»Omas Kommersabend ist tot, beim TVT ist alles anders«

Staufenberg (vh). »Omas Kommersabend ist heute Abend tot, beim TVT ist alles anders«, meinte Regierungspräsident Wilfried Schmied anlässlich der Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen des TV Treis 1959 im Festzelt auf dem Sportgelände. Was anderenorts für gewöhnlich mit einem so genannten Akademischen Abend Würdigung findet, lief beim TVT unter deutlich bewegteren Vorzeichen mit Tanz- und Turndarbietungen sowie einer Modenschau.
03. Mai 2009, 23:30 Uhr
... sowie turbulente Showtanz-Vorführungen aus der heutigen Zeit. (Foto: vh)

Staufenberg (vh). »Omas Kommersabend ist heute Abend tot, beim TVT ist alles anders«, meinte Regierungspräsident Wilfried Schmied anlässlich der Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen des TV Treis 1959 im Festzelt auf dem Sportgelände. Was anderenorts für gewöhnlich mit einem so genannten Akademischen Abend Würdigung findet, lief beim TVT unter deutlich bewegteren Vorzeichen mit Tanz- und Turndarbietungen sowie einer Modenschau. Glücklicherweise ohne die obligate ellenlange Auflistung der Vereinschronik, gibt es dafür doch schließlich die Internetseite www.tvtreis.de, wo man selbst in Ruhe nachlesen kann. Stattdessen Grußworte, Unterhaltung satt, viele Ehrungen und noch mehr Geselligkeit.

Für Regierungspräsident Schmied, der auch Glückwünsche der Landesregierung überbrachte, war es einer der kürzesten, vielleicht der kürzeste Weg zu einem offiziellen Anlass überhaupt - nur etwa 300 Meter, ist der künftige Ruheständler doch seit 1966 in Treis zu Hause. So konnte Schmied sicher mit Fug und Recht behaupten, er habe die Geschichte des TVT praktisch »hautnah miterleben können«. Vor allem aber sei ihm eines positiv aufgefallen: eben das übergeordnete Vereinsziel, »den Zusammenhalt der Familien zu fördern« und die Mitgliedschaft »zu einem Erlebnis zu machen«. Unter drei Sport treibenden Vereinen in Treis zähle allein der TVT 700 Mitglieder. Schmied wünschte dem Turnverein auch künftig, es möge diesem gelingen, »die ganz junge Generation heranzuführen, damit die nächsten 50 Jahre abgesichert sind«. Den üblichen Scheck hatte er im Übrigen auch dabei.

Viel Anerkennung für geleistete Arbeit

Ebenfalls im Staufenberger Rathaus hat man noch paar Euro zusammengekratzt: »Wir haben ja nicht mehr viele«, witzelte Stadtrat Dieter Preis. Der überbrachte sein Grußwort stellvertretend für Bürgermeister Münch und namens aller städtischen Gremien und sprach seine »Anerkennung für die geleistete Arbeit, besonders im Bereich Turnen und Leichtathletik« aus. Preis erinnerte an die notwendigen Kraftakte der Aufbaujahre, die bald schon durch erste sportliche Erfolge, etwa bei Bergturnfesten, gekrönt wurden. Für die Jugend- und die Seniorenarbeit im Verein hatte der städtische Vertreter noch ein Extralob. Dann wünschte er noch »ein gutes Gelingen auch künftig auf allen Ebenen«.

Für die sehr zahlreich vertretenen Ortsvereine sprach deren aktuell gewählter Sprecher Andreas Becker, der Vorsitzende der Burschenschaft »Träser Muspretzer«. Sein Dank ging zuvorderst in Richtung der fleißigen Mithilfe des TVT bei der Kirmesgestaltung, denn, so Becker, »Kirmes ohne die Ortsvereine ist nicht mehr möglich«. Er hatte für die Burschenschaft einen Scheck mitgebracht und deutete an, dass von den übrigen Vereinen abseits dieser Feier etwas rübergereicht werde.

Zahlreich gestaltete sich die Liste der Geehrten, deren Würdigung allerdings in lockerer Reihenfolge eingestreut wurde.

Ehrung für die Gründungsmitglieder

Den reich bebilderten Jahreskalender des LSB erhielten die Gründungsmitglieder vom 2. Mai 1959: Stefan Hausner, Erich Klein, Martha Lenk, Heinrich Nickel, Helga Ortwein, Helmut Ortwein, Christa Schmidt, Wilhelm Schmidt, Helmut Schneider, Johanna Schuch, Ludwig Schuch und Dieter Vöglin. Noch im Gründungsjahr, aber einige Wochen später kamen Renate Klein, Lieselotte Mayer und Hilde Klimt hinzu. Sie erhielten ebenso den Sportkalender.

Als Vorsitzender des Turngaus Mittelhessen sprach Dr. Dennis Sawellion. Er wusste zunächst von einem alten Brauch zu berichten: 1987, beim Gaujugendturntag, sei man abends im Ort rumgezogen, habe Eier für ein großes Essen gesammelt. Bei den Auszeichnungen mit dem Gau-Ehrenbrief stach Doris Lochmüller hervor, die seit 1964 engagiert und mittlerweile »eine absolute Institution« im Turngau sei, lobte Sawellion. Dafür verlieh der Turngau Mittelhessen seine höchste Auszeichnung, die Ehrennadel in Gold. Michael Ortwein erhielt die Ehrennadel in Silber, Herbert Becker und Günter Kröck wurde die bronzene Ehrennadel angesteckt. Den vier Vereinsvorständen Hiltrud Ortwein, Manfred Klein, Maria Skripczyk und Steffen Kröck wurde jeweils ein Sportkalender und ein Freiplatz für eine Übungsleiterausbildung überreicht.

Rainer Volk (Sportkreis Gießen) verlieh namens des LSB-Präsidenten Dr. Rolf Müller und in Vertretung des Sportkreisvorsitzenden Prof. Dr. Heinz Zielinski die Gau-Ehrenbriefe an Betina Schuch (Ehrennadel in Bronze) und Ulrich Ortwein (Ehrennadel in Silber). Für das Vereinsjubiläum erhielt Hiltrud Ortwein in Vertretung des gesamten Vorstandsteams noch eine Ehrenurkunde des LSB aus der Hand von Rainer Volk. Für Betina Schuch und Ulrich Ortwein lag dieselbe Urkunde für langjähriges ehrenamtliches Engagement bereit.

Rainer Volk sprach von der Wichtigkeit engagierter Bürger für eine lebendige Gesellschaft. Wachsende Herausforderungen benötigten schöne Worte ebenso wie auch Verantwortliche.

Der Präsident des Hesssischen Turnverbands, Rolf-Dieter Beinhoff, überreichte Helmut Ortwein die Ehrennadel in Silber seines Verbands und wünschte dem TVT kurz und bündig: »macht so weiter wie bisher«.

Stepptanz und Mode aus der Gründerzeit

Die Moderation des Abends oblag Erhard Krug und Ulrich Ortwein. Zu den Darbietungen zählte Stepptanz aus dem Gründungsjahr, auch eine Modenschau von damals. Ein turbulentes Piratenstück brachte in die Mitte des Zelts eine atemberaubende Schau - und »Zugabe«-Rufe. Einstudiert hatten das Julia und Ulrich Ortwein. Zur Unterhaltungsmusik von »Simply Good« wurde im weiteren Verlauf des Festabends noch ausgiebig getanzt. Der offiziellen Feier waren die Totenehrung auf dem Friedhof sowie ein Sektempfang samt Jubiläumsbuffet im Zelt vorausgegangen.

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