22. Juli 2016, 18:53 Uhr

Warnschilder im Kleebachtal aufgestellt

Langgöns (baf). Im schönen Kleebachtal rund um Oberkleen und Cleeberg ist es nicht nur landschaftlich reizvoll. Hier gibt es auch noch viele selten gewordene Tierarten. Der leuchtend gelb-schwarze Feuersalamander gehört dazu. Der Schwanzlurch steht in Hessen auf der Roten Liste und gilt als stark gefährdete Art.
22. Juli 2016, 18:53 Uhr
(Foto: pv)

In Oberkleen ist ein Vorkommen des Feuersalamanders in der Egerländer Straße, in Cleeberg in der Aulbachstraße, Dachsgang und Rehschneise bekannt. In beiden Ortsteilen handelt es sich um gesunde Bestände. Im Rahmen der Naturschutzarbeit mussten die Mitglieder der NABU-Ortsgruppe Oberes Kleebachtal und des Naturschutzvereins Oberes Kleebachtal aber leider feststellen, dass jedes Jahr sehr viele Tiere auf den Straßen den Verkehrstod sterben. Auf Initiative der engagierten Tierschützer wurden nun in Kooperation mit der Gemeindeverwaltung insgesamt sieben Verkehrs-Warnschilder für die Amphibienwanderung angeschafft. Gemeinsam mit Manfred Klotz von der Straßenverkehrsbehörde wurden sie an den Standorten Egerländer Straße in Oberkleen, Aulbachstraße in Cleeberg und an den Zufahrten zu Rehschneise, Dachsgang und Fuchsgraben in der Alten Mark in Cleeberg angebracht.

Rücksichtnahme im Straßenverkehr sollte beim Schutz der Feuersalamander an erster Stelle stehen, empfehlen die Naturschützer aus dem Kleebachtal. Damit ist vor allem gemeint, an warmen, feuchten Sommerabenden langsam und im buchstäblichen Sinne vorsichtig zu fahren. Die Tempolimits in den entsprechenden Straßen sollten unbedingt eingehalten werden.

»Salamanderfresser«-Screening

Feuersalamander haben keine zeitlich begrenze Wanderzeit wie beispielsweise die Erdkröten. Auch im Frühjahr und im Herbst muss mit diesen Amphibien gerechnet werden. Ihre Wanderungen finden ausschließlich in der Dämmerung und in der Dunkelheit statt. Dabei meiden die Tiere von Straßenlampen beleuchtete Fahrbahnabschnitte. Auf dunklen Straßen erkennt man sie als Autofahrer trotz ihrer Signalfarben leider erst spät. Hinzu kommt, dass sie bei der Annäherung von Fahrzeugen unbeweglich in deren Lichtkegel verharren.

Es gibt zwei Möglichkeiten, die Feuersalamander im Straßenverkehr zu schützen: Autofahrer können sie zwischen die Räder nehmen und über sie hinwegfahren. Wo es möglich ist, ohne sich selbst zu gefährden, kann der Fahrer auch aussteigen und den kleinen Lurch über die Straße tragen, am besten mit Handschuhen. Zur Abwehr von Feinden können die Salamander nämlich über ihre Ohrdrüsen sowie die am Rücken lokalisierten Drüsenreihen ein weißliches, giftiges Sekret absondern. Für den Menschen ist dieses Sekret normalerweise ungefährlich und verursacht – wenn überhaupt – nur ein leichtes Brennen auf der Haut.

Seit einigen Jahren gibt es aber eine noch viel größere Gefahr für die »Regenmännchen«. Der aus Ostasien stammende Hautpilz Bsal (Batrachochytrium salamandrivorans) bedroht alle Salamander- und Molcharten. Tiere, die von diesem Pilz befallen werden, sterben meist schon nach wenigen Wochen. 2010 wurde dieser Hautpilz in Europa erstmals in den Niederlanden festgestellt und hat seitdem die dort lebenden Feuersalamanderbestände nahezu ausgerottet. In Deutschland wurde Bsal in der Eifel bereits festgestellt. Der NABU plant derzeit zusammen mit Partnern in den Niederlanden und in Belgien ein Screening-Projekt, um dem »Salamanderfresser« flächendeckend auf die Spur zu kommen.

Die Mitglieder der NABU-Ortsgruppe Oberes Kleebachtal und des Naturschutzvereins Cleeberg setzen sich also intensiv für den Feuersalamanderschutz vor Ort ein. Fleißige Helfer und interessierte Umweltschützer – auch Nichtmitglieder – sind bei diesem Projekt jederzeit willkommen. Weitere Informationen gibt es unter www.nabu-oberes-kleebachtal.de.

Sollten noch weitere Orte mit Salamander-vorkommen bekannt sein, können Informationen gerne an die NABU-Ortsgruppe Oberes Kleebachtal weitergeben werden: info@nabu-oberes-kleebachtal.de.

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