24. Juni 2014, 18:48 Uhr

Ausstellung im Licher Rathaus über Schafe und Hutungen

Lich (nab). Um Schafhaltung und Schafe als Hüter der Hutungen mit ihrem artenreichen Magerrasen dreht sich die Wanderausstellung »Behütete Weiden«, die nun bis zum 25. Juli im Licher Rathaus zu sehen ist.
24. Juni 2014, 18:48 Uhr
Bernd Klein, Marion Löhr-Böger und Robert Parr und Bodo Fritz (v. l.). (Foto: nab)

Am Montag wurde die Schau eröffnet, die auch die Zusammenhänge zwischen der Erhaltung der Magerrasen, der landwirtschaftlichen Nutzung durch Schäfer sowie den ehrenamtlichen Einsatz durch Naturschützer bilderreich erläutert.

Auf 23 Stellwänden können sich Besucher über die historische Schafhaltung, die Hutungen als Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten sowie das »Life+«-Projekt »Wetterauer Hutungen« informieren, berichtete Diplom-Biologin Marion Löhr-Böger, die die Schau konzipiert hat. Diese wertvollen Hutungen sind in den vergangenen 100 Jahren durch Nutzungsaufgabe oder -intensivierung stark zurückgegangen, so dass sie in Deutschland zu den geschützten Biotopen zählen, so Löhr-Böger. Durch ihr Fressverhalten und ihre Klauen, die beim auftreten offene Stellen auf dem Boden hinterlassen, ermöglichen sie, dass kleinwüchsige Pflanzenarten auf Mineralböden keimen. Und die Tiere tragen zum Artentausch bei, weil sie in Fell, Hufe und Darm bis zu 10 000 Pflanzensamen von etwa 100 verschiedenen Arten transportieren können. Im Zuge des Life-Projekts, das Ende des Jahres ausläuft, und mit 4,1 Millionen Euro budgetiert war, von denen die EU die Hälfte trägt, wurden im südlichen Teil des Landkreises und im nördlichen Teil der Wetterau viele Maßnahmen zum Erhalt der Hutungen umgesetzt.

Dass die traditionellen Weideflächen nur durch die Beweidung mit Schafen und Ziegen und das vielfache Engagement ehrenamtlicher Helfer bewahrt werden können, machte Bürgermeister Bernd Klein deutlich, der auch Vorsitzender der Landschaftspflegevereinigung Gießen ist. »Das lohnt sich nicht in Geld, aber in Lebensqualität«, so Klein. »Wir haben Glück, in einem der landschaftlich schönsten Gebiete Hessens zu leben, mit einer weitgehend intakten und gepflegten Natur, wofür viele beitragen.« Die Schäferei sei wichtig, ohne sie hätte man das Problem, die Flächen zu bewirtschaften. Klein begrüßt, dass auch viele Gastronomen wieder auf heimisches Lammfleisch oder Käse aus Schafmilch setzen. Aber die Verbraucher seien noch mehr gefragt, regionale Produkte zu kaufen. »Damit wird auch vor Ort eine Wertschöpfungskette in Gang gesetzt«, so Klein. Wenn Beweidungkonzepte nicht funktionieren, dann gibt es Probleme mit den Flächen, stimmten Bodo Fritz und Robert Parr vom VNULL Langd zu. Die ehrenamtlichen Naturschützer setzen im Zuge des Life-Projekts am Köppel in Langd afrikanische Bursenziegen ein.

Auch Schulklassen und Vereine sollen sich gerne mit dem Thema auseinandersetzen. Führungen mit Fritz und Parr durch die Ausstellungen können über die Internetseite www.wetterauer-hutungen.de gebucht werden. Dort gibt es auch unter der Rubrik »Angebote« ein Quiz für Kinder und alle Bilder und Texte der Ausstellung können als PDF-Datei abgerufen werden. In Hungen ist die Ausstellung Ende August wieder beim Schäferfest zu sehen. Dann soll auch mit einer Tagung und diversen Führungen der Abschluss des Projekts begangen werden.

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