10. September 2012, 15:08 Uhr

Einführungsgottesdienst für Jonas Adam in St. Marien

Buseck (siw). »Wir freuen uns, dass unser Bischof Sie, Herr Pfarrer Adam, gesandt hat, um unsere Gemeinde zu leiten.« – So begann die Begrüßungsrede des Vorsitzenden des Pfarrgemeindesrates, Herbert Grötsch, anlässlich des Einführungsgottesdienstes für den neuen Geistlichen der katholischen Gemeinde St. Marien Großen-Buseck.
10. September 2012, 15:08 Uhr
Dekan Ulrich Neff (rechts) überreicht dem neuen Pfarrer in St. Marien, Jonas Adam, das Evangelium. (Foto: siw)

Nachdem Dekan Ulrich Neff das Amtsversprechen abgenommen hatte und das Glaubensbekenntnis gesprochen war, hielt Pfarrer Adam seine erste Predigt vor zahlreichen, teils stehenden Gläubigen im großen katholischen Gotteshaus in Buseck.

Von dem menschlichen Bedürfnis allein zu sein und dem ebenso starken Drang nach Gemeinschaft handelte die Predigt, die Bezug nahm auf eine Überlieferung aus dem Markus-Evangelium, die Diakon Rudolf Montermann zuvor verlesen hatte. Hiernach heilte Jesus einen Taubstummen, indem er ihn, isoliert von der Gruppe, die ihn zu ihm gebracht hatte, an Ohren und Zunge berührte.

Eine Pfarrgemeinde sei immer und vor allem ein Gemeinschaftsgebilde, ein durch und durch soziales Phänomen. »Sie setzt sich im Fall von St. Marien aus knapp 3700 Menschen zusammen. Und mehr als das existiert sie in einer Fülle unterschiedlicher Gruppen und entfaltet darin ihre Lebendigkeit. Innerhalb des Dekanats Gießen und möglicherweise darüber hinaus ist die Pfarrgemeinde St. Marien genau dafür berühmt, wird sie bewundert und auch ein ganzes Stück beneidet, jedenfalls aus östlicher Richtung«, sagte Pfarrer Adam.

»Es ist ein sehr positives Image, das einem da entgegenschlägt«, und es sei deshalb »ein Privileg, hier Pfarrer werden zu dürfen«, betonte Adam. Besonders wohltuend sei es, dass alles was die Gemeinde ausmacht, nicht aus dem Boden gestampft wurde, sondern über Jahrzehnte gewachsen ist: Angefangen mit den Heimatvertriebenen, über die Ansiedlung der Ordensfrauen, geprägt durch beeindruckende Priesterpersönlichkeiten und das beispielhafte Engagement der Gemeindeglieder.

Gerade eine aktive und nach außen hin lebendige Gemeinde stehe aber immer wieder in der Gefahr, vor lauter Bewegung die Mitte, Jesus Christus, aus den Augen zu verlieren. »Wenn das Markus-Evangelium eine Aussage hat, dann die, dass es Situationen gibt, in denen ich mich zeitweise auch aus guten sozialen Bindungen zu anderen Menschen herausnehmen muss, um mit Jesus allein zu sein, um ihm zu erlauben, dass er auch mich einmal beiseite nimmt, um mir ganz persönlich zu begegnen und mir seine heilende Liebe zu schenken«, meinte Adam.

Die von Pfarrer i. R. Franz Josef Schneider geleitete Schola, der unter dem Dirigat von Erwin Grüner stehende katholische Kirchenchor, die große Gruppe der Pfadfinder und die Kinder und Erzieherinnen der Kita St. Elisabeth erfreuten mit Gesangsbeiträgen.

»Pfarrer nicht gerne abgegeben«

Über »vertraute Gesichter« aus Grünberg, Mücke und Merlau, seiner ehemaligen Wirkungsstätte, freute sich Pfarrer Adam besonders. Aus diesem Kreis trat die 86-jährige Felicitas Buse hervor. Sie sagte: »Es drängt mich hier herauf zu kommen, um Ihnen zu sagen: Wir haben unserer Pfarrer nicht gerne an Sie abgegeben. Das hat uns viel Herzblut gekostet. Wir hatten einen guten Pfarrer, mit dem wir viel lachen konnten. Das werden Sie mit Herrn Adam zukünftig auch tun können.«

An die Eucharistiefeier schlossen sich herzliche Willkommensworte an. Bürgermeister Erhard Reinl begrüßte den neuen Seelsorger im Namen der politischen Gemeinde und als Mitglied der katholischen Glaubensgemeinschaft und überbrachte die Grüße aus Rödgen und Reiskirchen.

Pfarrerin Claudia Kuhn gratulierte für die evangelische Kirchengemeinde Großen-Buseck und im Auftrag von Dekan Theo Daum und des evangelischen Dekanats. Zwei kleine sich immer wieder anziehende magnetische Kugeln, die sich die Pfarrerin und der neue Pfarrer zuwarfen, sollten die ökumenische Bewegung symbolisieren. Zu diesem Zeitpunkt machte Adam immer wieder scherzhafte Bemerkungen, die das von Buse zuvor Gesagte bestätigten.

Für den Verwaltungsrat sprach Jürgen Plenske ein Grußwort. Kleine Begrüßungsgeschenke vor allem süßer Natur (Pfarrer Adam hatte sich als »Naschkatze« geoutet), Blumen und sogar Leckerlis für des Pfarrers Hündchen überreichten für den Pfarrgemeinderat Herbert Grötsch sowie die Vorsitzende Erika Theimer und Ehemann Wilfried für den Kirchenchor.

Für den Pfarreienverbund Lumdatal-Busecker Tal sowie die Pfarreien St. Joseph Lollar und St. Franziskus Londorf beglückwünschte Londorfs Pfarrgemeinderatsvorsitzender Tobias Martin Pfarrer Adam auch zur Berufung als Leiter des Pfarreienverbundes. Die Pfarrgemeinde sei froh und dankbar, dass die Pfarrer-lose Zeit nur sehr kurz währte.

Nach dem Segen von Pfarrer Adam konnte die Gemeinde im Anschluss an den Gottesdienst bei schönem Wetter das Pfarrfest feiern (Bericht folgt).

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