14. August 2018, 22:13 Uhr

Zwei Kommunen – eine Abteilung

14. August 2018, 22:13 Uhr
Die Kassen von Rabenau und Allendorf werden nun gemeinsam geführt. (Foto: jwr)

Auf die Bayern-München-Uhr an der Wand konnten sich die Mitarbeiter offenbar schon einigen, im Berufsalltag soll das Team nun noch weiter zusammenwachsen: Die beiden Nachbarkommunen im Lumdatal haben bei der interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ) einen weiteren Schritt vollzogen. In der neu geschaffenen Gemeinschaftskasse von Rabenau und Allendorf/Lumda arbeiten nun Mitarbeiter aus beiden Kommunalverwaltungen gemeinsam.

Die Kasse hat an einem Ort Platz gefunden, der über Jahrzehnte vor allem jungen Allendorfern vertraut war: Bis im vergangenen Jahr war in diesem Teil des Allendorfer Rathauses die Stadtbücherei untergebracht.

Die Umbauarbeiten wurden vom Architekturbüro Seidel + Muskau geplant und haben rund 60 000 Euro gekostet. Hinzu kamen Ausgaben für Investitionen in die EDV, wie Jürgen Rausch, Leiter der Finanzabteilung in Allendorf, erläutert. Das Land fördert den Umbau für die Gemeinschaftskasse im Rahmen der IKZ mit 50 000 Euro.

Kurzfristig keine Einsparung erwartet

Die gemeinsame Abteilung ist mit 3,5 Stellen besetzt. Laut Rausch wird von den Mitarbeitern der gesamte Zahlungsverkehr der Kommunen abgewickelt – von der Einziehung von Steuern und Gebühren über das Begleichen von Rechnungen bis hin zu Mahnungen. Die Mitarbeiter aus Rabenau sind formal weiterhin bei der dortigen Verwaltung angestellt, organisatorisch, etwa bei Urlaubsplänen, gehören sie aber nun zur Allendorfer Verwaltung. Nebenher soll das Kassen-Team aber auch weitere Aufgaben übernehmen, zum Beispiel bei der Haushaltsplanung und den Jahresabschlüssen mitarbeiten.

Inwiefern lohnt sich die Gemeinschaftskasse für die beiden Kommunen? In Zahlen lasse sich das zurzeit nicht seriös beziffern, heißt es. »Ich glaube nicht, dass wir in den ersten ein, zwei Jahren im finanziellen Sinn etwas sparen«, sagt Allendorfs Bürgermeister Thomas Benz (Freie Wähler). Doch langfristig werde sich das IKZ-Projekt auszahlen – auch, weil sich Mitarbeiter auf bestimmte Tätigkeiten spezialisieren können. Finanz-Abteilungsleiter Rausch sieht weitere Vorteile: Durch nun vier Mitarbeiter in der Kasse werde es einfacher, das Vier-Augen-Prinzip sicherzustellen. »Bisher wurde das bei Krankheit oder Urlaub sehr schwierig.« Auch können laut Rausch Mitarbeiter aus anderen Bereichen der Verwaltung nicht ohne Weiteres Aus- oder Einzahlungen tätigen, dafür gebe es sehr strikte Vorschriften.

Die Gemeinschaftskasse soll in Sachen IKZ nach dem Willen beider Bürgermeister nicht das Ende der Fahnenstange sein. »Jetzt kommt alles auf den Prüfstand, was man zu zweit machen kann«, sagt der Rabenauer Bürgermeister Florian Langecker (CDU). Die Zusammenarbeit hatten die Vorgänger der amtierenden Bürgermeister forciert, Benz und Langecker wollen sie nun vorantreiben. Angedacht sei, dass der Allendorfer Ortspolizeibeamte (»Hilfspolizist«) bald für vier Stunden pro Woche in der Rabenau aushilft. Auch sei eine Maschinengemeinschaft beider Kommunen geplant. Nicht zuletzt beim Breitbandausbau, ergänzt Jürgen Rausch, hätten die Kommunen kooperiert, ebenso bei der Beschäftigung von Waldarbeitern. »Da passiert einiges im Hintergrund, was die Bürger nicht unbedingt mitbekommen.«

In Prüfung ist bekanntlich die Bildung eines Gemeindeverwaltungsverbandes. Bis zu einer möglichen Fusion sei es aber noch ein »sehr langer Weg«, sagt Bürgermeister Benz.

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