11. August 2011, 17:45 Uhr

Das Erlebnis Licher Stadtturm noch weiter steigern

Lich (bb). Er war und ist das Wahrzeichen der Stadt, und er beherbergt die Glocken der Marienstiftskirche. Viele Jahre lang stand mancher Licher direkt vor ihm oder schaute von der Ferne auf ihn mit dem einen wehmütigen Gedanken: Von dort oben müsste der Blick auf die Stadt doch ganz phantastisch sein.
11. August 2011, 17:45 Uhr
Hoch oben im Turm: (von links): Franz-Gerd Richarz, Hannelore Rischmann und Herman Otto Solms. (Foto: bb)

Aber hoch konnte man eben nicht. Nun wissen bereits viele Bürger in Lich: Ja, er ist wunderbar. Aber nicht nur der Blick lohnt einen Aufstieg über die neue, robuste, optisch passende und gut zu gehende Treppe: Der Turm selbst ist ein Ereignis. Und das Erlebnis Stadtturm soll noch weiter gesteigert werden.

Verlässlich und wahrhaftig

Die Turmfreunde – 2006 beim Start waren es vier Frauen und zwei Männer, heute sind es rund zwei Dutzend engagierte Licher Bürger – sind es, die das Projekt zielstrebig vorantreiben, die Ideen haben, aber sich nicht in Utopien verlieren. Alles, was geplant ist, muss zu dem Turm, muss zu Lich passen, sagt »Turmfreund« Franz-Gerd Richarz. Und geplant ist eine ganze Menge, und was in den vergangenen fünf Jahren bereits umgesetzt wurde, wissen alle Interessierten.

Alle Projekte, sagt Richarz, stehen unter dem Motto »VW2«, – und das soll auch so bleiben. Die etwas kryptische Bezeichnung hat eine klare Bedeutung. V steht zum einen für Verlässlichkeit. Was angesagt wird, wird auch eingehalten. Das W bedeutet zum einen Wahrhaftigkeit in seinen vielen Facetten. Man will authentisch sein, verlässlich und dazu gehört für die Turmfreunde auch Beständigkeit. Das werde unter anderem daran deutlich, dass der Turm ab August jeden Sonntagnachmittag geöffnet sei. Jeweils um 14 und 15 Uhr gibt es Führungen. Im Winter wird pausiert.

Im kommenden Jahr geht die Saison vom 1. April bis zum 30. Oktober. Es ist ratsam, sich dazu anzumelden, am besten geht das beim Bürgerbüro der Stadt Lich unter Telefon 06404/806-100. Sonderführungen sind übrigens auch möglich. Sonntags vernetzt man sich so mit anderen Attraktionen der Stadt: Morgens hat das Heimatmuseum geöffnet, mittags die Bibliothek und schließlich steht ab 14 Uhr der Stadtturm offen. Wichtig für Gäste: Alle Führungen sind auch in englischer Sprache möglich.

Vernetzt und stetig wachsend

Das zweite W steht für Wachstum, und da geht es vor allem um neue Angebote. Hier sind die Macher wie erwähnt äußerst kreativ. Geplant sind unter anderem eine Zusammenarbeit mit allen Licher Schulen (die Stadtgeschichte soll dabei Thema sein), Dauerausstellungen zum Thema historisches Handwerk und schließlich auch das: Im Verlies soll künftig geheiratet werden dürfen – hinter vier Meter dicken Mauern, da dürfte jede Ehe halten. Dabei ist man in diesem Herbst auch beim »Tag des offenen Denkmals«. Auf dem bundesweit verteilten Werbeprospekt ist der Licher Stadtturm auf der Titelseite bestens platziert. Die frühere Türmerwohnung soll künftig einer kulturpädagogischen Nutzung zugeführt werden.

Bleibt noch das zweite V – und das steht für Vernetzung: Eng zusammenarbeiten will man mit dem Kloster Arnsburg, und man sieht sich auch als Partner der Licher Gastronomie. Die bekannten Planwagenfahrten und Stadtführungen können in den Lokalen der Stadt in gemütlicher Runde enden. Die Erfolgsgeschichte geht also weiter, und das alles wird von rund 20 Mitarbeitern des engeren Turmfreundekreises geleistet. Schöner ist das Bauwerk übrigens innen auch schon geworden: Schon zur Eröffnung im Mai hatten die Turmfreunde das alte Gemäuer herausgeputzt. Eine Innenbeleuchtung lässt den Turm zu besonderen Anlässen weithin erstrahlen. Und ganz oben kann man sich auf anspruchsvoll gestalteten Schautafeln über die Geschichte der Stadt, des Turms und des Landes informieren. Einen größeren Betrag für die Tafeln gespendet hat der Licher Bundestagsabgeordnete Hermann Otto Solms. Der hatte sich zu seinem 70. Geburtstag nichts schenken lassen, sondern um Spenden gebeten, gezielt für Licher Einrichtungen.

Turmfalken zur Untemiete

Zufrieden mit der Entwicklung im und um den Turm sind nicht nur die Turmfreunde, auch die Turmfalken als Untermieter sind offenbar ganz angetan. Die ließen sich jüngst bei einem Fototermin ganz ungeniert ablichten – das Pärchen hockte auf dem First der gegenüberliegenden Marienstiftskirche.

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