07. September 2018, 22:07 Uhr

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07. September 2018, 22:07 Uhr

Seit einigen Jahren stagniert in Mittelhessen der Wasserverbrauch pro Kopf. Woran das liegen könnte, erläutert THM-Professor Heusch im Kurzinterview.

1 Als Verbraucher ist es mitunter schwer zu sagen, wann man wie viel Wasser nutzt. Wie können Privathaushalte effektiv Wasser einsparen?

Man weiß, dass deutlich mehr als die Hälfte des täglichen Verbrauchs für Baden, Duschen und die Toilettenspülung verwendet werden. Da lässt sich einsparen. Es empfiehlt sich auch, Regenwasser für die Bewässerung des Gartens zu sammeln. Natürlich kann man Regenwasser auch für die Waschmaschine oder Toilette wiederverwenden. Bei vielen Neubauten sind solche Systeme inzwischen Standard. Man kann das auch nachträglich einbauen – dann kommt es darauf an, wann sich diese Maßnahme amortisiert.

2 Wie viel Wasser »versickert« üblicherweise im Leitungsnetz – und wovon hängt diese Verlustmenge ab?

Selbst bei komplett neuen Anlagen geht Wasser verloren, das lässt sich nicht vermeiden. Bei älteren Anlagen betragen die Verluste üblicherweise bis zu zehn Prozent. Das hängt vor allem mit dem Alter des Leitungsnetzes zusammen – und mit der Einwohnerdichte im Gebiet. Bei einer geringen Einwohnerdichte, wenn das Wasser einen relativ langen Weg hat, werden die Verluste eher größer.

3 Der Pro-Kopf-Verbrauch in der Region ist bis vor etwa zehn Jahren stetig gesunken, seither stagniert er weitgehend. Haben Sie eine Erklärung dafür?

Das hat vermutlich mit verändertem Verbraucherverhalten zu tun. Der Verbrauch ist nach dem Zweiten Weltkrieg bis etwa 1990 von 80 auf 150 Liter pro Person und Tag angestiegen. Damals gab es die Erwartung, dass er noch weiter ansteigen könnte. Die Anlagen und Leitungssysteme wurden daher immer größer, aber der Verbrauch ist zurückgegangen. Dabei spielte wassersparende Technik eine Rolle, etwa bei Wasch- und Spülmaschinen. Aber natürlich sind der Sparsamkeit physikalische Grenzen gesetzt: Waschmaschinen brauchen Wasser, Toiletten ebenso. Außerdem gab es seit 1990 einen deutlichen Preisanstieg beim Wasser. Der hat sich inzwischen abgeschwächt, das mag ein weiterer Grund dafür sein, dass die Verbrauchszahlen nicht weiter sinken. (jwr/Foto: pm)

KURZBIOGRAFIE

Steffen Heusch, Jahrgang 1971, ist diplomierter Bauingenieur. 2011 promovierte er an der TU Darmstadt. Seit 2012 ist Heusch Professor für Hydrologie und Wasserwirtschaft an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM).

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