14. Februar 2013, 18:43 Uhr

Erste Flüchtlinge im Alten Amtsgericht Laubach

Laubach (pm). Nicht zuletzt dank einer zügigen behördlichen Genehmigung ist der Leerstand von Laubachs Altem Amtsgericht bereits wieder passé, der Umbau zum Flüchtlingswohnheim (die GAZ berichtete) durch die neuen Eigner ging plangemäß vonstatten. Dieser Tage sind die ersten Bürgerkriegsflüchtlinge eingezogen.
14. Februar 2013, 18:43 Uhr
Die ersten Flüchtlinge sind ins Alte Amtsgericht Laubach eingezogen. (Foto: Archiv)

Bis zum Frühjahr sollen in dem ehemaligen Altenheim bis zu 63 Personen unterschiedlicher Herkunft eine neue, vorübergehende Heimat finden. Bürgermeister Peter Klug, Kreis-Sozialdezernent Dirk Oßwald, die neuen Eigentümer und Betreiber des Hauses, der Wetterfelder Erdal Polat und sein Partner Stefan Werner, sowie Vertreter der Laubacher Kirchengemeinden trafen sich kürzlich zu einem ersten Vorgespräch im Rathaus. Einigkeit bestand vor allem in einem: »Ziel ist eine möglichst gute, schnelle Integration«, stellte gestern Laubachs Rathauschef heraus.

Wie die Stadt gestern weiter mitteilte, lädt Klug für Montag, 18. März, 19.30 Uhr, zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung in den großen Sitzungssaal des Rathauses ein. Dabei sollen der Kreis, die Betreiber, die zuständige Sozialarbeiterin des Internationalen Bundes und EKHN-Flüchtlingspfarrer Hermann Wilhelmy (Gießen) über die Situation allgemein und konkret für Laubach berichten. Der Bürgermeister: »Wir wollen gemeinsam informieren, wo die Asylbewerber herkommen, die künftig in unserer Stadt leben, welche Fluchtwege sie hinter sich haben, wie ihr Aufenthaltsstatus aussieht, wie lange sie im Amtsgericht bleiben werden und wo sie anschließend untergebracht werden, welche Aufgaben obliegen dem Betreiber, dem Kreis und der Stadt und wie es gelingen kann, sie möglichst gut und schnell bei uns zu integrieren.« Deshalb werde man besonders mit Blick auf die Kinder die Kindergärten, Grundschulen und Vereine der Kernstadt einladen. Eine schnelle Integration, so zeigten Erfahrungen in anderen Städten, erleichtere erheblich das Ankommen in der neuen Umgebung.

Ebenso soll für alle Interessierten die Möglichkeit bestehen, Fragen zu stellen und zu klären, welche Unterstützung die Erwachsenen und Kinder hier genau benötigen.

Tolle Signale: Begleitung organisiert

»Besonders die Kirchengemeinden, aber auch engagierte Einzelpersonen haben sich schon vor der ersten Ankunft bereit erklärt, Begleitung organisieren zu können. Das ist ein tolles Signal, das mich als Bürgermeister freut und stolz macht«, wird Klug zitiert, der sporadische Fahrdienste zu Ärzten oder Behörden, musikalische Angebote wie gemeinsames Singen oder auch Sprachunterricht, Nachhilfe oder Dolmetscher-Tätigkeiten als Beispiele für ehrenamtliches Engagement nannte. Diese Punkte hatte Annette Schmitt, die für das Laubacher Haus vom Kreis beauftragte Sozialarbeiterin des Internationalen Bundes (IB), im Auftaktgespräch als Möglichkeiten für bürgerschaftlichen Einsatz genannt. Dieser müsse aber, so ihre Empfehlung, gut strukturiert und durch federführende Personen organisiert werden. Dies aufzubauen und zu organisieren, werde auch Thema am 18. März sein. Dazu lädt Klug alle interessierten Bürger sowie Vertreter aller Vereine, Kirchen und anderen Institutionen herzlich ein. »Wir freuen uns auf Ihr Kommen und eine gemeinsame erfolgreiche Arbeit mit und für unsere neuen Einwohner.«

Der Rathauschef verweist abschließend darauf, dass Laubach in den vergangenen Jahrzehnten – ob nach dem Krieg (Flüchtlinge aus ehemals deutschen Ostgebieten), in den sechziger und siebziger Jahren (Gastarbeiter aus Südeuropa) oder in den Neunzigerjahren (Spätaussiedler aus Osteuropa) – mehrfach erfolgreich Wellen von Zuwanderern aufgenommen und integriert habe. »Diese Menschen sind heute eine wichtige Säule in unserer Laubacher Gemeinschaft – ob in der Wirtschaft, den Vereinen oder anderen Bereichen des Alltags. Ohne sie wären wir erheblich ärmer«, so Klug.

Wer Interesse an einer ehrenamtlichen Mitarbeit hat, kann sich im Bürgerbüro der Stadt unter Tel. 0 64 05-9 21-0 oder info@ laubach-online.de bereits melden.

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