11. August 2012, 13:33 Uhr

Jörg Keller neuer Leiter der Theo-Koch-Schule Grünberg

Grünberg (tb). Wachwechsel an der Theo-Koch-Schule Grünberg: Zum 1. August hat Jörg Keller, zuvor vier Jahre Stellvertretender Leiter der Friedrich-Feld-Schule Gießen, das Zepter von Herbert Stündl übernommen. Am Freitag führte ihn Christoph Fellner von Feldegg, stellvertretender Leiter des Staatlichen Schulamts Gießen, offiziell ins Amt ein.
11. August 2012, 13:33 Uhr
Das Bild vom »Mannschaftskapitän« ist ihm sympathisch: Amtseinführung des neuen TKS-Direktors Jörg Keller (M.) durch Christoph Fellner von Feldegg, stellvertretender Leiter des Staatlichen Schulamts; rechts Keisschuldezernentin Dr. Schmahl. (Foto: tb)

Fellner von Feldegg freute sich zunächst über den nahtlosen Übergang nach der »Ruhestandsversetzung« Stündls. Keller habe er auf zwei Ebenen, als stellvertretender Leiter der Friedrich-Feld und Mitarbeiter des Schulamts, erlebt. »Auf beiden Ebenen, so stellt das auch das Kultusministerium fest, gilt er als höchst belastbarer, engagierter, fachlich, sozial und kommunikativ hochkompetenter Kollege.« Für von Feldegg bringt Keller daher »die besten Voraussetzungen mit, ein so große Schule zu leiten.

»Nett sein ist keine Lösung«

Dem »Neuen« gab er schließlich »acht Grundsätze professionellen Auftretens« für Führungskräfte mit auf den Weg: Einer lautet: »Sie werden vom ersten Tag an in ihrer Rolle als Schulleiter wahr- und auch in Anspruch genommen«, ein zweiter: »Nett sein ist keine Lösung« ...

Nette Wünsche für ein gutes Gelingen erhielt Keller u.a.auch von Kreisschuldezernentin Dr. Christiane Schmahl sowie dem Personalratsvorsitzenden Berthold Hahn. Letzterer avisierte dem neuen »Kapitän« auf der TKS-Brücke, er werde sicher mit einer Vielfalt von Erwartungen konfrontiert – doch könne Keller auf offene Zusammenarbeit, ein Kollegium mit Erfahrung und großem Interesse an pädagogischer Arbeit setzen.

»Diese Schule ist gut aufgestellt«, betonte – wie bereits Dr. Schmahl – auch Andreas Jorde, stellvertretender Leiter der TKS. Freilich brauche auch diese eine kontinuierliche Weiterentwicklung, nicht zuletzt manifestiert im Schulprogramm. Jorde sieht die Integrierte Gesamtschule auf einem guten Weg. Und schloss, ebenso optimistisch wie seine Vorredner, mit den Worten: »Ich bin mir sicher, dass diese Weiterentwicklung mit Jörg Keller als Leiter gut gelingen kann.«

»Die TKS war mir sofort sympathisch: Gut beleumundet, sogar bis ins ferne Gießen« – mit launigen Worten stellte sich der neue Direktor den Kollegen vor. Und legte auch seine Beweggründe für seine Bewerbung offen: »Nach gut der Hälfte meiner Dienstjahre, ausgestattet mit einem gutem Maß an Lebenserfahrung und fachlicher Kompetenz, noch einmal etwas Neues anzupacken, eine neue Herausforderung zu suchen, das konnte ich mir gut vorstellen. So stehe ich also heute zum ersten Mal vor Ihnen: Motiviert, neugierig und mit einer gehörigen Portion Respekt im Handgepäck, angesichts einer solch großen Schule. Getreu dem Motto Fontanes: ›Am Mut hängt der Erfolg» möchte ich mich voll und ganz dieser neuen Herausforderung stellen«, konstatierte Keller. Zu dessen beruflicher Vita auch die Mitarbeit in der Fachkommission Landesabitur für das Fach Ev. Religion von Anbeginn an bis heute zählt.

Was ihn weiter zum Wechsel von der Gießener Berufsschule zur Gesamtschule im Ostkreis bewegt hat, sei das Angebot eines breites Portfolios (»was auf ein engagiertes Kollegium schließen lässt«). Und auch, dass hier die Kinder nicht schon nach der Grundschule in die jeweiligen Bildungsgänge aussortiert würden, sondern ihnen Zeit zur Entwicklung und Entfaltung geschenkt werde, sei ein wichtiges Kriterium gewesen. Dagegen habe die »Ästhetik und der architektonische Reiz der TKS in ihrer Gesamtheit« (»da muss ich Sie enttäuschen, Frau Schmahl«) leider keine positive Entscheidungshilfe dargestellt. Womit Keller Haus H meinte, die alte Berufsschule aus den 70ern, die sich mehr oder minder im Urzustand präsentiert. Keller: »Erinnert eher an einen Unterstand als an Klassenräume.« Doch die zwei Jahre bis zum vom Kreis avisierten Neubau werde man noch durchhalten; wenn dann auch noch die Mensa, den Schülerzahlen entsprechend, erweitert würde, »dann wäre das perfekt«.

Kein fertiges Konzept, aber Prinzipien

Was ist sein »Plan« für die neue Aufgabe? Ein fertiges Konzept, so Keller, habe er nicht in der Tasche. Jedoch Prinzipien. Eines nannte er, zitierte dazu einen Philosophen der Antike, Heraklit: »Bildung ist nicht das Befüllen von Fässern, sondern das Entzünden von Flammen.« Übersetzt in die Neuzeit heißt das für ihn vor allem, Offenheit gegenüber den veränderten Lebenswelten von Kindern wahren und den Blick auf den Lernfortschritt und die Lernmöglichkeiten des Einzelnen fokussieren, mithin die Unterrichtsqualität immer wieder daran auszurichten. Dafür gebe es ausreichend Instrumentarien, etwa Implementierung eines Qualitätsmanagements, produktive Nutzung der Ergebnisse einer Schulinspektion, konsequente Ausrichtung an einem Schulprogramm, »indem sich die TKS einen Spiegel vorhält und sich bzw. wir uns messen lassen. Schule muss immer auch lernende Schule sein«.

Für all die guten Wünsche für den Start als Chef der mit 1700 Kindern größten Schule im Landkreis revanchierte sich Keller auf originelle Weise: Gemeinsam mit seiner Ehefrau hatte er am Vorabend rund 150 kleine Schultüten für die Kollegen gepackt. Nett sein ist zuweilen doch eine gute »Lösung«.

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