02. August 2009, 18:48 Uhr

Das »Grüne Meer« bringt Mensch und Natur näher

Laubach (tie). Das »gelungene Zusammenspiel von Natur, Wirtschaft und Kultur« sowie die »Einbeziehung der Menschen in der Region« lobte Regierungspräsident Dr. Lars Witteck anlässlich der Eröffnung des Erlebniswalds »Grünes Meer« im Wald von Karl Georg Graf zu Solms-Laubach am vergangenen Samstag.
02. August 2009, 18:48 Uhr
Im Mittelpunkt des Projektes »Grünes Meer« steht die thematische Verknüpfung von ökologischen und kulturhistorischen Aspekten mit den Ansprüchen, die Menschen heute an eine umweltfreundliche und gleichzeitig abwechslungsreiche Freizeitgestaltung stellen. (Fotos: tie)

Laubach (tie). Das »gelungene Zusammenspiel von Natur, Wirtschaft und Kultur« sowie die »Einbeziehung der Menschen in der Region« lobte Regierungspräsident Dr. Lars Witteck anlässlich der Eröffnung des Erlebniswalds »Grünes Meer« im Wald von Karl Georg Graf zu Solms-Laubach am vergangenen Samstag. Und auch Bundestagsvizepräsident Hermann Otto Solms fand anerkennende Worte für das jüngste Projekt des Laubacher Grafenhauses, das die »unvergleichlich guten Attribute der heimischen Region« auf attraktive und gleichzeitig naturnahe Weise einem breiten Publikum offeriere. »Wir haben oft einen Minderwertigkeitskomplex gegenüber den benachbarten Regionen Rhein-Main und Nordhessen - dabei verfüge man über viele Aspekte, die »andere so nicht haben«, so Solms weiter. Mit dem 80 Hektar großen Erlebniswald und einer Investition in Höhe von 1,5 Millionen Euro habe Karl Georg Graf zu Solms Laubach - ohne staatliche Zuschüsse - ein Naturerlebnis geschaffen, das hoffentlich vielen Menschen erlaube, die »Seele baumeln zu lassen und das Spiel in freier Natur zu erleben«, wie Dr. Markus Dietz vom beteiligten Planungsbüro sagte. Die sehr gute Kooperation mit den Genehmigungsbehörden - der Erlebniswald ist inmitten eines FFH-Schutzgebiets gebaut worden - verpflichte allerdings auch zur Sensibilität gegenüber der Natur bei voraussichtlich 100 000 Besuchern im Jahr.

Begonnen hatte die Eröffnung mit einem Gottesdienst mit Freienseens Pfarrer Dr. Ulf Häbel in der Kirchenruine Ruthardshausen am Kirchberg am Fuß des Erlebniswalds. Bauherr Karl Georg Graf zu Solms-Laubach hatte in seiner Begrüßung gesagt, dass es für ihn »seit Jahren nur noch ein Thema« gegeben habe. Anfangs sei er als Waldbesitzer der Ausweisung von FFH-Schutzgebieten mit Ressentiments entgegen getreten, dann allerdings habe er in Kommunikation mit Umweltschützern die Chancen erkannt, die eine solche Klassifizierung biete. »Ich bin Vater von vier Kindern und habe mich beim Besuch von Freizeitparks immer etwas geärgert, weil mir die Tiefe und Wertigkeit eines solchen Erlebnisses gefehlt hat«, so der Bauherr. Er selbst habe als Kind mit dem Wald gelebt und diesen als einmaliges Naturerlebnis empfunden. Die Verbindung von spielerischer Naturerfahrung - »nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern mit Spaß und Freude« - und Förderung des Naturschutzgedankens in Form eines Erlebniswalds, sei ihm eine Herzensangelegenheit gewesen. Umso mehr freue er sich, mit dem »Grünen Meer« jetzt ein zukunftsweisendes Projekt fertig stellen zu können. Bürgermeister Peter Klug überbrachte die besten Wünsche der städtischen Gremien und lobte die »Meisterleistung«, die im Zusammenspiel mit den naturschutzrechtlichen Genehmigungsbehörden und nicht gegen sie geschafft wurde. Diesen Aspekt unterstrich auch der Regierungspräsident, als er meinte, dass hier »die oft als Verhinderer gescholtenen Umweltschützer mit ins Boot geholt« wurden.

Dr. Eveline Grönke vom Landesamt für Denkmalpflege hob ebenfalls die gute Kooperation mit ihrer Behörde hervor und zitierte Friedrich Schiller, der die »Natur als unendlich geteilten Gott« bezeichnet hatte. »Hier wurden Natur und Denkmalschutz auf vorbildliche Weise miteinander verknüpft«, so Dr. Grönke.

Im Erlebniswald »Grünes Meer« wird den Besuchern neben einem großen Wildgehege mit Rothirsch, Auerochsen und anderen Wildtieren ein Rundweg geboten, der eine kurze, mittlere und lange Tour offeriert. Ein Streichelgehege mit Alpaka, Esel und Co., ein Robin-Hood-Dorf und viele Spielgelegenheiten bieten Spaß für die kleinen Besucher. Aber auch für Erwachsene gibt es viele Angebote: Sie werden sich für die zahlreichen Naturführungen oder die Ausgrabungen begeistern, beides Themen, die sehr wichtig für den Entdeckungswald sind. Denn im Mittelpunkt des Projektes »Grünes Meer« steht laut dem Betreiber die thematische Verknüpfung von ökologischen und kulturhistorischen Aspekten mit den Ansprüchen, die Menschen heute an eine umweltfreundliche und gleichzeitig abwechslungsreiche Freizeitgestaltung stellen. Auf einem Baumhöhenweg - vorbei an der alten Kirchenruine hinaus zum Kohlenmeiler - über das aktive Erleben der Faszination der heimischen Natur heute und in Vergangenheit wird deren Bedeutung als schützenswertes Gut verdeutlicht. Dazu noch ein Aussichtsturm oberhalb des »Grünen Meers« - der Erlebniswald hat eine Menge zu bieten. »Lieblingsstelle« von Karl Georg Graf zu Solms-Laubach ist allerdings der »Zauberwald«, der fast wie im Märchen verwunschen erscheint - ein Hainbuchenwald auf kargem Untergrund, der in dieser Form in Deutschland sehr selten vorzufinden ist.

Karl Georg Graf zu Solms-Laubach wies zudem darauf hin, dass er das »Grüne Meer« ohne staatliche Zuschüsse verwirklicht habe, er also Eintrittspreise dementsprechend gestalten musste, sich in Konkurrenz zu subventionierten Betrieben befinde. Dies bat er zu beachten bei der Beurteilung. Schließlich wurde die Eröffnung mit einem Essen - am Ausgangspunkt des »Grünen Meers« an der Landstraße B 276 zwischen Laubach und Schotten am »Jägerhaus« gelegen - bei Ochs vom Spieß abgerundet.

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