19. Juni 2015, 22:13 Uhr

Albacher Feuerwehrfrauen feilen an neuem Kalender

Fernwald (pad). Das Brandschutz schon lange keine reine Männergeschichte mehr ist, dürfte mittlerweile bekannt sein. Immer mehr Frauen engagieren sich ehrenamtlich in den Feuerwehren. In Albach gibt es seit einigen Jahren eine solche engagierte weibliche Truppe, die nun mit einem neuen Feuerwehrkalender beweist, das Ehrenamt sexy ist.
19. Juni 2015, 22:13 Uhr

Die Sonne strahlt heiß vom Himmel, ein leichter Windhauch spielt über die Gräser auf den Wiesen, lässt das Getreide im Wind zittern. Dazwischen sitzen neun junge Frauen auf Strohballen, lächeln in die Kamera – für den zweiten Albacher Feuerwehrkalender.

»Noch ein bisschen weiter nach links. Blick zu mir!« Silke Koch gibt klare Anweisung. Freunden der Leserfoto-Seite der Gießener Allgemeinen Zeitung ist die Albacherin sehr wohl vertraut, und auch den Begleitern der alljährlichen »Blende«-Wettbewerbe, gewann sie doch unter anderem den Regionalentscheid mit einem Foto von einem taubesetzten Spinnennetz. Bilder für einen Kalender hat sie bisher noch nicht gemacht, indes von Babys bis zu Hochzeitspaaren schon vieles vor der Linse gehabt. »Aber das ist schon eine ganz andere Nummer«, sagt sie.

Truppe, die zusammenhält

Konzentriert arrangiert sie die jungen Frauen – schließlich soll das Bild perfekt werden. Am Motiv dürfte es nicht scheitern. Im Gegensatz zu den Models anderer Feuerwehrkalender handelt es sich bei Monique Biehl, Dominique Langsdorf, Desiree Langsdorf, Lisa Schmitt, Stephanie Müller, Carol Ann Licht, Verena Hahn, Laura Schmitt und Janine Hanl um echte Feuerwehrfrauen, alle in der Feuerwehr Albach aktiv. Auf diese Frauenquote dürfte manch andere Einsatzabteilung neidisch blicken.

Diese »Frauenpower« kommt nicht von ungefähr. Noch vor ein paar Jahren rückten auch in Albach nur wenige weibliche Einsatzkräfte aus. Doch diese motivierten ihre Freundinnen, einmal vorbeizuschauen und mit zu üben. »Da haben alle gemerkt, dass es doch ein geiles Hobby ist«, sagt Laura Schmitt. Sie lenkt das Löschfahrzeug der Albacher im Einsatzfall.

Selbst vier Atemschutzgeräte-Trägerinnen stellen die Damen, wobei der Einsatz mit der Pressluftflasche auf dem Rücken schon kräftezehrend ist, aber auch Spaß macht.

Szenenwechsel: Für das nächste Bild haben sich die Feuerwehrladys ein völlig demoliertes Unfallauto aus der Abteilung Totalschaden bestellt. Mit Funkgerät, Brechstange und Schaumrohr posieren sie auf und um das Vehikel, das vor dem Gang in die Schrottpresse noch einmal einen großen Auftritt hat. Im Einsatz würde freilich ein bisschen mehr Schutzkleidung getragen, wäre der Helm Pflicht. Doch hier brennt die Sonne heiß vom Himmel, geht’s ja auch um etwas anderes.

»Das ist mehr Spaß denn Anstrengung«, schmunzelt Laura Schmitt, während sie mit einer Axt in der Hand auf dem Dach kniet. Der erste Kalender war 2014 entstanden, um die männlichen Kollegen, die sich immer einen Feuerwehrkalender gewünscht hatten, zum Schweigen zu bringen. Die Neuauflage machen sie nun für sich selbst – denn sie sind eine Truppe, die ganz fest zusammenhält. »Das passt einfach«, sagen sie alle.

Wer allerdings bei diesen Albacherinnen als Mann Chancen haben will, der sollte in der Feuerwehr tätig sein – oder mindestens viel Verständnis haben für das Hobby seiner Freundin. Zwangsläufig ist es keine Überraschung, dass ein Teil der Feuerwehrfrauen mit Kameraden aus der eigenen Organisation liiert ist oder mit einem Floriansjünger aus der Nachbarschaft.

Geplante Auflage bis zu 400

Die Motive für die zwölf Kalenderbilder haben sich die Feuerwehrfrauen zusammen mit Fotografin Silke Koch im Vorfeld genau überlegt. Im Verlauf von drei Shooting-Terminen wurden dann zig Bilder gemacht, um später daraus die schönsten für den Kalender auszusuchen.

Was auf den weiteren Bildern zu sehen ist – das bleibt bis zum letzten Sonntag im September ein gut gehütetes Geheimnis. Dann kommt der Kalender der Albacher Feuerwehrfrauen beim Oktoberfest in den Handel. Aktuell ist eine Auflage von 300 bis 400 Exemplaren geplant – und die dürfte schnell weg sein.

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