24. August 2018, 10:00 Uhr

»Golden Oldies«

Wettenberger »Golden Oldies« vor dem Umbruch

Erstmals seit Jahren kamen zu den »Golden Oldies« weit weniger als 70 000 Besucher nach Wettenberg. Und so stellen sich die Macher die Frage: Wie kann das Festival modernisiert werden?
24. August 2018, 10:00 Uhr
Musik und Motoren der 1950er und 1960er Jahre sind die tragenden Säulen des Festivals »Golden Oldies«. Das soll auch so bleiben. Gleichwohl wird an dem Aushängeschild der Gemeinde etwas poliert. (Foto: so)

Wird es das »Golden Oldies«-Festival über die 30. Ausgabe im kommenden Jahr hinaus geben? Die Frage wird aktuell wieder gestellt – und war ähnlich bereits vor zehn und vor fünf Jahren zu vernehmen, als runde Auflagen bevorstanden.

Für Bürgermeister Thomas Brunner ist die Sache klar: »Die Veranstaltung ist ein Werbeträger für die Gemeinde Wettenberg, auf den auch in Zukunft nicht verzichtet werden sollte«, sagt er gegenüber den Gemeindevertretern. In der jüngsten Parlamentssitzung hat er eine Kurzbilanz zum Fest vorgelegt, das jetzt knapp vier Wochen zurückliegt.

 

Veränderungen am Konzept

Aber Brunner sieht in seiner ersten Stellungnahme auch: »Die veränderten Rahmenbedingungen müssen zu einer Veränderung in dem Konzept und der Durchführung der Veranstaltung führen«. Erste Gespräche sind bereits geführt, um das Fest fit für die Zukunft zu machen.

Erstmals seit etlichen Jahren kamen zu den diesjährigen »Golden Oldies« weit weniger als die sonst üblichen 70 000 Besucher. Zum Festival-Ausklang am 29. Juli hatte man die Zahl nach unten korrigiert. Brunner sprach von rund 60 000 Gästen.

 

Eintrittpreise sind das Thema

Jetzt soll Ursachenforschung betrieben werden. War es das heiße Wetter? Wie haben sich die Veränderungen bei den Eintritts- und Getränkepreisen ausgewirkt? Denn dies hatte bei Besuchern teils für Unmut gesorgt. Die Gastronomie hatte ihre Preis gegenüber den Vorjahren wieder leicht angehoben. Und auch die Gemeinde selbst hatte als Veranstalter die Preise für die Tickets deutlich nach oben korrigiert. Das Tagesticket belief sich auf 15 Euro, das Dreitage-Ticket auf 20 Euro. Zur Erinnerung: Im Vorjahr gab es die Tagestickets noch zu 12 Euro und das Bändchen für drei Tage Fest lag bei 15 Euro. Vor allem die Relation zwischen Tages- und Dreitages-Ticket ist den Besuchern vielfach sauer aufgestoßen. Hier gilt als ausgemacht, das der Preis im kommenden Jahr bei Festival Nummer 30 anders gestaltet werden soll. Für den Eröffnungsabend 2019 sind nur 12 Euro vorgesehen.

 

Getränke sollen billiger werden

Auch bei den Preisen für Speisen und Getränke wird künftig mehr gesteuert: Die Betreiber für die Verpflegungsstände sollen bei ihrer Bewerbung künftig eine Verkaufspreisliste beifügen. Der Veranstalter will bei der Standplatzvergabe das Preis-Leistungsverhältnis stärker gewichten. »Die Preise insbesondere für die Getränke sollen nach unseren Vorstellungen möglichst sinken«, sagt Bürgermeister Brunner.

Nachdenken will man nicht zuletzt grundsätzlich darüber, wie das Konzept des Festivals erneuert werden kann. Denn die erste Generation der Gäste, die seit mehr als 25 Jahre mitfeiert, hat mittlerweile ein Alter erreicht, das erwarten lässt, dass sie künftig weniger oder gar nicht mehr zu »Golden Oldies« kommen, ist die Einschätzung der Festival-Macher. Brunner: »Daher müssen neue, jüngere Besuchergruppen für die Veranstaltung erschlossen werden«.

 

Mehr Schlager und NDW

Da hat man sich bereits auf den Weg gemacht: In den vergangenen Jahren ist das Musik-Angebot deutlich in die 1970er Jahre hin aufgeweitet worden. Auf der größten Bühne an der Turnhallenstraße erklang an den Festival-Samstagen auch Partymusik der 1980er. Im kommenden Jahr sollen zwei der neun Bühnen deutsche Schlager und Neue Deutsche Welle präsentieren. Bei diesem Nachjustieren ist auch das kreative Potenzial der künstlerischen Leitung, der Agentur Kulturconsult, gefragt, denn das Festival ist deren Kind genauso wie das der Gemeinde.

Das 30. Festival im kommenden Jahr von 26. bis 28. Juli ist unter Dach und Fach, die Verträge stehen. Um das Festival darüber hinaus fortzuführen, soll zeitnah in Gespräche mit den Hauptsponsoren eingestiegen werden. Noch in diesem Jahr werde über das 31. und folgende Festivals intensiv beraten, heißt es aus dem Wettenberger Rathaus.

 

30. Festival steht bevor

Einen weiteren Punkt gilt es ebenfalls zu bedenken: Das Sicherheitskonzept und die technischen Rahmenbedingungen führen zu weiter steigenden Kosten. Der Bürgermeister sieht auch, dass sich »durch die Veränderungen der letzten Jahre die Herausforderungen bei einer solchen Großveranstaltung deutlich erhöht haben«, also keine Vergleichbarkeit mit Veranstaltungen der Vergangenheit besteht. Neue Konzepte sollen »durch den Zuspruch der Gäste« getragen werden«, hofft man im Rathaus. Brunner ist optimistisch, »dass nicht nur die 30. Golden Oldies ein voller Erfolg werden, sondern die Veranstaltung eine gute Zukunft hat«.

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