner Tanz hinzu. »Hier kann ich mich auspowern«, unterscheidet Ben die Stile, obwohl ihm beide am Herzen liegen. Mit Einsätzen in den Tanzaufführungen der Ballettschule – bei »Der Zauberer von Oz« als Fledermaus sowie als der kleine Michael in »Peter Pan« – hat Ben seine ersten Auftritte auf öffentlicher Bühne und vor größerem Publikum absolviert. Zwar hat der junge Wetzlarer zielsicher seinen Fokus auf das Tanzen gerichtet, dennoch zeigt er sich als ganz normaler Junge mit unterschiedlichen Interessen: Klavier spielen, Diavolo jonglieren und Handtischtennis zählt der Zehnjährige als jüngster von drei Brüdern zu seinen Hobbys. Als Ben irgendwann den Entschluss gefasst hat, es mit einer professionellen Zukunft als Tänzer ernst zunehmen, bekam er Schützenhilfe von seiner Tanzlehrerin. Wer diesen Ausbildungsweg einschlagen möchte, findet in Mittelhessen nicht die geeigneten Bedingungen, lautete die Meinung der Eltern und von Cohrs-Sarridis. Entsprechend wurde nach geeigneten und renommierten Ausbildungsstandorten Ausschau gehalten.

Nach einer Absage der John-Cranko-Schule – Akademie des Stuttgarter Balletts (war die erste Wahl) – im vergangenen Jahr, hatte sich Ben im Januar in Dresden beworben. Die Einladung zum Vortanzen folgte prompt. Im Blickfeld der Aufnahmeprüfung stand für Kinder seines Alters weniger die Vorführung einer aufwendigen Choreographie, sondern die grundsätzliche Eignung für eine klassische Tanzausbildung: »Bei einem ersten Test mussten wir zeigen, wie dehnbar und biegsam unsere Körper sind. Zum Beispiel mussten ich mich im Schmetterlingssitz auf den Boden setzen und zeigen, ob ich meine Knie bis zum Boden pressen kann«, berichtet Ben von der Prozedur. Außerdem wurde das Rhythmusgefühl getestet, indem die Anwärter zu eingespielter Musik passende Bewegungen improvisieren sollten – mal gruseliger, mal fröhlicher, mal vornehmer Art. Und: Er hat die Tanzpädagogen in Dresden überzeugt.

Zusammen mit einem Mädchen aus Gera ist er in die bestehende 5. Klasse während des laufenden Schuljahres aufgenommen worden. Mit zehn Jungen und acht Mädchen in seiner Klasse zählt er somit zu den Jüngsten an der Palucca-Schule. Bereits vor Ostern wirkt er dort an einer kleinen Aufführung mit.

Seinem Faible fürs Klavierspielen kann der Zehnjährige in Dresden auch nachgehen, nur seine geliebte Wasserschildkröte »Tiger« musste er in Wetzlar lassen. Das stimmte ihn ein wenig traurig. Aber er kann sie ja jede zweite Woche besuchen.

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