21. Februar 2014, 18:08 Uhr

Nachfahren deutscher Auswanderer werden Deutschlehrer in Brasilien

Wettenberg (mo). Der Wettenberger Bürgermeister Thomas Brunner empfing am Mittwoch in Krofdorf neun weit gereiste Gäste – angehende Deutschlehrer aus dem südlichsten Staat Brasiliens, aus Rio Grande do Sul, die auch die Lehrbefähigung für Portugiesisch besitzen. Bei den Studenten handelt es sich zum Teil um Nachkommen deutscher Immigranten, die auch teils noch dialektsprachig aufgewachsen sind, das heißt, die meisten beherrschen noch die Hunsrücker Mundart.
21. Februar 2014, 18:08 Uhr
Die angehenden brasilianischen Deutschlehrer mit Bürgermeister Brunner (l.) und Edmund Wild (5. von rechts). (Foto: mo)

Ihr vierjähriges Studium absolvieren die jungen Gäste an der Universidade co Val do Rio dos Sinos. Die Teilnehmer der jetzt in Deutschland weilenden Gruppe haben das dritte Studienjahr abgeschlossen. Die Abgänger werden in ganz Brasilien an Schulen, Hochschulen und Sprachinstitute vermittelt, an denen Deutschunterricht stattfindet, vor allem in den Staaten Rio Grande do Sul, Santa Catarina, Praná, São Paulo und Rio de Janeiro.

Die Studenten verdanken ihren zweimonatigen Aufenthalt in Deutschland der Phantastischen Bibliothek in Wetzlar, die seit Jahren Verbindungen mit Brasilien pflegt. Bibliothekarin Bettina Twrsnick war auf Einladung des Goethe Institutes schon zweimal zu Vorträgen in Porte Alegre, São Paulo und Curitiba. Die Studenten, die jetzt zum Abschluss ihres Besuches in Wettenberg, Wetzlar und Umgebung weilen, werden von Dozent Edmund Wild (Wettenberg) begleitet, der der viele Jahre am IFPLA (Instituto de Formacão de Professores de Lingua Alemã) in Brasilien Deutschlehrer ausbildete.

Zwei Monate in Deutschland

Der Deutschlandaufenthalt der Studenten wird durchgeführt mit finanzieller Hilfe der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen im Bundesverwaltungsamt in Köln. Unterstüzung wird auch gewährt durch das Gustav- Adolf-Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland und durch die Betreuung ehemaliger IFPLA-Dozenten und Fachberater. Jeweils einwöchige Aufenthalte in Familien in Bremen, Berlin, Leipzig und weiteren Orten, auch im Hunsrück umfasst die Besuchsreise. An den Besuchsorten werden Sprachkurse, Schulhospitationen, fachdidaktische Seminare und landeskundliche Informationen angeboten. Viele Kontakte mit der einheimischen Bevölkerung stehen im Vordergrund.

In der Verwaltung in Krofdorf überraschten die jungen Leute Bürgermeister Brunner mit dem Lied: »Ein stolzes Schiff streicht einsam durch die Wellen und führt unsere deutschen Brüder fort ... Brasilien ist ihr Bestimmungsort«. Das Volkslied war zugleich Thema des brasilianischen Abends am Donnerstag in der Phantastischen Bibliothek wo Edmund Wild und Profa Lissi Bender-Azambuja Vorträge zur deutschen Einwanderung in Brasilien hielten. Bürgermeister Brunner stellte seinen jungen Gästen Wettenberg in vielen Facetten vor.

In dieser Woche wurde und wird den Besuchern aus Brasilien Cristiane Hillesheim, Patricia Altenhofen, Guilherme Carvalho Machado, Thais Steffen Guimaräes, Fernanda von Mühlen, Igor Marques Ribeiro, Igor Schwingel, Deisi Flesch und Vánia Werner ein interessantes Programm geboten. Ein Besuch galt Frankfurt und man wandelte auf Goethes Spuren in Wetzlar. In Grünberg galt dem »Museum im Spital« ein Besuch. Dort ist ein ganzes Stockwerk dem Brasilienforscher Theo Koch-Grünberg gewidmet. Die Leiterin des Museums, Karin Bautz, hatte für die Gäste eine Überraschung bereit: Sie zeigte einen Originalbrief, den eine Grünberger Auswanderin, Elisabeth Orti, geborene Feldmann, 1850 aus Sao Leopolto an Verwandte in Grünberg geschrieben hatte. Es folgte eine Führung durch die Theo-Koch-Schule in Grünberg mit Teilnahme am Unterricht. Man wanderte durch Krofdorf hoch zum Gleiberg und hatte eine sehr interessante Waldbegehung, angeboten von Klaus Schwarz mit anschließendem Wald-Hüttenzauber. Auch ein Besuch der Deutschen Fernschule in Wetzlar gehörte zum Programm.

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