23. März 2011, 11:45 Uhr

Mit Festakt »neues« Museum Laubach gefeiert

Laubach (tie). Mit einem Festakt im Sitzungssaal des Laubacher Rathauses, den Dr. Klaus Simonsen als 2. Vorsitzender des Heimatkundlichen Arbeitskreises Laubach e.V. moderierte, wurde soeben der Abschluss der Umbauarbeiten im Museum Fridericianum begangen.
23. März 2011, 11:45 Uhr
In Würdigung großen Einsatzes für die Neugestaltung des Museums erhielten Kurt Stein, Elisabeth Rößler und Dr. Kari Kunter (Mitte, von links) die Ehrenplakette der Stadt Laubach; das Foto zeigt sie mit Bürgermeister Peter Klug, Stadtverordnetenvorsteher Alfred Schäfer und Erstem Stadtrat Lothar Birke. - Rechts ein Blick ins Museum, hier das Werk der Kirchturmuhr. (Fotos: tie)

HAK-Vorsitzender Kurt Stein hieß die rund 100 Gäste, darunter Vertreter des Hessischen Museumsverbands, willkommen. Er dankte allen Beteiligten, die zum Gelingen der Umgestaltung beigetragen hatten - ob es sich nun um handwerkliche Unterstützung, fachliche Beratung, Fotos von Hobbyfotografen sowie die Bereitstellung von Dokumenten oder Exponaten handelte. Stein zeichnete den Weg bis zur Fertigstellung nach - der hatte 2003 mit der Neuwahl des Vorstands begonnen.

Damals waren die Besucherzahlen seit Jahren rückläufig gewesen, die Ansprüche an ein Heimatmuseum hatten sich geändert. Glücksfall: Die Wetterfelderin Dr. Kari Kunter vom Vor- und Frühgeschichtlichen Seminar der Uni Marburg bot sich mitsamt ihren Studenten an, ein museumspädagogisches, den gewandelten Ansprüchen gerecht werdendes Konzept zur Umgestaltung zu erarbeiten.

Konzept: Laubacher Themen Schwerpunkte

Nach rund eineinhalb Jahren stand das Konzept, das bauliche Gegebenheiten, Raumaufteilung und Exponate berücksichtigte und Schwerpunkte auf typische Laubacher Themen setzte. 2005 wurde das Konzept dem HAK vorgestellt und vom Hessischen Museumsverband als förderungswürdig anerkannt. Finanzielle Unterstützung sicherte auch der damalige Bürgermeister Spandau als Vorsitzender der Stadtwaldstiftung Laubach zu, die den größten Teil der Kosten stemmte. Kurt Stein wörtlich: »Im September 2006, wir hatten gerade das 25-jährige Bestehen des Museums gefeiert, wurde es ernst. Das Museum wurde geschlossen und mit dem Einbau der Heizung begonnen. Objekte mussten ausgelagert bzw. vor dem Baustellenschmutz mit Planen geschützt werden.« Unter Anleitung des Museumsverbands begann zugleich die Inventarisierung - eine Sisyphusarbeit bei mehreren tausend Exponaten.

Am 18. Mai 2008 konnte das Fridericianum mit seinem - dem museumspädagogischen Konzept ebenso entsprechenden - neuen Rundgang im Erdgeschoss nach 18 Monaten wiedereröffnen und die ersten umgestalteten Räume präsentieren. Ein Jahr darauf war bereits der erste Stock zum größten Teil geschafft, und nach viereinhalb Jahren intensiver Arbeit - insbesondere des Vorsitzenden, der Museumsbeauftragten Elisabeth Rößler und Dr. Kari Kunter - war dann der zweite Stock fertig, das ambitionierte Projekt erfolgreich abgeschlossen.

Aus Mitteln des Konjunkturpakets des Bundes (80 000 Euro) wurde schließlich 2010 noch die Außenfassade wieder in den originalen - verputzten - Zustand versetzt. Stein dankte besonders Bürgermeister Peter Klug und seinem Amtsvorgänger Spandau für die Mittel der Stadtwaldstiftung und die Unterstützung durch den städtischen Bauhof sowie dem Hessischen Museumsverband (dessen Zuschüsse belaufen sich auf gut 100 000 Euro). Dank ging ebenso an Projektleiter Thomas Scheuermann und den Grafiker Wolfram Zeckai, die stets geduldig und engagiert auf die Wünsche des Museumsteams eingingen. Zur Erinnerung an die gute Zusammenarbeit bekamen sie als Präsent das Museum Fridericianum - aus Marzipan.

124 000 Euro allein von Stadtwaldstiftung

Bürgermeister Klug meinte, die liebevoll zusammengetragenen Exponate fügten sich zu einem Ensemble zusammen, das viele Facetten menschlicher Existenz berühre. »Das Museum will bewahren, was war; es will dazu beitragen, dass auch künftige Generationen in unmittelbarer Begegnung mit alten Schätzen etwas über ihre Vergangenheit erfahren können.« Klug erwähnte aber auch, dass für die Umgestaltung allein von der Stadtwaldstiftung 124 100 Euro aufgebracht wurden. Die Umgestaltung allerdings wäre ohne den persönlichen Einsatz von drei Personen - er nannte die Namen Stein, Rößler und Kunter - nicht möglich gewesen: Darum überraschte der Bürgermeister diese mit der Verleihung der Ehrenplakette der Stadt Laubach, die sie für ihren jahrelangen intensiven Einsatz für die Umgestaltung leisteten. Klug: »Das Fridericianum hat seinen festen Platz in unserer Stadt, es ist eine Bereicherung unseres kulturellen Angebots. Es trägt dazu bei, mit unserer Geschichte auch das Unverkennbare unserer Region und ihrer Bewohner zu bewahren. « Es folgten Grußworte von Alt-Bürgermeister Spandau sowie von Reinhard Pfnorr (Museumsleiter Nidda), der die Glückwünsche des Hessischen Museumsverbands überbrachte. Pfnorr appellierte besonders an die Schulen, in dem vorbildlich gegliederten Museum Unterrichtstoff greifbar zu vermitteln.

Beeindruckender Vortrag von Dr. Kunter

Zum Höhepunkt der Festveranstaltung wurde der Beitrag von Dr. Kari Kunter. Sie entführte die Zuhörer in einem beeindruckend lebendigen Vortrag auf eine Reise in vergangene Zeiten, wofür ihr die Besucher Standing Ovations zollten. Die sieben Epochen wurden musikalisch von Wolfgang Rößler (Trompete) und Hildegard Kammer (Geige) mit entsprechenden Musikstücken untermalt; zudem trug Richard Semmler mit der Drehorgel zum passenden Ambiente bei. Elisabeth Rößler dankte schließlich allen Helferinnen und Helfern, Sponsoren und Exponate-Spendern, ehe sie zur Besichtigung des Museums einlud, der die rund 100 geladenen Gäste gerne folgten.

*

Am Sonntag ist das Museum von 10 bis 17 Uhr geöffnet; ab April Sa. u. So. von 14.30 bis 16.30 Uhr und jeden ersten Mittwoch im Monat 10 bis 12 Uhr geöffnet. Gruppen sind nach telefonischer Vereinbarung zu gewünschten Zeiten willkommen.

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