20. Dezember 2017, 13:00 Uhr

Tierfotografie

Wie gelingt das beste Tierbild?

Ob Pferde, Schafe, Kaninchen, Katzen oder Hunde – Ulrike Lindenstruth aus Reiskirchen nimmt sie alle vor die Linse. Das Fotografieren der Vierbeiner birgt einige Herausforderungen.
20. Dezember 2017, 13:00 Uhr
Ulrike Lindenstruth setzt Heta ins perfekte Licht. Die Hündin bleibt dabei ganz lässig. (Foto: isa)

Ein kurzes Piepen, dann das mechanische Klicken des Auslösers, zwei, drei, vier Mal hintereinander. Ulrike Lindenstruth schnalzt mit der Zunge, um die Aufmerksamkeit von Brandlbracken-Hündin Heta wieder auf die Kamera zu richten.

»Feines Mädchen, du machst das toll«, lobt sie. Lindenstruth kniet auf dem Boden, durch den Sucher der Kamera blickt sie auf ein weihnachtliches Set, vier große Lampen leuchten es perfekt aus. Die braun-schwarze Jagdhündin liegt brav auf einem Kissen inmitten der winterlichen Kulisse.

 

Ein Geschenk für den Ehemann

 

Die gelernte Elektrokonstrukteurin aus Reiskirchen fotografiert in ihrer Freizeit Tiere. Besonders gerne hat sie Hunde vor der Linse. Mit der Fotografie angefangen hat sie im vergangenen Jahr.

»Ich wollte als Geschenk für meinen Mann ein Bild meiner Hündin drucken lassen. Doch alle Bilder, die ich hatte, waren von mangelnder Qualität.« Kurzerhand entschloss sich Lindenstruth, eine Kamera anzuschaffen und entdeckte so ihre Leidenschaft.

Ihre beiden Briard-Hunde, Ben und Hetty, müssen seitdem als Übungsobjekte herhalten. Doch immer nur die eigenen Vierbeiner zu fotografieren, wurde Lindenstruth auf Dauer langweilig.

Deshalb startete sie Ende Oktober auf Facebook einen Aufruf und lud Hundebesitzer zum Weihnachtsshooting ein. Für 10 Euro bearbeitet sie fünf Bilder. Der komplette Erlös ging als Spende an den Verein »TierfreundLich« aus Lich.

 

Langes Fell wirkt unscharf

 

So fotografierte Lindenstruth innerhalb von vier Wochen 42 Hunde und konnte am Ende insgesamt 500 Euro an den Verein übergeben. »Mit so einer großen Teilnehmerzahl hätte ich nicht gerechnet«, berichtet Ulrike Lindenstruth.

Zum Fotografieren hat sie sich in einer leerstehenden Wohnung in Reiskirchen ein kleines Studio eingerichtet. Und für die Hunde besorgte sie zahlreiche Accessoires wie Weihnachtsmützen, Rentiergeweihe, einen Geschenkesack und einen Schlitten.

Das lange Liegen und Knien macht ganz schön Muskelkater

Ulrike Lindenstruth

»Ein Hundeshooting ist kaum vergleichbar mit dem Fotografieren von Menschen«, erklärt die Reiskirchenerin. »Ein Hund macht nicht automatisch das, was man ihm sagt.«

Deshalb wird mit vielen Tricks gearbeitet. Auch Hündin Heta wird mittels Leckerlis und den Kommandos von ihrem Herrchen in Position gebracht. Sie schlägt sich gut vor der Kamera.

So sieht das Ergebnis des tierischen Fotoshootings aus: Hündin Heta in der Winterlandschaft. 	(Foto: Lindenstruth/pm)
So sieht das Ergebnis des tierischen Fotoshootings aus: Hündin Heta in der Winterlandschaf...

Doch nicht bei allen Hunden ist das Bildermachen so einfach und erfordert oft viel Geduld. »Teilweise waren die Hunde gerade zu Beginn des Shootings sehr schüchtern und kaum von ihren Bezugspersonen zu trennen.«

Dann ist erstmal eine Runde Schmusen angesagt, denn »Hund und Fotograf müssen sich aneinander gewöhnen, und das braucht eben einen Moment«. Ein Shooting dauere im Schnitt zwischen 1,5 und zwei Stunden.

 

Dunkles Fell wirkt anders als helles

 

Neben dem Verhalten der Hunde bringt auch die Beschaffenheit ihres Fells immer wieder Hindernisse mit sich. »Dunkle Felle wirken in der Kulisse anders als helle und müssen auch unterschiedlich ausgeleuchtet werden«, erklärt die Hobbyfotografin.

Langes Fell wirke zudem schnell unscharf. Aber auch Lindenstruth ist bei den vielen Shootings an ihre körperlichen Grenzen gekommen. »Das lange Liegen und Knien macht ganz schön Muskelkater«, lacht sie.

Ihr Wissen hat sich die Reiskirchenerin zu einem großen Teil selbst angeeignet, hat aber auch einige Seminare und Workshops besucht.

Im Frühjahr steht ein Seminar mit »der Tierfotografin« Regina Heuser an der Nordsee an. Von ihr erhofft sich Lindenstruth wertvolle Tipps. »Ich selbst bin meine härteste Kritikerin und möchte noch viel besser werden«, sagt sie. Damit das klappt heißt es »üben, üben, üben«.

 

Noch mehr Zeit für die Fotografie

 

Die Wohnräume stehen Lindenstruth zur Zeit nicht mehr als Studio zur Verfügung, doch gemeinsam mit ihrem Mann plant sie, im nächsten Jahr ein Fotoatelier im eigenen Zuhause einzurichten.

Dann möchte Ulrike Lindenstruth der Fotografie noch mehr Zeit widmen und beruflich kürzer treten. »Es wäre schön, wenn ich mit dem Erlös aus den Shootings alle Kosten decken könnte«, erklärt sie ihr Ziel.

Denn langsam sei eine bessere Kamera fällig. Trotzdem sollen die Shootings erschwinglich sein. »Ich möchte, dass jeder Hundebesitzer die Möglichkeit hat, schöne Erinnerungsfotos von seinem Liebling machen zu lassen.«

Regenbogenshooting

Für alte und kranke Hunde

Für alte und kranke Hunde hat Lindenstruth ein besonderes Angebot. Das »Regenbogenshooting« soll noch einmal letzte Erinnerungen an den Hund ermöglichen. Es ist komplett kostenlos und jederzeit möglich. Kontaktdaten und mehr Informationen gibt es unter www.tierfotografie-reiskirchen.de. (isa)

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