26. Oktober 2015, 11:23 Uhr

Stellplätze für kleinere Notunterkünfte gesucht

Lollar (vh). 250 Zuhörer kamen am vergangenen Freitag zur einer Informationsveranstaltung von Stadt, Kreis und Diakonie in Lollar zum Thema Flüchtlinge.
26. Oktober 2015, 11:23 Uhr
Heike Spohr bei ihrem Vortrag. (Foto: Volker Heller)

Im Juli 2014 informierten die Stadt, der Landkreis und das Diakonische Werk über den Einzug von Flüchtlingen in Gemeinschaftsunterkünfte; einmal im evangelischen Gemeindehaus Lollar und einmal in der Mehrzweckhalle Odenhausen. Als GU-Standorte mit jeweils 25 Plätzen wurden die Daubringer Straße und Bleichstraße in der Kernstadt sowie die Heidestraße auf der Röderheide benannt. Helferkreise entstanden, Flüchtlinge zogen ein. Aufgrund erhöhten Bedarfs an Flüchtlingswohnraum und -helfern hatten die genannten Akteure nunmehr für den vergangenen Freitag erneut eine Bürgerinformation angesetzt.

Nach Linden und Lich noch Buseck

250 Personen hörten aufmerksam zu, als Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek, Diakonie-Geschäftsführer Holger Claes, sowie Ruth Hoffmann (Kreisverwaltung) berichteten. Mit auf dem Podium war Stadtverordnetenvorsteher Horst Klinkel. Für die Helferkreise sprachen Heike Spohr und Anne Bastian (Röderheide) sowie Christine Schneider und Daniela Schuto (Kernstadt).

Wieczorek erläuterte die Vermeidungsabsicht des Landkreises, Flüchtlinge in Turn- und Sporthallen sowie Gemeinschaftshäuser einzuquartieren. Das bedeute auch Entwarnung für Lollars Vereine. Momentan stelle der Kreis Leichtbauhallen als Notunterkünfte mit jeweils 200 Plätzen auf. Auf Leihgestern folgten hier Lich im November und zudem, auch noch 2015, Großen-Buseck.

Weiter beabsichtige der Kreis den Kauf von bis zu 32 mobilen Notunterkünften aus Holzmodulen. Je Gebäude ist eine Stellfläche von 30 mal 15 Meter erforderlich. Zwei sollen in Lollar aufgestellt werden. Bedeutet eine Kapazität von jeweils 32 Plätzen. Wieczorek bittet Privatpersonen, die einen Stellplatz haben, gern auch Gewerbetreibende, sich im Rathaus zu melden. Noch im November sollen in der Daubringer Straße zwei Gemeinschaftsunterkünfte öffnen mit zusammen 55 Plätzen.

Claes betonte, alle in der öffentlichen Verwaltung mit Flüchtlingen betrauten Menschen arbeiteten »an der Oberkante«. In anderen Kreisen würden Hallen einfach konfisziert. Weil das hier nicht geschehe, sei die Mithilfe der Städte und Gemeinden wichtig. Unverzichtbar seien Freiwillige. Am besten klappe Hilfe, wenn man Flüchtlinge nach tatsächlichem Bedarf frage, ihnen auf Augenhöhe begegne und versuche, die Eintönigkeit ihres Alltags zu mildern.

Hoffmann nannte Zahlen. In 25 Gemeinschaftsunterkünften sowie in Notunterkünften in Heuchelheim (alte Volksschule Kinzenbach, 50 Plätze) und Leihgestern (Leichtbauhalle, 200) lebten aktuell insgesamt 1200 Flüchtlinge, 850 weitere in Privatwohnungen. Macht im Kreis 2050 Plätze außerhalb der HEAE. Neun Sozialarbeiter des Kreises seien für die Flüchtlinge zuständig, nicht alle in Vollzeit. Auf eine Vollzeitstelle kämen 130 Flüchtlinge. Wöchentlich müssten die Sozialarbeiter für 90 bis 120 Menschen eine Unterkunft oder Wohnung finden. Sie arbeiteten somit mehr administrativ als sozial.

Spohr und Bastian machten aus ihren Erfahrungen Verbesserungsvorschläge. Ideal wäre, wenn die Stadt eine hauptverantwortliche Ansprechperson benenne für die Koordination mit Flüchtlingshelfern, Landkreis und Diakonie. Wünschenswert seien die Einrichtung eines Bürgerbusses für Flüchtlinge und andere Personen mit wenig Geld sowie eine zentrale Sammelstelle für Kleider und andere Sachen. Kommunalpolitiker sollten ausdrücklich als Fürsprecher für Flüchtlinge auftreten – betreffs Wohnungen sowie Praktikums- oder Arbeitsmöglichkeiten. Schneider und Schuto suchen vor allem männliche Helfer und solche für Kinderbetreuung, zudem kurdische, arabische sowie albanische Sprachmittler. Der Helferkreis bietet einen Sprachkurs an im evangelischen Gemeindezentrum Lollar, hat mit den Flüchtlingen etliche Feste gefeiert, war mit einem Stand auf dem Schmaadleckermarkt vertreten.

Die Ansprechpartner in Lollar

Hauptamtliche Ansprechpartner für die Flüchtlingsarbeit in Lollar sind Nadine Gierhardt (Sozialverwaltung, Telefon 0 64 06/9 20-1 31, nadine.gierhardt@lollar.info ), die Integrationsbeauftrage Senay Gerlach (Tel. 0 64 06/20 56, 01 57.73 72 65 23), Jugendpflegerin Carolin Müller (Tel. 0 64 06/56 39, carolin. mueller@diakonie-giessen.de ), William B. Henderson, Diak. Werk (06 41/9 32 28-0 o. -18, william.henderson@diakonie-giessen.de ) und Kreis-Sozialarbeiterin Julia Braun.

Unter »Flüchtlingshilfe Lollar« findet man im Internet die Facebook -Seite des Helferkreises Kernstadt, die Seite zum Helferstammtisch und Stellenangebote für Flüchtlinge. Im Aufbau ist ein Blog.

Kontakt zum Helferkreis Röderheide: Christine Schneider (06406-6332) oder Mail fluechtlingshilfe.lollar@gmail.com .

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