18. März 2015, 10:03 Uhr

Neustart fürs Jugendgästehaus in Laubach

Laubach (tb). Die Lage mitten in Deutschland, die gute Ausstattung des 2006 für eine Million Euro renovierten Gästehauses, erste Signale für Kooperationen vor Ort, das Potenzial ob der immerhin 110 Betten in 31 Zimmern – für Jochen Bantz ist das Anwesen mit herrlichem Blick auf Laubach der »Jackpot«.
18. März 2015, 10:03 Uhr
Gute Aussichten fürs Gästehaus: Bürgermeister Klug (rechts) und Jochen Bantz vom neuen Betreiber, der gemeinnützigen Gesellschaft »TOKOLive«. (Foto: tb)

Bantz zeichnet verantwortlich für die »TOKOLive« gUG (Hamburg). Die gemeinnützige Unternehmergesellschaft dieses Namens ist vom 1. Mai an neue Pächterin der ehemaligen Jugendherberge Laubach.

Die Hamburger bieten seit zehn Jahren Freizeiten vor allem für Kinder aus dem ADHS-Spektrum an. Ein bisher genutztes Haus in Hohen Pritz (Mecklenburg-Vorpommern) wurde im Herbst verkauft, die Suche nach einem neuen Domizil und ein Hinweis eines befreundeten Immobilienmaklers sollten den Hamburger zu Jahresbeginn nach Laubach führen.

Vom Objekt begeistert, stand für Bantz die Unterzeichnung des Pachtvertrags – zunächst für drei Jahre, mit Option auf Verlängerung um zehn Jahre – außer Frage.

Nicht anders sahen es bald auch die Vertragspartner: der Trägerverein Hessisches Wassersportzentrum wie auch die Stadt Laubach, die die kreiseigene Ex-Jugendherberge in Erbpacht besitzt. Unter mehreren Bewerbern, darunter auch örtliche Gastronomen, entschied man sich für »TOKOL« (»The Other Kind Of Live«).

Seit 2007 war das Haus am Ramsberg an die »Eichsfelder Hütte/Burg Katlenberg« verpachtet gewesen, seither mieteten sich dort wassersporttreibende Vereine ein, um im nahen Hallenbad zu trainieren. Ende des Vorjahres, nachdem laut Bürgermeister Klug mehrfach die Pacht nicht überwiesen worden, das Verhältnis ohnedies »zerrüttet« war, habe man die Reißleine ziehen, den Vertrag kündigen müssen.

»Langfristig gesichert«

Jetzt also der Neustart. Dass der gelingt, darin zeigte sich Jochen Bantz bei der gestrigen Präsentation des Konzeptes zuversichtlich. Nur zwei Indizien: Bereits nach kurzer Zeit habe der Anbieter von Fortbildungen und Freizeiten für Kinder und Jugendliche aus dem ADHS-, Autismus- und Hochbegabten-Spektrum Buchungen von 6200 Übernachtungen vorliegen. Allein für die restlichen acht Monate. Der Hamburger: »Wir werden von Anfragen erschlagen.«

Zu den weiteren Angeboten der Gesellschaft, etwa für betroffene Familien samt Fortbildungen, zu den Betreuerworkshops, den Schulungen für Fachkräfte, etwa durch ADHS-Expertin Cordula Neuhaus, zu den Jugendfreizeiten mit Coaching, Psychoedukation, Bewerbungstraining, Alltagshilfen et cetera hinzu kommt noch all das, was es bisher schon im Haus am Ramsberg gab.

Weiter vorrangig sind so auch für das neue »Jugendgästehaus Laubach/Hessisches Wassersportzentrum« die Trainingsaufenthalte der Vereine aus dem Bereich DLRG, Tauchen, Schwimmen. Die machten im Vorjahr immerhin noch rund 1200 Übernachtungen (»59 Vereine zu Gast«) aus. Die Frequentierung durch andere Verbände, die Stadt oder für private Feiern dazugerechnet, sieht der Betreiber ein wirtschaftlich tragfähiges Fundament. Aktionen wie ein Sommerfrühschoppen auf der Terrasse oder Feste an der Grillhütte für die Laubacher sollen hinzukommen. Allerdings werde es keine Sieben-Tage-Gastronomie geben. Durchgehend Personal vorhalten, das rechne sich nicht, betonte Bantz. Der sieht weitere Potenziale, gerade in Kooperation mit örtlichen Institutionen, darunter das Kolleg. Zunächst aber lautet die Devise: »Erst mal ankommen, kleine Schritte machen, alles kennenlernen.«

Am Ende des Pressegesprächs zeigten sich Bantz wie Klug gleichermaßen optimistisch, das langfristige Fortbestehen eines für den Fremdenverkehrsort Laubach immens wichtigen Hauses gesichert zu haben. (tb)

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