09. September 2009, 19:00 Uhr

Friedrichshütte bereits 1904 am Netz - vor Ruppertsburg

Laubach (gjo). Alljährlich bietet der Heimatkundliche Kultur- und Geschichtsverein eine »Wanderung auf historischen Pfaden« an. Diesmal stand das Wasser bzw. die Wasserversorgung auf der Friedrichshütte im Fokus. Zu Beginn begrüßte Vorsitzender Werner Diehl die 40 Teilnehmer.
09. September 2009, 19:00 Uhr
Wiltrud Stock (links) gab Erläuterungen zur Geschichte der Wasserversorgung in Friedrichshütte. (gjo)

Laubach (gjo). Alljährlich bietet der Heimatkundliche Kultur- und Geschichtsverein eine »Wanderung auf historischen Pfaden« an. Diesmal stand das Wasser bzw. die Wasserversorgung auf der Friedrichshütte im Fokus. Zu Beginn begrüßte Vorsitzender Werner Diehl die 40 Teilnehmer. Nach kurzer Strecke erreichte man das Ziel, wo Vorstandsmitglied Wiltrud Stock ausführlich informierte. Wie sie vorausschickte, war die älteste Wasserversorgung für die Eisenverhüttung und chemische Industrie in Friedrichshütte durch die Horloff und einen Mühlgraben gesichert.

Um Trockenperioden auszugleichen, war in dem Weiler ein Flutteich angelegt (zwei weitere in der Gemarkung Silbach). Zur weiteren Versorgung diente die Lautenbachleitung. Ein Brand im Holzkohlenlager der chemischen Fabrik 1881/82 führte zum Bau einer dritten Leitung von der Horloff. Hier diente ein 2,60 Meter tiefes Kiesbett als Rieselfilteranlage. Als viertes wurde dann das Hermannsbrünnchen in die Wasserversorgung eingebunden.

Den hohen Aufwand erklärte Stock mit dem hohen Bedarf der chemischen Industrie, die dereinst Holzkohle für die Hochöfen herstellte. Nach der Umstellung auf Koks erhielt die Produktion von Holzessig Vorrang, der in vielen Bereichen zur Konservierung benötigt wurde. Durch diese vielfältige Wassernutzung, auch zur Stromerzeugung, war der Ort Friedrichshütte bereits 1904 am Netz; Ruppertsburg etwa folgte erst 1910. Über die erwähnten Wasserleitungen ist in Archiven über Baujahr und Ursprung nichts bekannt. Vermutlich war ein Gründer des chemischen Vereins mit Vornamen Hermann der Namensgeber des Brunnens links der Horloffbrücke. Rechts davon befinden sich Mauerreste einer Pumpstation. Von dort wurde das Wasser in einen Hochbehälter gepumpt. Ob die Station vom Hermannsbrünnchen gespeist oder Grundwasser angebohrt wurde, ist nicht belegt. Mit zunehmenden Hygiene-Anforderungen im 20. Jahrhundert konnte der Hochbehälter nicht mehr seine Aufgabe erfüllen. Bis zum Anschluss ans Hauptnetz Ruppertsburg mussten sich daher die Bewohner der Friedrichshütte im Wasserverbrauch einschränken. - Um der Öffentlichkeit einen historischen Teil der Wasserversorgung von einst zu erhalten, wurde das Hermannsbrünnchen im Vorjahr auf Initiative von Horst Vatter restauriert und wieder zugänglich gemacht.

Die Wanderung nutzte Leo Axmann, um auf den früheren Verlauf der Straße nach Gonterskirchen hinzuweisen, die heute als Waldweg genutzt wird.

Schließlich unterhielten sich die Teilnehmer in geselliger Runde an der »Heimatstubb« noch über die interessanten Ausführungen Wiltrud Stocks. Sehenswert war die Ausstellung über Geräte der Waschkultur. Viel Beachtung fanden auch Bilder über so manches gesellige Beisammensein in den Gaststätten in alter Zeit - das erinnerte nun eher an »Trinkkulturen« anno dazumal.

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