15. Oktober 2010, 19:54 Uhr

Lollar: Ausstellung der Modellbahnfreunde

Lollar (js/pm). Lollar und das Lumdatal - dargestellt in Modellen. Seit Monaten laufen die Vorbereitungen für eine Ausstellung im Lollarer Bürgerhaus, die in ihrer Art etwas ganz Besonderes ist. Die Ausstellung wird am Samstag (23. Oktober, 10 bis 18 Uhr) und Sonntag (24. Oktober, 10 bis 17 Uhr) auf großes Interesse stoßen.
15. Oktober 2010, 19:54 Uhr
Eindrücke von der hiesigen Region als Miniaturwelt: Treiser Bahnhof.

Lollar (js/pm). Lollar und das Lumdatal - dargestellt in Modellen. Seit Monaten laufen die Vorbereitungen für eine Ausstellung im Lollarer Bürgerhaus, die in ihrer Art etwas ganz Besonderes ist. Die Ausstellung wird am Samstag (23. Oktober, 10 bis 18 Uhr) und Sonntag (24. Oktober, 10 bis 17 Uhr) auf großes Interesse stoßen. Ausgestellt werden beispielsweise in Modellen, bei denen auf die Details geachtet wurden, der Bahnhof Lollar als Originalnachbau (um 1964, 15 Meter Länge), die Lumdatalbahn Lollar-Londorf auf 25 Metern Streckenlänge, die Autobahnbrücke über das Lumdatal, die Didierwerke Mainzlar, die Bahnhöfe Allendorf/Lumda und Londorf mit Lokschuppen.

Als Modell wurden auch die Lahnbrücke Ruttershausen mit Schrankenposten nachgebaut. Die Modellbahnfreunde Lollar und der Modell-eisenbahn Club Marburg haben die Ausstellung vorbereitet, über die im Vorfeld im Gespräch mit der »Allgemeinen« Jörg Rheinsberg (Modellbahnfreunde Lollar) berichtet. Wie er erläutert, wurden für den originalen Nachbau des Lollarer Bahnhofs (Maßstab 1:87), wie er Anfangs der 60er Jahre des vergangenen Jahrhundert aussah, Tausende von Arbeitsstunden vom Modellbauteam allein für diesen Nachbau aufgewendet.

Der Bahnhof verfügt über 35 Weichen mit den Streckenverzweigungen Richtung Wißmar und die Strecke nach Londorf. Die Lumdatalbahn hat mit ihrer imposanten Länge von 25 Metern viele Nachbauten wie den ersten Bahnhof von Lollar und den Bahnübergang der Marburger Straße/alte Bundesstraße 3 (Baumeister Karlheinz und Björn Wilker, Heiko Wohlfahrt), die Strecke an der Friedrich-Ebert-Straße mit den Originalnachbauten der vielen Mietshäuser durch Manfred Wohlfahrt.

Im Modell zu sehen: der Streckenverlauf um die Kloppmaschin (ehemalige Bruchsteinverladung) und der Einschnitt unter der Autobahnbrücke über das Lumdatal vor Daubringen. »Leider ist der in einer Kurve liegende idyllische Haltepunkt Daubringen noch nicht ins Modell umgesetzt worden. Freiwillige für einige hundert Stunden künstlerische Betätigung werden immer noch gesucht«, so Rheinsberg, der bedauert: »Es fehlen noch die Bahnhöfe Mainzlar und Treis als Originalnachbau«.

Wie Rheinsberg ankündigt, sind auch heimische Industrieanlagen als Miniaturwelt nachgebaut worden: Beeindruckend wirke die Industriekulisse »Schamott«, ehemals Didierwerke Werk Mainzlar, das jetzt zum rhi-Konzern gehört, der weltweit feuerfeste Steine produziert. Frank Altenkirch und André Martins haben die Industriekulisse im Lumdatal wirkungsvoll ins 1:87-Modell umgesetzt. Bis hierhin läuft der Massengutverkehr in Ganzzügen aus den Niederlanden und Österreich.

Allendorf war Jahre lang Kreuzungsbahnhof mit Wasserkran

Zu sehen ist auch der Bahnhof Allendorf. Eberhard Kienholz zeichnet für diese schöne Umsetzung in den Originalzustand anfangs der 60er verantwortlich. Allendorf war Jahre lang Kreuzungsbahnhof mit Wasserkran für die mit Dampfloks bespannten Züge zwischen Lollar und Grünberg.

