05. November 2014, 21:48 Uhr

Förderverein für Brandsburg in Alten-Buseck gegründet

Buseck (rüg). Alten-Busecker Bürgerinnen und Bürger wollen es jetzt in die Hand nehmen: Das Brandsburg-Areal inklusive der Scheune soll zum neuen Dorfmittelpunkt werden. Um dies voranzutreiben gründeten sie am Montagabend in den »Busecker Stuben« den »Förderverein Brandsburgscheune Alten-Buseck«.
05. November 2014, 21:48 Uhr
Der später zum Ersten Vorsitzenden gewählte Jürgen Herfurth (links) erläuterte den Versammlungsteilnehmern die Hintergründe der Fördervereinsgründung. (Foto: Rüdiger Geis)

Die 30 stimmberechtigten Gründungsmitglieder wählten Jürgen Herfurth einmütig zum Vorsitzenden. Ebenso einstimmig erfolgten die Wahlen der übrigen Vorstandsmitglieder unter der Leitung von Norbert Weigelt, dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung: zweiter Vorsitzender ist Manfred Breuer (ehemaliger Leiter der Gesamtschule Busecker Tal), Schriftführer Wolfgang Schröder, Kassiererin Kornelia Steller-Nass (auch stellvertretende Ortsvorsteherin), zweiter Kassierer Ernst Serth, zweite Schriftführerin Inge Meierhöfer und Beisitzer Gerald Nicolai, Hans Walter Schinski und Dr. Ruth Walter-Matsui. Als Kassenprüfer wurden Ernst-Ludwig Müller und Dorothea Häuser gewählt.

Herfurth übernahm auch (mit Ausnahme der Wahlen) die Leitung der Sitzung. Er freute sich zu Beginn über die gute Resonanz auf die Einladung und erinnerte an die »breite öffentliche Diskussion«, die 2012 um den damals geplanten Verkauf der Scheune an einen privaten Investor entbrannt war. Daraus sei eine Bürgerinitiative entstanden, die sich zum Ziel gesetzt habe, diesen Verkauf zu verhindern, was auch gelungen sei, und das Brandsburggelände – mit Blick auf die sich verändernde und älter werdende Gesellschaft zum neuen Dorfmittelpunkt zu entwickeln. Die Situation in Alten-Buseck sei in Bezug auf Altenpflegeplätze »katastrophal«, es gebe keine Tagespflege. Derzeit sei der Bedarf innerhalb Busecks sicherlich noch abgedeckt, doch werde sich dies (demografischer Faktor) in den nächsten Jahren ändern.

Herfurth erläuterte auch den weiteren Werdegang der Initiative. Letztlich habe das Parlament einen Aufschub der Veräußerungsabsichten und eine Machbarkeitsstudie beschlossen, die im Mai vorgestellt worden war. Laut dieser sei ein hoher Sanierungsaufwand gegeben, der auf rund eine Million Euro beziffert wurde. Eine Bestandssicherung alleine würde schon mit über 200 000 Euro zu Buche schlagen. Eine Empfehlung der Studie: Gründung eines Fördervereins.

»Gemeinde muss dabei sein«

An diesem Punkt, so Herfurth, sei man nun angekommen: Die lose organisierte Bürgerinitiative werde nun in feste Vereinsstrukturen überführt. Diese seien notwendig, um als Gesprächspartner der Gemeinde auftreten und auch Fördermittel beantragen zu können. Herfurth betonte aber mehrfach, dass es unumgänglich notwendig sei, dass die Gemeinde aktiv mit im Boot sein müsse, denn viele Förderprogramme könnten nur über die kommunale Verwaltung beantragt werden, diese müsse Träger der Sanierung sein. Fördertöpfe gebe es beispielsweise bei der Europäischen Gemeinschaft. Der Verein fungiere als »Treiber und Initiator« und vereinnahme keine Gelder.

Ein Teilnehmer äußerte die Befürchtung, die Scheune könne zu einem »Groschengrab« werden. Herfurth meinte: »Wir wollen ja keinen Hundertwasser-Kindergarten bauen.«. Er verwies auch darauf, dass man derzeit Gespräche mit einem Architekten über eine kostengünstigere Sanierung führe, sodass man auf einen Betrag zwischen 500 000 und einer Million Euro komme, zum Beispiel wenn man nur zwei der drei Etagen ausbaue.

»Bausubstanz noch gut«

Möglichkeiten der Nutzung seien ein Café, Begegunungs- und Vereinsräume – barrierefrei. Toiletten und ein Aufzug seien ebenfalls geplant. Die Bausubstanz sei laut Denkmalpflege noch gut, es sei aber zweifelsohne viel zu tun. »Was ist mit der Nachbarscheune (die direkt angrenzt)?«, war eine weitere Frage. Die Grenzbebauung müsse natürlich beachtet werden, meinte Herfurth. Laut Architekt sei eine natürlichere Beleuchtung der Innenräume durch Lichtschächte möglich.

Die Satzung lag allen Teilnehmern schriftlich vor und wurde ohne größere Diskussion einstimmig befürwortet, ebenso der Jahresbeitrag: für Einzelmitglieder 18 Euro, für Familien das Eineinhalbfache und für juristische Personen wie Vereine das Zweifache des Einzelbeitrags (derzeit 27 und 36 Euro).

Nun müssen die Formalitäten mit dem Amtsgericht und dem Finanzamt abgewickelt werden, damit der neue Verein auch die Gemeinnützigkeit erhält, erklärte der neue Vorsitzende die weitere Vorgehensweise. Dann werde man weitere Gespräche mit dem Architekten führen, eine Studie erstellen, die »belastbare Daten« für die neue Nutzung des Areals biete und Gespräche mit der Gemeinde aufnehmen.

Kontakt: Jürgen Herfurth, Telefon 0 64 08/54 73 53, Mail: nassherfurth@t-online.de .

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