02. Dezember 2014, 11:33 Uhr

Neuer Verein will Peter Kurzecks Erbe sinnstiftend pflegen

Staufenberg (no). Als literarische Gesellschaft die Erinnerung an Person und Werke des Schriftstellers Peter Kurzeck pflegen, sowohl vor Ort als Teil des Gemeinwesens und seiner Lokalgeschichte, als auch in Wissenschaft und Bildung – das will der am Montagabend gegründete Verein Peter-Kurzeck-Gesellschaft.
02. Dezember 2014, 11:33 Uhr
Otfried Ehrismann (4. von rechts) und die weiteren Verantwortlichen der Peter-Kurzeck-Gesellschaft Staufenberg wollen das Erbe des Schriftstellers in Ehren halten – und vor allem weitertragen. (Foto: no)

In der Stadt- und Schulmediothek an der Clemens-Brentano-Europaschule Lollar/Staufenberg wählten 32 Versammelte Otfried Ehrismann zum Gründungsvorsitzenden.

Der 73-jährige Professor für deutsche Sprache und ältere Literaturwissenschaften betonte, Kurzeck habe in seinen Werken »Sozialgeschichte eines Dorfes von unten erzählt«. Seiner Meinung nach brauche der neue Verein zwei Standbeine – ein regionales und ein wissenschaftlich ausgerichtetes überregionales. Als »Staufenberger Patriot« wolle er diese beiden Positionen zusammenhalten, damit sie nicht unterschiedliche Wege nähmen.

Ein Ziel: Kurzeck-Lesebuch für Schüler

Von großer Bedeutung sei hierbei die Schule, nachgerade die CBES. Ehrismanns Idee, der im weiteren Verlauf des Abends mehrfach lobend zugesprochen wurde: »Wir sollten ein Lesebuch entwickeln.« Ein Werkzeug also, das dazu angetan ist, Schulkinder auf einfacherem Weg an das Werk Kurzecks heranzuführen, als dies mit dem Erörtern an einem »dicken Schwarten« möglich ist. »Wir müssen Kinder und Jugendliche neugierig machen!«

Zum Stellvertreter des Vorsitzenden wählte die Versammlung den früheren CBES-Lehrer Rolf Steubing. Das nicht sonderlich begehrte Amt des Schatzmeisters konnte Folke Diederich angetragen werden. Erster Schriftführer der Gesellschaft ist CBES-Gymnasiallehrer Thomas Zwerina. Beisitzer sind Ilona Fuchs (Mediothek-Leiterin und Kurzeck-Vertraute), Roland Heger und Hans Fink, Weggefährten des Schriftstellers von Kindesbeinen an, Erika Schellenberger-Diederich (Hessisches Kultusministerium), Volker Hess (Universität Siegen) und Rudi Deuble aus Frankfurt, Lektor im Stroemfeld Verlag und ebenfalls Kurzeck-Intimus.

Mitgründer waren zudem Bürgermeister Peter Gefeller, Harry Oberländer (Hess. Literaturforum Frankfurt), Deubles Kollege Alexander Losse und Kurzecks Tochter Carina Wächter aus Gießen.

Studierende arbeiten mit Kurzeck

Ehrismann und die Seinen streben nun die Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht Gießen an. Alsbald danach wird zur ersten ordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen, die sich dann auch vertiefend mit konkreten Handlungsansätzen zu beschäftigen hat. Dazu zählen konkrete Studierenden-Projekte an den Universitäten Gießen, Marburg und Siegen. Deuble hatte dieser Tage im Gespräch mit dieser Zeitung einen weiteren Band aus Kurzecks Romane-Reihe »Das alte Jahrhundert« für März 2015 angekündigt: »Bis er kommt« formieren die Lektoren aus dem literarischen Nachlass des im November 2013 verstorbenen Schriftstellers und Staufenberger Ehrenbürgers. Das Buch aus Fragmenten und Notizen – gut 16 von eigentlich doppelt so viel geplanten Kapiteln liegen vor – knüpft inhaltlich an die Zeit von »Oktober und wer wir selbst sind« an. Im Herbst 1982 schrieb Kurzeck in Bockenheim an »Kein Frühling«, wohnte noch nicht im südfranzösischen Städtchen Uzès, hatte gleichwohl stets Provence-Kontakt: Sein Freund Jürgen, verlassen von Pascale, der Freundin, stand in Barjac vor einem emotionalen Scherbenhaufen …

Mehr zu Verein und verlegerischen Absichten in Kürze auf www.peter-kurzeck.de und in der Gießener Allgemeinen Zeitung.

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