18. Oktober 2014, 10:18 Uhr

Denkmalschutzpreis für Wolfgang Wagner aus Hungen

Hungen (us/pm). Wolfgang Wagner ist für die Sanierung des Ackerbürgerhauses in der Bitzenstraße mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis ausgezeichnet worden.
18. Oktober 2014, 10:18 Uhr
In der Bitzenstraße in Hungen steht das vermutlich ältestes Ackerbürgerhaus im Landkreis Gießen. Wolfgang Wagner hat es in den vergangenen fünf Jahren saniert und erhält dafür den Hessischen Denkmalschutzpreis. (Foto: Ursula Sommerlad)

Wer weiß, wie das Gebäude Bitzenstraße 34-36 noch vor fünf Jahren ausgesehen hat, der kann den Mut des Mannes nur bewundern, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, das älteste Haus von Hungen wieder bewohnbar zu machen. Nun ist Wolfgang Wagner nicht nur am Ziel, er wurde für seine Courage auch belohnt. Am Freitag nahm er in Königstein von Kunst- und Kulturminister Boris Rhein den mit 8000 Euro dotierten Spitzenpreis der Hessischen Denkmalpflege entgegen. Er erhielt die Auszeichnung für »die engagierte und sensible Instandsetzung und Sanierung des vermutlich ältesten Ackerbürgerhauses im Landkreis Gießen«.

Das Haus in der Bitzenstraße wurde im Jahr 1465 erbaut und mehrfach erweitert und umgebaut. Die mittelalterliche Substanz ist heute noch in wesentlichen Teilen erhalten und erkennbar, ebenso gut ablesbar sind die einzelnen Umbauschritte. 1618 wurde eine Scheune ergänzt, nach dem Dreißigjährigen Krieg 1658 die hintere Giebelwand erneuert, die Eckständer blieben erhalten. Im Jahr 1737 wurde das Haus geteilt und zu einem Zweifamilienhaus umgebaut, 1808 kamen zwei Stallgebäude hinzu. 1888 schließlich wurde die hofseitige Ständerfassade erneuert. »Das Haus ist wegen seiner einfachen und klaren Gestaltung ein eindrucksvolles Beispiel eines spätmittelalterlichen Ackerbürgerhauses. Es zeigt in vielen Details, etwa der Verwendung von Pappelholz, noch die Merkmale und Herausforderungen der Entstehungszeit«, heißt es in einer Pressemitteilung des Landesamts für Denkmalpflege.

Wagner habe die Sanierung sehr durchdacht in Angriff genommen. Die Originalsubstanz wurde geschont, die Bauphasen wurden ablesbar erhalten. Durch fachgerechte Bearbeitung konnte das alte Gefüge mit dem Einsatz von Eichenholz aus historischen Beständen repariert und ergänzt werden. Spätere Fenstererweiterungen und Kunststofffenster wurden mit Verbundfenstern in Eiche mit Bleisprossen rückgebaut.

Für den Innenausbau wurde ein besonderes, für den Fachwerkbau vorbildliches Dämm- und Heizkonzept mit Holzleichtlehmdämmung und Wandheizung realisiert. Wagner habe die Sanierung in fünf Jahren mit Geduld, enormem eigenen Arbeitseinsatz und hohem finanziellen Aufwand sehr engagiert und sensibel umgesetzt, lobt die Denkmalpflege. Damit habe er ein Gebäude instand gesetzt, dessen sozialhistorische Bedeutung weit über Hungen hinausreiche.

Der seit 1986 jährlich vergebene Hessische Denkmalschutzpreis würdigt Leistungen mit überregionaler Bedeutung auf den Gebieten der archäologischen Denkmalpflege, der Bau- und Kunstdenkmalpflege oder der Gartendenkmalpflege. Weitere Preisträger kamen aus den Landkreisen Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Hochtaunus, Marburg-Biedenkopf, Schwalm-Eder, Vogelsberg und dem Werra-Meißner-Kreis.

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