29. Februar 2012, 18:58 Uhr

Asklepios Lich: Marburger Bund spricht von »Machtallüren«

Lich (us). Vor einem Monat hat Petra Kempf, die neue Geschäftsführerin der Asklepios-Klinik Lich, ihre Arbeit aufgenommen. Am Mittwoch hat sie sich in einer Betriebsversammlung den Mitarbeiternvorgestellt, dabei Auskunft über die Situation des Hauses gegeben und gleich den Zorn der Ärztegewerkschaft Marburger Bund erregt.
29. Februar 2012, 18:58 Uhr

Kempf habe die Gewerkschaftsvertreterin des Marburger Bundes und den Vertreter von Verdi zum Verlassen der Betriebsversammlung aufgefordert, »um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ohne störende Anwesenheit der Gewerkschaften die wirtschaftliche Lage erläutern zu können«, heißt es in einer Pressemitteilung des MB. »Diese Provokation der Ärztegewerkschaft ist ungeheuerlich«, sagte Udo Rein, der Geschäftsführer des Marburger Bunds in Hessen. Rein weist darauf hin, dass die Ärzte in den vergangenen Jahren durch Verzicht auf einen Teil der Altersversorgung zur wirtschaftlichen Sanierung der Klinik beigetragen hätten. »Zum Sanieren waren wir gut, jetzt sind wir nicht mehr erwünscht«, äußerte Rein, der das Verhalten der Asklepios-Geschäftsführerin als »Machtallüren« wertet.

»Mit Tarifpartnern nichts zu tun«

Aus Sicht von Kempf stellt sich die Sachlage ganz anders dar. Sie habe gleich nach ihrem Antritt in Lich den Betriebsrat gebeten, eine Betriebsversammlung einzuberufen. Es sei ihr darum gegangen, sich den Mitarbeitern vorzustellen, den Betriebsrat dabei einzubeziehen und intern die wirtschaftliche Lage zu erörtern: »Wo stehen wir? Wo wollen wir hin?« Dem Vorschlag des Betriebsrats, mit einem Verdi-Vertreter bei dieser Gelegenheit auch die Tarifstruktur zu erörtern, habe sie unter der Bedingung zugestimmt, »dass das getrennt wird«. Und über die Anwesenheit der MB-Vertreterin sei sie gar nicht informiert gewesen. Ihre Ausführungen zur wirtschaftlichen Lage hätten mit Tariffragen nichts zu tun gehabt, insofern habe die Anwesenheit der Gewerkschaftsvertreter an dieser Stelle nicht gepasst. »Sie zeigen den Auszug Ihres Girokontos ja auch nicht jedem.« Und auch öffentlich wollte sie sich zu den Zahlen nicht äußern. Nur soviel: Das Unternehmen befinde sich nicht in einer gefährdeten Situation. Die Sanierung des Bettenhauses werde weitergehen, sobald die bürokratischen Hürden genommen und die Zuschüsse genehmigt seien. Mit dem Beginn der Arbeiten rechne sie im Herbst.

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