11. August 2008, 17:52 Uhr

Stimmungsvolles Lichterfest in der Colchester-Anlage

Wetzlar (emd). Stimmungsvoll, feurig, lustig und einfach entspannt: das »Lichterfest im Park« unterhielt am Sonntagabend mehr als 100 Frauen und Männer in der Colchesteranlage.
11. August 2008, 17:52 Uhr
Die Flamencogruppe »Alma Gitana«. (Foto: emd)

Wetzlar (emd). Stimmungsvoll, feurig, lustig und einfach entspannt: das »Lichterfest im Park« unterhielt am Sonntagabend mehr als 100 Frauen und Männer in der Colchesteranlage. Für Musik und Tanz sorgten der Chor Alevitischer Frauen aus Wetzlar, die Flamencogruppe »Alma Gitana« aus Gießen und das Frauenensemble »Die 8 Ohren« aus dem Vogelsberg. Der Erlös des Benefizkonzerts und des gespendeten Buffets ging an die Interventionsstelle des Wetzlarer Frauenhauses.

Mit türkischen Volksliedern stimmte der Chor Alevitischer Frauen die Zuhörer ein. Besonders gelungen war der Solobeitrag von Sentap Sut, die sich zu einem melancholischen kurdischen »Lied über die Liebe« auf dem Saiteninstrument »Saz« begeleitete. Feurig-spanisch ließen die sechs Tänzerinnen und ein Tänzer der Flamencogruppe »Alma Gitana« den Holzboden der kleinen Bühne erbeben. Flamenco stehe für »Liebe, Leidenschaft und Melancholie«, so die Ansage der Mitglieder des Gießener Musik- und Kunstvereins (MuK) über ihren »bunten Strauß an spanischen Klängen und Tänzen«. Die Gesichter der gestandenen Frauen (die ältesten sind 58 Jahre alt) spiegelten denn auch Freude, Stolz und Entschlossenheit. Aufreizendes Hüftewiegen und temperamentvoller Stepp wechselten sich ab. Mit Flamenco können »alle Gefühle ausgedrückt werden, Wut oder Trauer, Liebe oder Ärger«, erklärte Ingrid Wortmann-Will aus Braunfels ihre seit 20 Jahren währende Leidenschaft für diesen Tanz.

Der musikalische Höhepunkt des Benefizkonzerts zog anschließend mit lustig tönender Klarinette und Akkordeon durch das Publikum zum begrüßenden Cello und heller Glockenrassel auf die Bühne. Das Frauenquartett »Die 8 Ohren« eroberte mit energiegeladener Spielfreude im Nu die mehr als 200 Ohren am inzwischen durch hunderte Lichter erleuchteten Labyrinth. Akkordeonspielerin Christiane Burkhard rief bei dem mazedonisch-türkischen Klezmer im Dreivierteltakt zum »Schunkeln« auf - das Publikum ließ sich nicht lange bitten. Ungezwungen drehten sich alsbald Frauenpaare im Kreis. Die selbst arrangierten Weisen aus Afrika und Südamerika, aus Europa und Asien kamen mal mit sperrigen Rhythmen daher, mal jazzig improvisiert, mal kindlich-spielerisch. Spaß und Können gingen fließend ineinander über. Einen sinnlichen Tango begleiteten tanzende Besucherinnen mit einem einfachen Reigen. Als eher wildes Durcheinander amüsierte das »immer noch aktuelle« deutsche Volkslied aus dem 17. Jahrhundert »Spiel nicht mit meiner Jungfer«. Mit ihrem Arrangement westafrikanischer Musik brillierte Sandra Elischer auf der Djembe; Anka Hirsch zeigte auf ihrem schwarz glänzenden E-Cello eigenwillige Improvisationen. Die Besucher applaudierten begeistert zu Musik und Tanz und entspannten sich bei Speisen, Getränke und Gesprächen im flackernden Kerzenschein. Der Erlös des stimmungsvollen Abends soll der Beratungsarbeit des Frauenhauses zufließen. Die seit vier Jahren bestehende Interventionsstelle wurde infolge des neuen Gewaltschutzgesetzes eingerichtet und greift bei Fällen häuslicher Gewalt oder Stalking beratend und unterstützend ein.

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