27. November 2018, 21:27 Uhr

Weniger Wasser für Wißmar

27. November 2018, 21:27 Uhr
Hochwasserschäden wie Ende Mai in Wißmar sollen sich möglichst nicht wiederholen. Zur Vermeidung gibt es einige Vorschläge. (Foto: pm)

Zoschschchchh! machte die Sprudelflasche. Und das Wasser kam mit ordentlichem Druck rausgeschossen. Und zwar auf den Pressetisch im Bürgerhaus Wißmar. Aber nur da. Nicht so in Launsbach. dort fehlt der Druck. Nicht auf der Flasche, sondern im Leitungsnetz. Die Wasserversorgung dort respektive deren Defizite berieten die Mitglieder des Bauausschusses und der Betriebskommission. In Launsbach ist der Wasserdruck in einigen Straßen zu gering. Ergo muss nachgebessert werden.

Wobei vor allem die Wißmarer wiederum gelegentlich zu viel Wasser haben. Dann nämlich, wenn es kräftig regnet und die Kanäle es nicht mehr fassen. Auch dafür gilt es, Geld in die Hand zu nehmen. Im Summe: Mehrere Millionen Euro.

In Launsbach fehlt Druck

Was die Wasserversorgung in Launsbach angeht, so wird das Problem dann virulent, wenn bei einem Feuer jede Menge Löschwasser nötig wird. Dann nämlich reicht der Druck in einigen Straßen nicht mehr aus, um genügend Wasser aus der Leitung zur Verfügung zu haben. Konkret gilt das für das jüngste Baugebiet »Hinter dem Dorf« (also unterhalb des Friedhofs), in Teilen des Gewerbegebiets sowie in einem Abschnitt der Gießener Straße und An der Fels, Auf dem Falkenberg im unteren Abschnitt (Häuser 1–18) und im jüngsten kleinen Gewerbegebiet »Ober dem Gleibach«. Die Stadtwerke Gießen als technischer Betriebspartner für die Wasserversorgung der Gemeinde Wettenberg können sich mehrere Varianten vorstellen, um das Defizit zu beheben – als am gescheitesten wird das Vergrößern der vorhandenen Leitungen erachtet, denn das Netz ist in der Vergangenheit nicht so mitgewachsen wie die (Wohn-)Siedlung.

Befürchtungen, dass deshalb der Brandschutz deutlich in Gefahr ist, gibt es derweil nicht: Denn die Gemeinde hat Tanklöschfahrzeuge, und beteiligt sich darüber hinaus an der kreisweiten Initiative zum Kauf von Containern, die als Wasserspeicher dienen.

Das Nacharbeiten in Launsbach soll, so die Überlegung, in Etappen angegangen werden. Nach der Untersuchung der Wasserversorgung in Launsbach wird im kommenden Jahr das Leitungsnetz in Wißmar unter die Lupe genommen; 2020 folgt Krofdorf-Gleiberg.

Ein Zuviel an Wasser – das ist vornehmlich in Wißmar, aber auch in Launsbach ein Thema. Unvergessen der 29. Mai dieses Jahres, als Keller im alten Ort gleich dutzendweise unter Wasser standen, weil ein knapp anderthalbstündiger Starkregen niederging. Die Kanäle fassen so etwas längst nicht mehr; Problemstellen sind die Bahnhofstraße und die Bachstraße – weil dort das meiste zusammenkommt.

Rückhaltebecken für Wißmar

Die Idee: Das Wasser bereits vor dem Dorf zurückzuhalten. Die an den Horizont projizierte Summe: Irgendwie in der Größenordnung zwischen 3,5 und 4 Millionen Euro. Das von der Gemeinde mit Vorüberlegungen beauftragte Planungsbüro Zick-Hessler aus Wißmar schlägt vor, mehrere Rückhaltebecken außerhalb des Dorfes anzulegen. Konkret am Lohrbach, am Grubenberg und am Gierndbach/Rainweg. Dazu weitere Rückhaltebecken oberhalb der Siedlung Erlental und oberhalb von Launsbach. Die drei erstgenannten für die Ortslage Wißmar kommen auf geschätzte 900 000 Euro Kosten (plus Grunderwerb); Erlental und oberhalb von Launsbach sind noch in der Vermessung und Prüfung, also noch nicht mit einer Kosten-Größe versehen. Die Kosten dafür gehen also noch on top. Vorgeschlagen werden Erdbecken, die das Wasser am Lohrbach, am Grubenberg und am Gierndbach/Rainweg sowie oberhalb vom Erlental und von Launsbach zurückhalten und dann, wenn die Kanäle es wieder fassen können, das Regenwasser sukzessive wieder abgeben. In Summe sollen so einige Tausend Kubikmeter Wasser vor dem Ort gestoppt werden.

Wobei auch Bürgermeister Thomas Brunner (SPD) einräumte: »Damit können wir relativ hohe Sicherheit schaffen. Eine absolute Sicherheit gibt es nicht«. Doch mit solchen Rückhaltungen in Staubecken außerhalb lässt sich schon eine Menge erreichen, gibt sich Brunner optimistisch. Denn das Nachbessern an den überlasteten Kanälen innerorts, konkret in Wißmar im Hainerweg, am Weinberg, in der Krofdorfer Straße sowie Auf der Hohl bringt für die berühmten »100-jährigen Regenereignisse« nicht ausreichend viel. Gleichwohl ist es für das bessere Verteilen der Fluten in den Kanälen nötig. Die projizierten Kosten allein für größere Kanäle innerorts bis hin zu einem unterirdischen Rückhaltebecken beim Bürgerhaus: 2,65 Millionen Euro.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Optimismus
  • SPD
  • Thomas Brunner
  • Thomas Brunner (Wettenberg)
  • Wirtschaftsbranche Wassergewinnung und Wasserversorgung
  • Wißmar
  • Wettenberg
  • Rüdiger Soßdorf
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 31 - 1: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.