11. Oktober 2018, 13:00 Uhr

Straßenschäden

Was wird aus der Waldhausstraße zwischen Krofdorf und Salzböden?

Seit Jahren schon reiht sich Loch an Loch auf Strecke durch den Wald zwischen Krofdorf und Salzböden. Jetzt will der Kreis die marode Straße abgeben. Werden Lollar, Wettenberg und das Land in die Pflicht genommen?
11. Oktober 2018, 13:00 Uhr
"Achtung, Straßenschäden!" warnen Schilder entlang der Chaussee durch den Krofdorfer Forst. Die Löcher sind nicht zu übersehen. (Foto: so)

Diese Nachricht aus dem Kreishaus hat vor wenigen Tagen aufhorchen lassen: Für den gesamten Streckenverlauf der Waldhausstraße zwischen Krofdorf und Salzböden wurde ein Abstufungsverfahren über Hessen Mobil in die Wege geleitet.

Auf gut Deutsch heißt das, der Kreis erwägt, sich von einer seiner Straßen zu trennen. Und zwar von einer äußerst maroden. Die zwölf Kilometer lange Verbindung quer durch den Krofdorfer Forst ist seit vielen Jahren in keinem guten Zustand, Loch reiht sich an Loch. Für Radfahrer ist es geradezu gefährlich.

Doch größere Instandsetzungen oder Änderungen überhaupt sind aktuell nicht zu erwarten. Jedenfalls nicht, bevor Entscheidungen zur Zukunft der Straße getroffen sind. So wie in den vergangenen Jahren werden wohl nur die ärgsten Schäden behoben, um die Befahrbarkeit zu sichern. Wobei die Straße in den vergangenen Jahren tendenziell immer schlechter geworden ist.

Es versteht sich von selbst, dass wir die Straße in einem derart maroden Zustand nicht übernehmen

Bürgermeister Bernd Wieczorek (Lollar)

»Das Verfahren ist weitestgehend abgeschlossen«, teilt die Erste Kreisbeigeordnete Dr. Christiane Schmahl auf Anfrage zur Rückstufung mit. Es könne durchaus sein, so die grüne Dezernentin, dass einzelne Streckenabschnitte unterschiedlich abgestuft werden – zur Gemeindestraße oder auch zu einem Wald- und Forstweg. Letzteres würde in Konsequenz bedeuten, dass in einem Teilstück, das als Waldweg ausgewiesen wird, der Individualverkehr außen vor bliebe.

Damit hat Schmahl schon dargelegt, wen sie sich als potenzielle Eigentümer vorstellen kann: Die Gemeinde Wettenberg, die Stadt Lollar; das Land Hessen respektive Hessen-Forst. Wobei darüber seitens des Kreises mit den Kommunen noch zu reden ist. Die Dezernentin kündigt jetzt an, »die mit den mit den Gemeinden begonnenen Verhandlungen zum Abschluss zu bringen«.

 

Gespräche wurden ausgesetzt

Vor drei Jahren wurden die Gespräche jedoch erst einmal ausgesetzt. Wobei die Idee einer Umstufung gar nicht so neu ist: Bereits vor mehr als 20 Jahren wurde darüber nachgedacht, als es darum ging, mit Fertigstellung der Umgehungsstraße von Krofdorf-Gleiberg im Jahr 1995 Verkehrsströme und -beziehungen neu zu definieren. Für die Waldhausstraße blieb dies seinerzeit jedoch ohne Konsequenz.

Aktuelle Signale aus den Rathäusern von Wettenberg und Lollar sind jedenfalls recht eindeutig: »Es versteht sich von selbst, dass wir die K 394 in einem derart maroden Zustand nicht übernehmen und zumindest eine Erneuerung der Straßenoberfläche über die gesamte Länge einfordern werden«, sagt Dr. Bernd Wieczorek. Und sein Wettenberger Bürgermeister-Kollege Thomas Brunner ergänzt mit Blick auf die Rückstufung: »Diese werden wir ablehnen, da die Straße nicht verkehrssicher ist und von uns so nicht übernommen wird.«

Die Gesetzeslage kennt man auch im Kreishaus. Wenn die Straße auf die Gemeinden übergeht, geht auch die Baulast über. In diesem Fall sei der Landkreis verpflichtet, die Straße in einem verkehrssicheren und ordnungsgemäßen Zustand zu übergeben, erläuterte Schmahl vor einigen Tagen.

 

Frage nach der örtlichen Bedeutung

Zudem stellt Brunner die Frage nach der örtlichen Bedeutung respektive der eher überörtlichen Bedeutung für Tourismus und Naherholung. Damit meint er nicht zuletzt die Anbindung der Schmelz mit ihrer Gastronomie. Das spreche eher für eine Kreisstraße.

Hinsichtlich der Rückstufung ist das Wettenberger Rathaus auch noch nicht offiziell eingebunden. Gleichwohl das Signal: Wenn der Kreis wieder Gesprächsbedarf hat, stehen Wieczorek und Brunner für weitere Gespräche zur Verfügung.

Nicht zuletzt für die Forstwirtschaft ist die Waldhausstraße von zentraler Bedeutung. »Die einzige Möglichkeit, aus dem gesamten Krofdorfer Forst Holz abzutransportieren«, hatte der Leiter des Forstamts Wettenberg, Harald Voll, bereits vor drei Jahren dargelegt. Daran hat sich auch nichts geändert, bekräftigt heute Volls Stellvertreter Ralf Jäkel. Und verweist zudem auf die Bedeutung der Waldhausstraße für den Tourismus. Eben weil Erholungsuchende in den Forst fahren und dort spazieren gehen. Würde ein Teil der Straße gesperrt, so würde dies in Teilen erschwert und Waldbesucher würden sich an bestimmten Stellen konzentrieren.

Info

Die Umstufung
  • Eine Umstufung einer Straße kann erfolgen, wenn sich die Verkehrsbedeutung geändert hat. Die Entscheidung trifft letztlich die oberste Baubehörde, also das hessische Verkehrsministerium.
  • Kreisstraßen dienen vorwiegend dem Verkehr zwischen benachbarten Kreisen sowie dem überörtlichen Verkehr innerhalb eines Kreises oder dem unentbehrlichen Anschluss von Gemeinden oder räumlich getrennten Ortsteilen.

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