21. November 2010, 20:10 Uhr

Gedenkstein für Ludwig Bodenbender in Salzböden

Lollar (vh). Zu Ehren des vielleicht größten Sohns von Salzböden, Ludwig Bodenbender (1891 bis 1962), hat die Stadt Lollar auf dem Dorfplatz einen Findling mit einer Gedenktafel an Bodenbender aufgestellt.
21. November 2010, 20:10 Uhr
Ehrung für einen bedeutenden Salzbödener: (von links) Ortsvorsteher Hartmut Müller, Enkelin Ursula Rolshausen, Bodenbenders Sohn Werner Bodenbender, Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek, Stadtverordnetenvorsteher Peter Zecher am Gedenkstein für Ludwig Bodenbender. (Foto: vh)

Lollar (vh). Zu Ehren des vielleicht größten Sohns von Salzböden, Ludwig Bodenbender (1891 bis 1962), hat die Stadt Lollar auf dem Dorfplatz einen Findling mit einer Gedenktafel an Bodenbender aufgestellt.

»Mein Großvater gehört ins Dorf und nicht ins Neubaugebiet«, sagte Ursula Rolshausen, stellvertretende Ortsvorsteherin von Salzböden vergangenes Jahr in der Dezembersitzung des Ortsbeirats. Nach knapp einem Jahr ist es nun soweit.

Damals im Ortsbeirat machte der Vorschlag die Runde, eine vorhandene Ortsstraße nach Ludwig Bodenbender umzubenennen. Weil eine solche Umbenennung jedoch zu teuer wäre und Bodenbenders Enkelin Rolshausen im Neubaugebiet ohnehin keinen Identifikationspunkt entdecken konnte, kam schließlich der Dorfplatz ins Spiel. Praktischerweise trägt dieser Bereich an der Ecke Talstraße/Steinkauter Weg/Bornrain bisher noch keinen offiziellen Namen - außer Dorfplatz. Also musste hier nichts umbenannt, sondern schlicht benannt werden, und zwar in »Ludwig-Bodenbender-Platz«.

Enkelin Rolshausen stellte in der ersten Ortsbeirats-Sitzung 2010 ordnungsgemäß einen Antrag, der Ortsbeirat stimmte diesem zu, und im Sommer sprach sich auch der Magistrat für die Ehrung aus. Bodenbender, ein »Salzbödener Bub«, war einer der »Verfassungsväter« der damals in Gründung befindlichen Bundesrepublik, nämlich Mitglied des Parlamentarischen Rates, und damit einer von 65 ausgewählten Personen, die 1949 das Grundgesetz erarbeitet hatten.

Bereits 1924 war Ludwig Bodenbender vom Salzbödener Gemeinderat als erster sozialdemokratischer Bürgermeister gewählt worden. Als eingefleischter »Sozi« geriet er mit den hochkommenden Nationalsozialisten über Kreuz, wurde 1933 in seiner Funktion abgesetzt, aber im Juni 1945 erneut zum Bürgermeister von Salzböden berufen.

Am 14. Januar 1953 erfolgte die Ernenneung als hessischer Staatsminister für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten im Kabinett von Ministerpräsident Georg August Zinn. Im Zuge einer Regierungsumbildung verlor Bodenbender sein Ministeramt nach nur zwei Jahren. Er gehörte von 1946 bis zu seinem Tode dem hessischen Landtag an und war dort Mitglied im Ausschuss für Wiederaufbau sowie im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft.

Von November 1949 bis Januar 1953 sowie von Januar 1955 bis Januar 1959 war er Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion. Bodenbender wurde 1956 mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern ausgezeichnet.

Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek erinnerte in seiner Ansprache an wichtige Daten im Lebenslauf und hob die große Bedeutung Bodenbenders hervor.

Enkelin Ursula Rolshausen dankte allen, die den SPD-Antrag unterstützt hätten, egal in welcher Funktion.

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