Zähes Verfahren im Fall der Solarpark-Einbrecher

Es ist ein zähes Verfahren, das derzeit vor einem Schöffengericht am Amtsgericht Gießen verhandelt wird. Auch am vierten Verhandlungstag konnte die Beweisaufnahme im Fall des Diebstahls von Solarwechselrichtern in Buseck nicht abgeschlossen werden.
07. September 2016, 09:47 Uhr

Gießen/Buseck (son). Eine organisierte Bande soll am Morgen des 21. März motorisiert mit zwei Fahrzeugen in den Solarpark eingedrungen sein und insgesamt 47 Solarwechselrichter, jeder um die 2000 Euro wert, von den Solarmodulen abgekabelt haben (die Gießener Allgemeine berichtete). Ein Teil davon, 24 Stück, wurde nur kurze Zeit später in einem weißen Kastenwagen von der Polizei sichergestellt, die anderen Wechselrichter befanden sich – offenbar zum Abtransport bereit – noch auf dem Firmengelände.

Vor Gericht stehen sechs Männer im Alter zwischen 19 und 33 Jahren. Von den am Dienstag gehörten Zeugen, zwei Kriminalbeamte aus Gießen, konnten zwei der anwesenden Angeklagten zweifelsfrei identifiziert werden. Sie hatten in einem der beiden beteiligten Fahrzeuge gesessen, die bereits auf ihrer Fahrt ab der deutsch-polnischen Grenze von einem mobilen Einsatzkommando (MEK) der brandenburgischen Polizei observiert wurden.

Diese Observierung war im Laufe der Verhandlung von den Rechtsanwälten als rechtswidrig eingestuft worden. Nach einem Hinweis an die hessischen Kollegen hatten diese die Fahrzeuge kontrolliert, das Diebesgut gefunden und die Insassen festgenommen. Beide Beamte gaben an, dass aus dem Auto während der Fahrt Gegenstände herausgeworfen wurden. Ob das Tatwerkzeug war, konnten die Beamten aber nicht sagen.

Bei den beiden Identifizierten seien zahlreiche Zigarettenstummel in den Taschen gefunden worden. Ein Zigarettenstummel, der am Tatort gefunden worden war, konnte laut DNA-Gutachten zweifelsfrei einem der beiden Männer zugeordnet werden. Richter Harald Wack verlas ein Schreiben des Solarparkbetreibers, aus dem eine an die Versicherung geltend gemachte tatsächliche Schadenssumme von rund 7000 Euro hervorging. Nicht dabei berücksichtigt sind die Verluste durch den Ertragsausfall, die der Betreiber mit rund 800 Euro beziffert hatte. Die Rechtsanwälte der Angeklagten bezweifelten allerdings die Angaben des Betreibers.

Schließlich verlas Richter Wack noch das Vorstrafenregister der sechs Angeklagten. Einige von ihnen sind einschlägig vorbestraft, sowohl in Polen als auch in Deutschland. Bei zwei Angeklagten läuft noch eine Bewährung. Zudem liegen dem Gericht neue Haftbefehle des Amtsgerichts Frankfurt/Oder für zwei der Männer vor.

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