Wohnungsmangel

Wohnen statt Retten und Bergen

Laubachs Feuerwehrhaus hat bald ausgedient. Das Filetstück mitten in der Stadt steht zum Verkauf, soll zu einem Wohn- und Gewerbeobjekt werden.
12. Dezember 2017, 12:00 Uhr
Seine Tage sind gezählt: Das Gerätehaus der FFW Laubach soll verkauft werden, an seine Stelle sollen Wohnungen und Gewerbeeinheiten treten. (Foto: tb)

Das neue Jahr bringt für Laubach den Startschuss für eines der ambitioniertesten Projekte der jüngsten Vergangenheit: Vor den Toren der Stadt, in der Schottener Straße, werden die Arbeiten für den neuen Feuerwehrstützpunkt beginnen. Rund 4,5 Millionen Euro soll die Sache kosten. Was aber soll mit dem alten Gerätehaus werden?

Mitten in der Stadt gelegen, handelt es sich um ein veritables Filetstück, das bei Investoren begehrt sein dürfte. Den Verkaufserlös hat die Verwaltung bereits beim Neubau eingepreist, sucht nun einen Käufer, der das »Spritzenhaus« zu einem Wohn- und Gewerbeobjekt "umnutzen" möchte.

Filetstück in Zentrumsnähe

Die Voraussetzungen sind seit Donnerstag, seit dem gleichlautenden Beschluss des Stadtparlaments gegeben. Womit die ursprüngliche SPD-Initiative für ein Kulturzentrum in städtischer Hand nach dem Beispiel »Alte Grundschule Hungen« gescheitert ist. Wie Hartmut Roeschen erklärte, gehe es seiner Fraktion darum, Vereinen wie auch Privatpersonen Räume für Veranstaltungen, Feiern, Vorstandssitzungen zu schaffen. Was in den Stadtteilen dank der Bürgerhäuser gegeben sei, das fehle in der Kernstadt.

Wie die Genossen jetzt anfügten, könnte das Kulturzentrum ja durch Wohnungen und Gewerberäume ergänzt, dafür ein Architektenwettbewerb ausgelobt werden. Die entgangene Einnahme – Roeschen führte den Buchwert von 65 000 Euro an – sollte bei über vier Millionen Euro nicht entscheidend sein. Die Chance, einen Ort fürs »Zusammenwachsen der Bürger« zu schaffen, dagegen schon. Wenn Laubach sich als Kulturstadt generieren wolle, eigens eine Kulturdezernentin installiere, dann sollte man auch die geeigneten Räume schaffen.

Den konkurrierenden Hauptantrag hatte Dirk Oßwald (FW) begründet. Mit Blick auf den für Laubach prognostizierten Mangel sei Wohnen die »richtige Nutzung«. Keineswegs, so betonte er an die Adresse der SPD, werde eine sehr werthaltige Immobilie in städtischem Besitz »an irgendwelche Investoren verscherbelt«. Roeschen irre beim erwartbaren Erlös, der liege sicher bei gut 200 000 Euro. Im Übrigen dürften Vereine und Private in nächster Zeit auf »erhebliche Verbesserungen« hoffen: So werde nicht nur der Rathaussaal aufgewertet und dank Aufzug barrierefrei, sondern auch die »Sportlerklause« aufwendig saniert (70 000 Euro für neue Fenster, Fußboden, Mobilar, die Red). Ebenso gebe es das Jugendcafe und bemühe sich die Stadt, mit dem Eigner des »Solmser Hof« wieder das Anmieten des Saals zu ermöglichen. Björn Erik Ruppel (CDU) ergänzte, Laubach habe nicht das Geld, um eine weitere Liegenschaft zu unterhalten.

Im Falle des Scheiterns: Kulturzentrum eine Option 

Wie die SPD, so war auch Dirk Hofmann (FBLL) gegen einen Verkauf. Ob der Nähe zu Altstadt und Schlosspark handele es sich schließlich um ein einzigartiges Objekt.

Michael Köhler (Grüne) schlug vor, zunächst Angebote einzuholen. So kam es denn auch: Der Magistrat wird den Verkauf prüfen, sofern sich keine Investoren mit passenden Angeboten melden, werden Alternativen ausgelotet, wozu auch ein Kulturzentrum gehören könnte. Die Änderung wurde von CDU, FW und Grünen beschlossen, SPD, BfL, FDP und FBLL stimmten dagegen.

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