15. August 2010, 21:24 Uhr

Laubacher Köhlerfest bot Einblicke in Siedlungs- und Waldgeschichte

Laubach (mlu). Beim Köhlerfest, das zum zweiten Mal im Grünen Meer stattfand, erschlossen sich dem Besucher im Entdeckungswald Schloss Laubach interessante Einblicke in die Siedlungs- und Waldgeschichte des Laubacher Waldes. Zahlreiche Attraktionen rund um den rauchenden Meiler boten überdies erholsame Abwechslung für Jung und Alt.
15. August 2010, 21:24 Uhr
Kohle einsacken am Meiler. (Fotos: mlu

Laubach (mlu). Beim Köhlerfest, das am vergangenen Wochenende zum zweiten Mal im Grünen Meer stattfand, erschlossen sich dem Besucher im Entdeckungswald Schloss Laubach interessante Einblicke in die Siedlungs- und Waldgeschichte des Laubacher Waldes. Zahlreiche Attraktionen rund um den rauchenden Meiler boten überdies erholsame Abwechslung für Jung und Alt.

Gemessen an den Lebenszyklen der Bäume, liegen die Zeiten, in denen das Waldgewerbe die Landschaft des Laubacher Raums prägte, nicht weit zurück. In kleinerem Umfang wurde die Köhlerei dort noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts betrieben. An Bedeutung verloren hatte sie aber schon im 19. Jahrhundert mit dem Weggang der Firma Buderus in den Wetzlarer Raum, denn ehedem hatten die Köhler ihre Ware an die Eisenhütte »Friedrichshütte« (zwischen Ruppertsburg und Gonterskirchen) geliefert.

Seit etwa 800 n. Chr. war der Laubacher Wald ein intensiv genutzter Lebens- und Wirtschaftsraum. Zunächst verwandelte der Siedlungsbau, der mit dem Anlegen großflächiger Ackerterassen einherging, die Waldgebiete in eine Offenlandschaft - im Verlauf des 15. Jahrhunderts war es das Wüstfallen dieser Siedlungen, das der Umgebung ihr Gepräge verlieh. Seit dieser Zeit gewannen Glasherstellung und Köhlerei im Laubacher Raum an Bedeutung und führten zu einem drastischen Kahlschlag. Seinerzeit muss das Grüne Meer wie ein Ödfeld ausgesehen haben.

Mittlerweile hat sich der Wald regeneriert und wenn der Meiler raucht, tut er es nur für eine Woche. Etwa 40 Raumeter haben der Harzer Köhler Hermann Hohmann und sein Kollege Manfred Heber seit dem siebten August im Meiler verkohlt und in circa 300 Sack Kohle zu je zehn Kilogramm verwandelt. Dabei durften sie ihre Arbeitsstätte nicht aus den Augen lassen, denn nur durch regelmäßige Sauerstoffzufuhr gelingt der Schwelprozess. Wer in den vergangenen zehn Tagen das Grüne Meer besuchte, konnte ihnen bei ihrer Tätigkeit über die Schulter blicken.

Am Wochenende fand das authentische Schauspiel seinen Höhepunkt im Köhlerfest, zu dem sich unterschiedliche Handwerker und Gewerbe ein Stelldichein gaben.

Da gab es einen Bienenzüchter, einen Drechsler, einen Kunstschmied und Falkner, es wurden Körbe geflochten und Bögen gebaut, die Kleinsten konnten kostenlos auf Ponys reiten oder im Sandkasten archäologischen Funden nachspüren. Verlockend für alle Besucher waren natürlich die Standardattraktionen des Grünen Meers: das Robin-Hood-Dorf, bei dessen Anblick sich der Abenteuergeist wie von selbst einstellt, der Irrgarten und das riesige Spinnennetz zum Balancieren, die Bohlenpfade, die den Spaziergänger vorbei an der Kirchenruine Ruthardshausen und der Aussichtsplattform durch den Park leiten oder das Waldtaxi für alle, die nicht gut zu Fuß sind.

Obwohl sich zeitgleich historische Motorräder auf dem Schottenring ein spektakuläres Rennen lieferten, konnte sich Sven Burmester, der künstlerisch-technische Leiter des Grafen, am Samstagnachmittag über 2800 verkaufte Karten freuen. Doch angesichts der Weitläufigkeit des Parks fiel einem das gar nicht auf. Selbst wenn der Erlebnispark gut besucht ist, kann man dort herrlich entspannen, Flora und Fauna erkunden - und die Kinder guten Gewissens ihrem Spieltrieb überlassen.

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