09. Juli 2010, 20:58 Uhr

Langgönserin hilft Waisenkindern in Südafrika

Langgöns (hjp). »Je näher mein Abflugtermin rückt, umso nervöser werde ich.« Annika Bader aus Langgöns fiebert ihrer Abreise nach Südafrika mit gemischten Gefühlen entgegen
09. Juli 2010, 20:58 Uhr
Annika Bader.

Langgöns (hjp). »Je näher mein Abflugtermin rückt, umso nervöser werde ich.« Annika Bader aus Langgöns fiebert ihrer Abreise nach Südafrika mit gemischten Gefühlen entgegen. Die 19-jährige Abiturientin aus Langgöns tritt Anfang September eine für sie bedeutende Reise an: Im Rahmen des entwicklungspolitischen Freiwilligendienst »Weltwärts« des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wird sie ab September im südafrikanischen East London als Lehrerin im »Child an Youth Care Center« ein Jahr als Lehrerin arbeiten.

»Der Glen Stella Campus ist das einzige große Kinderheim in East London. Dort leben derzeit 58 Kinder im Alter von sechs Monaten und 15 Jahren,« erläutert Annika Bader. Die angeschlossene Vorschule werde sie mit einer Kollegin leiten und so den Kleinen den Start in die eigentliche Schule erleichtern.

»Größtenteils sind es Waisenkinder, die hier leben und dementsprechend haben sie geringere Startvoraussetzungen als Kinder aus intakten Familien. Im Vergleich mit gleichaltrigen Mitschülern liegen sie im schulischen Bereich oft zurück und leiden darunter auch noch in den darauf folgenden Schuljahren.« Dies wolle Annika Bader zusammen mit der ebenfalls 19-jährigen Cinja Schroeder aus Bothmer, die ihr in Südafrika beiseite stehen wird, ändern. »Im Rahmen des ›Weltwärts‹-Programms wird seit 2008 der Glen Stella Campus von freiwilligen Helfern unterstützt, die jeweils ein Jahr lang den Vorschülern ihre Fähigkeiten für Zahlen und Buchstaben, für Formen und Farben sowie für die Grundlagen der Bewegung sensibilisiert werden,« erklärt Annika Bader ihre zukünftige Aufgabe in Südafrika. Ohne eine solche Vorschule, so die Abiturientin, würden viele Kinder bereits vor Antritt des ersten Schuljahres einen Bildungsrückstand von ein bis zwei Jahren haben.

Als Handballerin - sie spielt bei der HSG Dornholzhausen/Lang-Göns - hat sie auch ein sportliches Interesse: »Zusammen mit Cinja möchte ich eine Handball-Arbeitsgemeinschaft aufbauen, die Bestandteil der Nachmittagsbetreuung werden soll.« Darüber hinaus ist sie sich sicher, dass sie während ihres Aufenthaltes in East London weitere Projekte entwickeln werden. Finanziert wird das ganze zu 75 Prozent durch das Entwicklungshilfeministerium und zu 25 Prozent durch den Sportverein ASC Göttingen.

»In Kooperation mit dem Landessportbund Niedersachsen organisiert der ASC Göttingen Maßnahmen zur Förderung des Sports, darunter auch das Freiwilligenprojekt ›Weltwärts‹. Der ASC übernimmt dabei sowohl die Kosten für die Vor- und Nachbereitung, die Flugkosten und auch die laufenden Kosten während des Aufenthalts in Südafrika,« freut sich die 19-Jährige über die Finanzierung ihres freiwilligen Jahres im südafrikanischen Waisenhaus.

Dennoch ist Annika Bader zusammen mit ihren Mitstreitern auf der Suche nach Spenden: »Unsere Absicht, über die Hilfe im Waisenhaus hinaus weitere Projekte anzustoßen, kostet Geld. Deshalb sind wir dankbar, wenn wir aus der Heimat unterstützt werden.« Gleichzeitig sichert sie zu, dass sie regelmäßige Berichte von ihrer Arbeit in Südafrika senden wird.

Doch bis dahin ist noch etwas Zeit. Zeit, die die 19-Jährige nutzt, um ihre Kontakte in der Heimat zu intensivieren: »Es ist schon schwer, ein ganzes Jahr weg zu sein von Familie, Freunden und Bekannten. Besonders schwer für mich ist, dass ich nicht weiter in meinem Verein Handball spielen kann. Wir sind gerade von der Bezirksliga in die A-Klasse abgestiegen und wollen den direkten Wiederaufstieg schaffen,« sagt Annika. Andererseits freut sie sich auf ihre Aufgabe, das Land Südafrika mit seiner ureigenen Kultur und die Menschen dort. (Foto: hjp)

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