03. Dezember 2015, 09:43 Uhr

Lückenschluss mit Potenzial

Laubach (tb). Noch bestimmen Reste von Weißdorn, Indischem Springkraut und vor allem grober Schotter das Bild. Noch. Denn im Frühjahr sollen hier bereits Radler und Inlineskater ihre helle Freude haben, soll der Radweg von Hungen-Villingen zum Gemarkungsteil »Sträuches« oberhalb von Wetterfeld fertig sein.
03. Dezember 2015, 09:43 Uhr
(Foto: Red)

Am Mittwoch erfolgte der »erste Spatenstich« für die mit 665 000 Euro veranschlagte Maßnahme. Auf den Startschuss hatten die Befürworter rund zehn Jahre warten müssen.

An die lange Vorgeschichte – erwähnt sei hier nur der Parlamentsbeschluss pro Radwegebau Hungen-Laubach-Freienseen 2005 oder der Verzicht auf die bereits bewilligte Landesförderung 2010 – erinnerte gestern auch Bürgermeister Klug. Jetzt aber überwiege die Freude, »da es doch noch mit dem Lückenschluss klappt – wenn auch erstmal nur bis zu ›Sträuches»«. Er hoffte freilich, dass es »irgendwann« weitergehe, zunächst weiter auf der alten Bahntrasse bis Wetterfeld (aktuell werden die Radfahrer mit Ziel Laubach am »Sträuches« über den von Röthges kommenden Verbindungsweg zum »Promilleweg« verwiesen). Laubachs Bürgermeister wörtlich: »Der Weiterbau wäre sinnvoll, aktuell aber gibt es dazu keine Willensbekundungen aus der Politik.« Wie Planer Dr. Wulf Rüthrich ausführte, erstreckt sich jetzt ausgebauter Abschnitt über 2,9 Kilometer. Somit ein Viertel der bis 1959 für den Personen-, bis 1997 für den Güterverkehr genutzten Bahnstrecke Hungen-Laubach, wobei die sechs Kilometer jenseits der Gemeindegrenze bereits 2010 zum Radweg ausgebaut worden waren.

Fernziel: Anschluss an Vogelsberg

Wieder Rüthrich gab ebenso seiner Hoffnung auf Fortführung des Radwegs auf der Bahntrasse Ausdruck; auch wegen der herrlichen Aussicht aufs Wettertal. Mit Abschluss des ersten Abschnitts im Frühjahr aber würden schon mal auch die Anschlüsse nach Röthges und Ruppertsburg geschaffen sein. »Insgesamt bereits eine gute Erschließungsfunktion.« Der Ausbau entspricht dem Standard auf Hungener Seite. Heißt: 2,5 Meter breit, 0,5 Meter Bankette beidseits, zwei Schichten Asphalt, obenauf eine Feinschicht mit sehr geringem Rollwiderstand. Die Kosten werden auf 665 000 Euro geschätzt, das Land schießt 412 000 Euro zu, die Stadt trägt also 235 000 Euro. Im Einzelnen fallen für den Grunderwerb 87 000 Euro, für den Bau 367 000 Euro sowie für Planung/Genehmigung 115 000 Euro an. Fehlen nur noch die 96 000 Euro für Ausgleichsmaßnahmen. Wieso das? Dazu Rüthrich: »Die Natur hat sich inzwischen schon viel zurückerobert.« Die Nutzung der Bahntrasse aber reduziere den Umfang. Und: Da die Stadt den Ausgleich komplett über Ökopunkte der Stadtwaldstiftung schafft, bleiben die knapp 100 000 Euro quasi bei der Kommune.

Dass für eine Fortführung des Radwegs zwar nicht der politische Wille, dafür aber bereits die naturschutzrechtliche Genehmigung vorliege, ergänzte Dr. Heiko Sawitzky, der die Ausgleichsplanung erstellt hat.

Ein guter Tag war dieser 2. Dezember 2015 vor allem für Laubachs Radwegebeauftragten Dr. Ulrich Kammer (89), der in den 1930er und 1940er Jahren auf dieser Strecke mit der Bahn zur Schule nach Gießen gefahren war. Seit Jahrzehnten setzt er sich für eine Verbesserung des Wegenetzes in der Region ein. Als »Fernziel« formulierte er abschließend, dass dank einer Kooperation von Hungen, Laubach und Mücke am Ende doch noch der touristisch besonders wertvolle Anschluss ans Wegenetz im Vogelsberg geschaffen werden möge.

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