28. August 2018, 22:22 Uhr

Weniger Sozialarbeit, weniger Helfer

28. August 2018, 22:22 Uhr
Das »Café Glücklich« im Kulturzentrum ist nach wie vor ein wichtiger Anlaufpunkt für die in Hungen lebenden Flüchtlinge und ihre Helfer. Aber die Zahl der Ehrenamtlichen ist stark rückläufig. (Archivfoto: pm)

120 Flüchtlinge leben aktuell in Hungen, 25 davon in den beiden Gemeinschaftsunterkünften. Fast alle wollen in der Stadt bleiben. Deshalb werden weiter Wohnungen in allen Größenordnungen gesucht. Das berichtete Bürgermeister Rainer Wengorsch, der kürzlich im Stadtparlament den Bericht über die Tätigkeit von Karen Mekhzoum vorlegte. Die Flüchtlingsbetreuerin unterstützt seit gut einem Jahr die Arbeit von Gemeindepädagogin Sabine Nickel und der ehrenamtlichen Helfer. Ihre halbe Stelle in der Stadtverwaltung ist befristet und läuft Ende des Jahres aus.

Wie Wengorsch sagte, hat der Landkreis die Zahl der Sozialarbeiter reduziert. Die Begleitung der Ehrenamtlichen durch die Diakonie sei im vergangenen April ausgelaufen. Fast alle erwachsenen Flüchtlinge in Hungen fielen mittlerweile in den Verantwortungsbereich des Jobcenters. Deshalb würden sie nicht mehr von Sozialarbeitern betreut, sondern müssten selbstständig agieren.

Wird die Stelle verlängert?

»Dazu sind die meisten nicht in der Lage. Ohne Ehrenamtliche und Hilfe der Stadt Hungen gäbe es eine große Anzahl von Problemen mit Behörden und Ämtern«, heißt es in dem Bericht, den Sabine Nickel verfasst hat. Dank ihrer fundierten Kenntnisse in der Flüchtlingshilfe und ihrer guten Kontakte könne Karen Mekhzoum in solchen Fällen schnell helfen. Zudem helfe sie, das für die Flüchtlinge geknüpfte Netzwerk aufrechtzuerhalten, zumal die Zahl der ehrenamtlichen Helfer nach nunmehr bald drei Jahren stark rückläufig sei. »Viele können aus gesundheitlichen, beruflichen oder familiären Gründen nicht mehr mithelfen«, schreibt Nickel. Insbesondere das wöchentliche Treffen im Kulturzentrum, das Flüchtlingen und ihren Helfern gleichermaßen als Anlaufstelle dient, könnte von den derzeit zur Verfügung stehenden Ehrenamtlichen allein nicht aufrechterhalten werden.

Ob eine Vertragsverlängerung in Aussicht steht, ist ungeklärt. »Dafür gibt es noch keinen konkreten Vorschlag«, sagte der Bürgermeister auf Nachfrage der SPD. »Die Aufgabe ist am 31. Dezember nicht zu Ende«, sagte Britta Eichelmann (Bündnis 90/Die Grünen). »Wir würden einer Vertragsverlängerung zustimmen.« Zwischenruf von CDU-Sprecher Norbert Marsfelde: »Wir nicht.«

Schlagworte in diesem Artikel

  • Bündnis 90/ Die Grünen
  • Ehrenamtliches Engagement
  • Kommunalverwaltungen
  • SPD
  • Hungen
  • Ursula Sommerlad
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 10 x 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.