29. Juli 2018, 19:23 Uhr

Zeit für den Sommerschnitt

29. Juli 2018, 19:23 Uhr
Die Krone muss gut durchlüftet sein. Unter dem Baum liegt eine Vielzahl unreifer Äpfel, welche die Pflanze nicht mehr versorgen kann. (Foto: kjg)

Nicht nur im Winter, auch im Sommer kann man Obstbäume schneiden. Das zeigte nun der Obst- und Gartenbauverein Steinbach im Lehrgarten des Vereins. Vorsitzender Herbert Haas begrüßte die Gäste und erläuterte die Ziele, die mit einem solchen Sommerschnitt verfolgt werden. Es gehe darum, dem Obstbaum in der Krone Licht und Luft zu verschaffen, welche dieser zur Regulierung des Wachstums und für eine ertragreiche Ernte benötige. Außerdem gehe es um einen effektiven Schutz vor Pilzbefall. Sommer- und Winterschnitt ergänzten sich.

Haas empfahl als Werkzeuge Baum- und Bügelsägen und Astscheren. Eine kleine Handschere werde nicht benötigt, eine ordentliche Leiter sei sinnvoll. Schneiden kann man von Anfang Juli bis Mitte August.

An einem Apfelbaum erklärte Haas, was im einzelnen zu tun ist. Alles was zu steil nach oben wächst und zu dick ist, muss weggeschnitten werden. Äste, die um 45 Grad nach unten geneigt sind oder nach innen zum Stamm wachsen, sind ebenfalls herauszuschneiden. Es gilt das Prinzip, dass im Baum Licht und Luft ist, damit die Äpfel frei hängen und nach einem Regen trocknen und in der Sonne reifen können. Dabei ist darauf zu achten, dass bei starker Hitze und Sonne Äpfel, die bisher unter Blättern verborgen waren, nicht dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt sind. Diese können einen Sonnenbrand bekommen.

Pappstreifen gegen Raupen

Ein besonderes Thema sind die Wasserschossen, senkrecht nach oben wachsende Triebe, die keine Früchte tragen und die Krone verdichten. Sie müssen maßvoll entfernt, am besten im Juni ausgerissen werden. Einige Mittelgroße sollen stehen bleiben, denn auch hier können einmal Früchte wachsen.

Bei den Schädlingen sei der Frostspanner nicht mehr das große Problem, jedoch dem Apfelwickler sei sehr schwer beizukommen, sagte Haas. Er empfahl, gegen die Raupen der ersten Generation ab Anfang Juli einen Wellpappestreifen um den Baum zu wickeln, und diesen im September zu entfernen. Gegen die Raupen der zweiten Generation empfahl er das Aufhängen von Duftstofffallen.

Auch beim Schneiden eines Kirschenbaumes konnten die Gäste verfolgen, dass es im Sommer darum geht, das Volumen zu reduzieren und dem Baum in der Krone Luft zu verschaffen. Dabei soll jedoch auf keinen Fall mehr als ein Drittel des Astvolumens entfernt werden. Außerdem ist stetige Pflege wichtig. Denn der Baum reagiert auf den Schnitt meist mit Wachstum. Wenn man dann nich reagiert, kann es passieren, dass er ein paar Jahre nach dem Schnitt noch stärker verbuscht ist als vorher.

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