13. August 2018, 22:13 Uhr

Wohnen statt Betreuen

13. August 2018, 22:13 Uhr
Kommunalpolitiker nehmen den nicht mehr sanierungswürdigen Kindergarten in Wißmar in Augenschein. Nach Abriss soll dort Wohnraum entstehen. (Foto: pm)

Bezahlbarer und seniorengerechter Wohnraum ist Mangelware in den drei Wettenberg-Dörfern. Die Nachfrage ist in der attraktiven Wohngemeinden nahe Gießen hoch; das Angebot eher überschaubar. Wenn es der Markt von allein nicht richtet, dann ist die öffentliche Hand gefordert, etwas nachzusteuern. Etwa, indem Flächen mit entsprechenden Vorgaben bereitgestellt werden.

Konkret soll dies mit dem Kindergarten-Grundstück am Weinberg in Wißmar passieren – denn der Kindergarten ist zu Jahresbeginn in einen Neubau am Hainer Weg umgezogen. Der alte, nicht mehr sanierungswürdige Kindergartenbau soll abgerissen; der erst vor wenigen Jahren entstandene Anbau einer neuen Nutzung, womöglich am Wißmarer See, zugeführt werden.

Mehrere Varianten in Arbeit

Jetzt sollen Varianten für eine mögliche neue Nutzung des Kindergarten-Grundstücks »Am Weinberg« ausgearbeitet werden, um dort eben jenen bezahlbaren und seniorengerechten Wohnraum zu schaffen. Die SPD, die dies aktuell wieder auf die Agenda gesetzt hat, setzt auf kurzfristige Umsetzung. Idee der Genossen: Das Grundstück könnte Investoren angeboten werden, die dann dort Mietwohnungen errichten. Zugleich solle die Kommune Vorgaben beim Mietpreis und etwa auch zur Barrierefreiheit machen.

Die Idee ist nicht neu, schon 2014 wurden solche Überlegungen in der Wettenberger Kommunalpolitik angestellt. »Wir waren vor vier Jahren sogar schon einmal weiter«, merkte Dr. Gerhard Noeske (CDU) in der Gemeindevertretung am Donnerstag spitz an. Seine Fraktion stimmte gleichwohl zu.

Bedenken kommen auch aus den Reihen der Freien Wähler, wenngleich sie der Idee an sich positiv gegenüberstehen. »Mit Investoren geht kein Sozialer Wohnungsbau«, gab Karl Fiedler (FW) zu bedenken. Er hatte da wohl noch sehr gut in Erinnerung, dass ei dem Bauprojekt am Wismarer Friedhof die Ideen von Mietpreisbindung oder Sozialbindung für einige Wohnungen nicht umgesetzt wurden.

Die Wettenberger Genossen jedenfalls sind sich einig: Auf dieser gemeindlichen Fläche von rund 3100 Quadratmetern am Weinberg soll rasch eine Bebauung möglich werden, die sich in die umliegenden Gebäude einfügt. Als mögliche Vorgehensweise wurde ein Ideenwettbewerb mit mehreren Projektentwicklern diskutiert. Wie dies konkret aussehen kann, das ist noch nicht ausdefiniert: Ursprünglicher Denkansatz der SPD vor vier Jahren: »Uns schwebt eine kleinteilige, quartiergerechte Bebauung vor«, hatte der Fraktionsvorsitzende Ulrich Ellinghaus seinerzeit als Losung ausgegeben.

In der Beratung bleibt derweil ein anderes potenzielles Bauprojekt am Gleiberg: Da wollen die Eigentümer des Grundstücks unterhalb des »Schwarzen Walfisch« am Gleiberg-Osthang eine Wohnbebauung ermöglicht bekommen. Gedacht ist hier an zwei Baufenster und eine maximale Firsthöhe von elf Metern bei einer Dachneigung von 38 Grad, um die Sichtbeziehungen zur Burg, dem Wahrzeichen der Gemeinde und des gesamten Gleiberger Landes, nicht zu beeinträchtigen.

Die Idee der CDU, doch drei Baufenster für Mehrfamilienhäuser zu ermöglichen (Noeske: »Wohnraum überall dort schaffen, wo es möglich ist«), fand bei den Mehrheitsparteien SPD und Grüne allerdings keinerlei Gegenliebe.

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