11. Januar 2009, 21:52 Uhr

»Staat soll Schiedsrichter sein und darf nicht mitspielen«

Hungen (dv). Zum Neujahrsempfang hatte der Hungener Stadtverband der CDU ins Dorfgemeinschaftshaus Langd eingeladen. Der Shanty-Chor des Gesangvereins »Liederkranz« Hungen riet den Gästen, mit vollen Segeln ins neue Jahr zu starten. Der Vorsitzende Joachim Heinzerling begrüßte die Mitglieder und Freunde der CDU, Kommunalpolitiker, den hauptamtlichen Kreisbeigeordneten Siegfried Fricke und als besonderen Gast den Journalisten Dr. Hugo Müller-Vogg.
11. Januar 2009, 21:52 Uhr
Ehrungen beim Neujahrsempfang der CDU Hungen: (von links) Vorsitzender Joachim Heinzerling, Heidrun Wahl, Walter Seibert, Adolf Semmler Hans-Joachim Glasbrenner. (Foto: dv)

Hungen (dv). Zum Neujahrsempfang hatte der Hungener Stadtverband der CDU ins Dorfgemeinschaftshaus Langd eingeladen. Der Shanty-Chor des Gesangvereins »Liederkranz« Hungen riet den Gästen, mit vollen Segeln ins neue Jahr zu starten. Der Vorsitzende Joachim Heinzerling begrüßte die Mitglieder und Freunde der CDU, Kommunalpolitiker, den hauptamtlichen Kreisbeigeordneten Siegfried Fricke und als besonderen Gast den Journalisten Dr. Hugo Müller-Vogg. Nach einem Grußwort der Hungener Brunnenkönigin Christine I. mit den besten Wünschen für 2009, streifte Heinzerling das vergangene Jahr, in dem sich an den kleinen und großen Problemen in Hungen wenig geändert habe.

Positiv seien die Erweiterung des Hungener Kindergartens, die Ansätze für einen Solarpark und den Radweg auf der Bahntrasse. Bemerkenswert sei auch der Schwung mit dem der Gewerbeverein ein neues Programm angeht. Jetzt müsse man noch den im Frühjahr beginnenden Umbau der Innenstadtdurchfahrt überstehen. Für die verschiedenen Wahlen in diesem Jahr rief er zu einer regen Wahlbeteiligung auf.

Den Gast, Dr. Hugo Müller-Vogg, stellte Heinzerling kurz vor. Müller-Vogg studierte in Mannheim Politikwissenschaft. Er arbeitete für verschiedene Wirtschaftszeitungen und übernahm Ende des vergangenen Jahrtausends den Regionalteil der FAZ. Seit seinem Ausscheiden betätigt er sich als biographischer Buchautor unter anderem von Gerhard Schröder, Roland Koch und Angela Merkel.»Gibt es die soziale Marktwirtschaft Ludwig Erhardts und die soziale Absicherung noch?«, fragte Heinzerling zunächst. Natürlich habe sich in 50 Jahren viel verändert, meinte Müller-Vogg, nicht zuletzt durch die Globalisierung, die er positiv bewertet, aber die Grundsätze die Marktes hätten weiter Geltung. Bereits Erhard habe gesagt, Marktwirtschaft brauche einen starken Staat. Nur müsse dieser »Schiedsrichter sein und darf nicht mitspielen«, meinte Müller-Vogg. Dies sei jetzt bei der Commerzbank geschehen, und er frage sich, wie da ein Herauskommen aussieht.

Die Entwicklung der derzeitigen Lage könne niemand vorhersagen. Die wirtschaftliche Leistung werde sicher schrumpfen, war auch die Meinung des Gastes, aber bei angenommenen zwei Prozent, sei man immer noch auf dem Stand von vor 18 Monaten. Sicher werde der Wettbewerb härter, Die Probleme der Autoindustrie zu lösen würde länger dauern.

Kritisch hinterfragte Heinzerling die Darstellung von Politik in den Medien. Müller-Vogg gab zu, dass bei durchschnittlicher Lesedauer einer Zeitung von 25 Minuten die Vereinfachung und Kürzung notwendig sei. Der Wettbewerb führe außerdem zu Überspitzungen, auch die Wortwahl sei nicht immer richtig. Als Beispiel nannte er die vier SPD-Abgeordneten, die zu »Abweichlern« wurden, obwohl sie am Ursprung festgehalten hatten. Zur zukünftigen politischen Landschaft sagte er, die Linke sei etabliert und ein Fünf-Parteien-System nicht mehr wegzudiskutieren.

Interessant waren die Ausführungen Müller-Voggs zu seinen Büchern, wobei er Angela Merkel in den Vordergrund schob. Die zweite Auflage sei schnell vergriffen gewesen, heute müsste das Buch allerdings für eine weitere Auflage überarbeitet und ergänzt werden und das sei nicht vorgesehen. In Arbeit habe er erstmals keine Biographie sondern das Buch »Bundesrepublik Deutschland« mit dem Untertitel »Nachrichten aus der Rot-Rot-Grünen Zukunft«, eine erfundene Geschichte mit erfundenen Dialogen. Mit den Worten »aber oft kommen Fiktionen der späteren Realität sehr nahe«, verabschiedete sich der Gast.

Fricke ging in seinem anschließenden Statement zur aktuellen Politik auf das Konjunkturprogramm ein, das vor allem die Schullandschaft verbessern soll. Es werde alles getan, um die Aufträge in der Region zu halten. Für die Hungener Schulen gab er mindestens für die nächsten sieben Jahre eine positive Bestandsprognose. Für die anstehende Landtagswahl rief er auf, bis zur letzten Minute aktiv zu sein. »Wenn die 70 Prozent, die für Neuwahlen plädiert haben, auch hingehen, muss uns nicht bange sein«, beendete er seine Ausführungen.

Nach dem traditionellen Heringsessen (»Manche kommen nur deswegen«, meinte Heinzerling schmunzelnd), organisiert von Heidrun Wahl mit einem Team von CDU-Frauen, wurden langjährige CDU-Mitglieder geehrt. Als ein Hungener Urgestein bezeichnete Heinzerling Stadtrat Walter Seibert der seit 35 Jahren zur CDU gehört. In dieser Zeit habe er viel in Hungen bewegt, seine Beliebtheit habe sich stets in den Stimmergebnissen bei Kommunalwahlen gezeigt. Seibert trat 1973 in die CDU ein und wurde 1977 Stadtverordneter. Im Laufe seiner weiteren politischen Laufbahn war er Ausschussvorsitzender für Forst und Landwirtschaft und Erster Stadtrat.

Ebenfalls seit 35 Jahren gehört Adolf Semmler der CDU an. Von 1977 bis 1985 war er Schatzmeister und Stadtverordneter. Für 30 Jahre CDU Mitgliedschaft zeichnete Heinzerling Hans-Joachim Glasbrenner aus. Er gehörte elf Jahre dem Ortsbeirat Utphe an. Seit 30 Jahren ist Hansjörg Dippel aus Langd Mitglied. Schwerpunkt seiner Arbeit war und ist der Ortsbeirat. Weiter wurden ausgezeichnet für 20 Jahre Andreas Reichhardt (Rabertshausen) und für zehn Jahre Heidrun Wahl als Mitglied im Vorstand des CDU-Stadtverbandes und als Stadtverordnete seit 2006.

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