04. September 2015, 18:03 Uhr

Horlofftalbahn: In einem Rutsch nach Frankfurt?

Hungen (con). Schon seit mehr als zwölf Jahren liegt die Horlofftalbahn zwischen Hungen und Wölfersheim im »Dornröschenschlaf«. Doch das soll sich wieder ändern – so jedenfalls der Wunsch der AG Horlofftalbahn und der Stadt Hungen. Über die verkehrliche Sinnhaftigkeit, technische Machbarkeit, Investitions- und Betriebskosten sowie die regionalpolitische Bedeutung einer Reaktivierung informierte die als Bürgerinitiative aktive AG Horlofftalbahn mit einer öffentlichen Präsentation am Donnerstagabend alle Interessierten im Hungener Kulturzentrum.
04. September 2015, 18:03 Uhr
Ein Bild aus alten Tagen: Bis 2003 fuhr die Horlofftalbahn von Hungen nach Beienheim. (Foto: Constantin Hoppe)

»Seit der Stillegung mit Einstellung des regulären Personenzugverkehrs am 4. April 2003 ist kein Gras über die Horlofftalbahn im stillliegenden Abschnitt zwischen Hungen und Wölfersheim-Södel gewachsen«, so Stephan Kannwischer, der Sprecher der AG. Stattdssen hätten die Kommunen Hungen und die Gemeinde Wölfersheim nach dem Grundeigentumserwerb 2011 einiges dafür getan, den Gleiskörper von Bewuchs freizuhalten und die jeweiligen Bahnhofsbereiche attraktiver zu gestalten – so etwa durch die Renovierung des Hungener Bahnhofsgebäudes. Auch Bürgermeister Rainer Wengorsch hofft auf eine Wiederinbetriebnahme der Strecke: »Diese wäre für die Region um Hungen und Wölfersheim sehr bedeutungsvoll – besonders wenn eine durchgehende Verbindung bis Frankfurt geschaffen würde«.

Als Ansprechpartner standen am Donnerstag die Mitstreiter der AG Horlofftalbahn, Jürgen Lerch (Regionalleiter Mittelhessen von Pro Bahn & Bus Hessen) sowie Dr. Franz Grolig zu Verfügung und präsentierten eine »Wasserstandsmeldung« des Projekts.

Geplant ist eine Wiederaufnahme des Schienenverkehrs mit einer Geschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde. »Die langsam fahrenden Züge die hier früher verkehrten, waren einer der Hauptgründe dafür, dass nur wenige Fahrgäste die Bahnverbindung nutzten«, erklärte Lerch. Der Plan der Reaktivierung soll dabei in drei Schritten erfolgen, die teilweise auch die Grundbedingung für einen Erfolg darstellen: Zuerst müsste der Bahnhof in Beienheim umgebaut und modernisiert werden. Erst danach könnte die Strecke Hungen – Wölfersheim wieder in Betrieb gehen.

Als dritter und abschließender Punkt steht dann eine durchgehende Verbindung nach Frankfurt auf dem Plan. Diese könnte über Koppelzüge, die in Beienheim verbunden werden, erfolgen. Spätestens mit dem viergleisigen Ausbau der bis an die Grenzen ausgelasteten Main-Weser-Bahn zwischen Frankfurt und Friedberg würden sich Perspektiven für eine Direktverbindung nach Frankfurt eröffnen.

Wie hoch die Kosten für eine solche Reaktivierung wären kann allerdings noch nicht gesagt werden. Schätzungen gehen von etwa fünf bis zehn Millionen Euro aus – Kosten, die die Kommunen alleine niemals tragen könnten. »Aber die Regierung unterstützt solche Projekte finanziell und es gibt auch andere Fördermöglichkeiten – etwa über das LEADER-Programm«, so Lerch.

Die Chancen für eine Reaktivierung des Bahnverkehrs auf der Strecke stehen dabei gar nicht so schlecht, meint Lerch. »Wichtig ist dabei ein großes öffentliches und politisches Interesse an dem Projekt«, erklärte er den Besuchern. »Da ist Zeit und viel Überzeugungsarbeit nötig«. Das sehe man zum Beispiel auch am Beispiel der Bahnstrecke zwischen Korbach und Frankenberg: Dieser Streckenabschnitt wurde bereits in den 1980er Jahren stillgelegt und wird am kommenden Freitag feierlich wieder in Betrieb genommen.

Dassnach wie vor ein großes Interesse an der Horlofftalbahn besteht, merkte man auch während der Diskussion, die nach der Präsentation stattfand. Viele der rund 80 Besucher im Kulturzentrum beteiligten sich an den Gesprächenm brachten Ideen ein oder stellten Fragen.

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