Rheinsberg führt schon mal »virtuell« durch die hochinteressante Ausstellung: Talaufwärts wechselt die Lumdatalbahn (zwei Kilometer oberhalb Allendorfs) das Tal von der linken zur rechten Seite. Auf einem hohen Damm mit Gegenbogen wird zunächst das Stampfbetonviadukt befahren, darauf folgen zwei unterschiedlich gemauerte Flutöffnungen und die Stahlträgerbrücke über die Kreisstraße Lollar-Grünberg mit dem bergseitigen Feldweg. Nach einem Einschnitt wird der Bahnhof Londorf erreicht. Das Bahnhofsgebäude mit seinen drei unterschiedlich breiten Giebeln wurde, ohne dass Originalpläne zur Verfügung standen, vermessen und nachgebaut. Die Gleisanlagen zeigen den Zustand bis 1959. Alle Verlademöglichkeiten, Seiten- und Kopframpen, Freiladegleis, der Stückgutschuppen mit Rampe und die Lungsteinverladung am Ostende sind zu sehen. Hier endete die ehemalige Standseilbahn aus dem Steinbruch für Londorfs dunkle Steine, beispielsweise für den Kölner Dom. Diese konnten hier auf Flachwagen verladen werden.

In der Werkstatt von Jörg Reinsberg (Ruttershausen) entstand dieses Modell des seit 30. 3. 1991 nicht mehr zu befahrenen Streckenstücks östlich des Allendorfer Bahnhofs bis zum Prellbock hinter dem Endbahnhof Londorf. Bereits 1959 wurde der zweiständige Lokschuppen im Gebiet des Bahnübergangs auf der Westseite abgerissen. Günter Wißner (Londorf) hatte zum Nachbau ein Bild von 1936 zur Verfügung gestellt, das durch Material aus Helmut Richters Eisenbahnmuseum (Beuern) ergänzt wurde. Aus den Abmessungen der beiden in Londorf stationierten Dampfloks der Baureihe 91 und 74 konnte exakt auf die Schuppengröße geschlossen werden, sodass die Größenverhältnisse des angebauten Wasserturms, um den später das Wohnhaus konstruiert wurde, ermittelt werden konnten. Nördlich des Bahnhofs Lollar schließt das Werk der »Buderus’schen Eisenwerke« an, dessen Wasserturm als »Main-Weser-Turm« bekannt ist. Die Fa. Buderus in heutiger Form mit dem Main-Weser-Turm und der bis ins letzte Detail ausgestalteten Buderus-Villa als weiteres Schmuckstück dieser riesigen Modulanlage,entstammt der Idee und dem Know-how des Schreinermeisters Björn Wilker. Richtung »Rudderschhause« schließt ein sehr kurzes Quermodul mit dem alten Schrankenposten 69 zwischen Kirchberg und Ruttershausen an.

Die Lahnbrücke aus dem Jahr 1901 wird ebenfalls ausgestellt

Auch die Lahnbrücke (1901) ist Teil dieses Anlagenstücks. Dieses Modell wurde von Jörg Reinsberg anlässlich des 100sten Geburtstages der Brücke im September 2001 erstellt. Auf der einspurigen Ruttershäuser Lahnbrücke staute sich früher tagtäglich der Kraftverkehr vor den ständig geschlossenen Schranken der Main-Weser-Bahn Frankfurt/M.-Kassel.

Beiderseits des großen Modellbahnhofs Lollars schließen sorgfältig gestaltete Modellbahnabschnitte aus der Werkstatt des »Modelleisenbahn Clubs Marburg/L.« an. Zwischendurch kann man auf den Tischen der Börsenanbieter schauen und handeln.

8Die Ausstellung ist geöffnet am Samstag (23. Oktober, 10 bis 18 Uhr) und Sonntag (24. Oktober, 10 bis 17 Uhr). Auch gibt es eine Börse für die Modellbauer. Weitere Infos www.modellbahnfreunde-Lollar.de.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Bahnhöfe
  • Buderus AG
  • Dom zu Köln
  • Helmut Richter
  • Kölner Dom
  • Londorf
  • Lumdatal
  • Mainzlar
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 10 / 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.