23. August 2012, 16:23 Uhr

»Theater Traumstern« bringt Musical »Hair« auf die Bühne

Lich (nab). Was passierte, als Hippies die »Traumstern«-Bühne stürmten und im Publikum Sonnenblumen verteilten? »Leeeeet the Sunshine … leeeet the Sunshine in!« sangen die Zuschauer aus vollem Halse im restlos besetzten Kinosaal zum fulminanten Finale von »Hair«: Am Mittwoch feierte das »Theater Traumstern« mit dem Hippie-Kultmusical im ausverkauften Haus Premiere.
23. August 2012, 16:23 Uhr
Regisseur und Darsteller des Berger: Daniel Komma.

Und ein kleines Jubiläum, denn »Hair« ist die zehnte Produktion des vor sechs Jahren von Daniel Komma und Sebastian Hartings gegründeten Theaters. Kein Besucher konnte ruhig sitzen bleiben, alle mussten sich bewegen und singen – für Liebe, Freiheit, Frieden. All das evozierten die vielen großen und kleinen Helfer, vor und hinter der Bühne. In bunten Kleidern und farbigen Hosen, mit großen Sonnenbrillen und mit langen Haaren hieß die Devise: Peace und Flowerpower. Mit Leichtigkeit gelang es den rund 60 Darstellern und Musikern, die über ein Jahr für »Hair« geprobt hatten, die Zuschauer fast 50 Jahre in die Vergangenheit zu katapultieren. Just wenige Tage nach dem Tod von Scott McKenzie, der 1967 mit »San Francisco (Be Sure to Wear Flowers in Your Hair)« die Hymne der Flower-Power-Bewegung gesungen hatte.

New York, Ende der 1960er Jahre: Blumen, lange Haare, Liebe, (Vietnam-)Krieg und Protest. Claude Hooper Bukowski (gespielt von Johannes Ehlert), Sohn polnischer Einwanderer, will für die Vereinigten Staaten in Indochina in den Krieg ziehen. Dann lernt er im Park eine Gruppe junger Menschen rund um den charismatischen Berger (Daniel Komma) kennen und verliebt sich in Sheila (Sophie Holtij). Während die Gruppe mit weiteren Protagonisten wie Woof (Yannic Koch), Jeanie (Melija Huppertz), Krissy (Annika Leidner) gern Drogen konsumiert und gegen Kriege protestiert, rückt für Claude die Einberufung immer näher. Er ist hin- und hergerissen zwischen beiden Welten – zwischen Patriotismus und Pazifismus? Auf die Eltern (Yvonne Görges, Edgar Reinhardt) hören oder einen eigenen Weg gehen? Im Krieg landen oder im Gefängnis?

Vor rund 45 Jahren schrieben Gerome Ragni und James Rado Drehbuch und Liedtexte sowie Galt MacDermot die Musik für ein Bühnenstück, das zu keiner Zeit und auch nicht in Lich von seiner Faszination zu verlieren scheint. Regisseur Daniel Komma und Sebastian Hartings (Technik, Requisite) schaffen es mit einer Vielzahl von Helfern und in Zusammenarbeit mit der Gesamtschule Hungen, dass dDie eingängigen Melodien und die englischen Liedtexte unter die Haut gehen. Es wird gesungen und getanzt, was das Zeug hält – auch unter den Zuschauern.

Mit Band, Orchester und Chor

Vor allem auf die Musik haben diesmal die »Theater Traumstern«-Macher bei der Inszenierung von »Hair« den Schwerpunkt gelegt. Erstmals spielte mit »GesaHu-Winds« eine eigens gegründete Band, dazu ein Orchester aus Streichern, Blechbläsern, Holzbläsern und Glockenspiel der Musikschulen Hungen und Lich unter Leitung von Christiane Anderle, Jens Kempgens und Christine Theiß. Und zum dritten Mal trug der Jugendchor »Songlines« von der Musikschule Lich unter Leitung von Peter Damm zum Gelingen einer Aufführung des »Theater Traumstern« bei.

Lieder wie »Be-In/Hare Krishna«, »Where do I go?« und »I believe in Love« verdeutlichen das Lebensgefühl einer ganzen Generation: Hippiebewegung, Auflehnung gegen die Elterngeneration, Flucht in Träume durch Drogen, die Schrecken des Krieges und die Frage nach dem Sinn des Lebens inklusive. Natürlich fehlten bei der Aufführung nicht die Klassiker »Good Morning, Starshine«, »I got Life«, »Aquarius« und »The Flesh Failures (Let the Sunshine in)«.

Morgen geht’s in Hungen weiter

Die Tänze hat Vanessa Wagner choreografiert und gleichzeitig die Rolle der kecken Dionne übernommen. Für die Kostüme zeichnete Doris Blasini verantwortlich, für die Maske Natascha Pranz. Als besonderer Gast berichtete Ilse Schrape aus ihrer Jugend und ihrem »Woodstock« auf der Insel Fehmarn – im September 1970, beim letzten Auftritt von Jimi Hendrix.

Für das Musical, das bei der Produktion vom Verein »künstLich« und dem Kino »Traumstern« mitgetragen wird und auch noch einmal am Donnerstag im Kino aufgeführt wurde, sind weitere Vorstellungstermine zu nennen: Morgen, Samstag, und Sonntag, jeweils um 20 Uhr, in der Gesamtschule in Hungen sowie am 1. und 2. September. Dann gastieren die Hippies erneut im Kino »Traumstern« (jeweils 11 Uhr).

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