18. Juli 2018, 22:17 Uhr

Was die Alten noch wussten

18. Juli 2018, 22:17 Uhr

Der Mann, der wohl eine ganze Historiker-Kommission ersetzen könnte, Berthold Sohl, hat mit seiner Schrift- und Fotoschau »Was die ›Alten‹ noch wussten« zum wiederholten Mal die Rüddingshäuser in Staunen versetzt. Zunächst zeigte das Museum der Rabenau (Londorf) an zwei Sonntagen im Mai die umfangreiche und ins Detail gehende Schau. Es zeigte sich aber weit größeres Interesse, als Sohl an zwei Nachmittagen abdecken konnte. Folgerichtig setzte der gebürtige Rüddingshäuser, der lange schon in Mücke-Nieder-Ohmen wohnt, eins drauf.

Die Ausstellung sollte dort, wo sie eigentlich hingehört, ein letztes Mal gezeigt werden. Der Rüddingshäuser Kirchenvorstand organisierte einen freien Sonntag im evangelischen Gemeindezentrum. Helfer der Lauf- und Wanderfreunde sicherten die Versorgung mit Kaffee und Kuchen zu. Sohl war nun also erneut in erklärender Funktion gefragt, konnte gar nicht so viele Hände schütteln, Leute begrüßen und Auskünfte geben, wie es gewünscht wurde. Es gab Besucher, die nahmen dreimal Sohls detektivische Kleinarbeit unter die Lupe und wünschen sich eine Fortsetzung für zu Hause.

Mit zwölf Jahren fing es an

Sohl, der bereits 2013 im Rahmen der 725-Jahr-Feier einen geschichtlichen Bildband über Rüddingshausen verfasste, aus dem ein Verkaufsschlager wurde, möchte erneut ein Heimatbuch auflegen. Voraussetzung dafür sei, dass mindestens 150 Interessenten sich bei ihm melden. In diesem Fall würde das neue Buch vielleicht zu Weihnachten 2018 erhältlich sein. Verbindliche Bestellungen können unter Tel. 0 64 00/18 37 oder per E-Mail an berthold.sohl@gmx.de abgegeben werden.

Woanders werden Ortsjubiläen von einer ganzen Kommission geschichtlich aufbereitet. Jeder leistet einen Beitrag, nimmt sich ein bestimmtes Thema vor. Nicht so in Rüddingshausen. Sohl ersetzt die Kommission im Alleingang. Er hat offensichtlich eine Engelsgeduld. Ohne eine Portion Besessenheit geht es trotzdem nicht. Typische Berufsgruppen im Aufstöbern von historischen Daten sowie Besonderheiten sind etwa Lehrer und Pfarrer. Jedenfalls in früherer Zeit. Dass ein Kaufmann (Sohl) sich alleine dessen annimmt, haben verschiedentlich schon Professoren bestaunt.

Woher kommt bei Sohl nun seine ausgeprägte Liebe für die Heimatgeschichte? 1957 fing alles an. Damals nahm ihn sein Vater Wilhelm Sohl zu einem Vorgespräch mit für die Herausgabe eines von Rektor i. R. Wilhelm Braun verfassten Rüddingshäuser Heimatbuches.

Des Vaters Hobby war die Fotografie, und er hatte sich 1952 für großes Geld in Wetzlar eine Leica-Kameraausrüstung zugelegt und für das Heimatbuch damit einige Fotos beigesteuert. Brauns Werk kam 1958 heraus. Für den zwölfjährigen Sohl wurde das anscheinend banale Vorgespräch im legendären Saalbau Lang zur Quelle seiner bis heute ungebrochenen Leidenschaft. 1983 verfasste Lehrer Gerd Klinkel die zweite Auflage des Heimatbuches. 2013 und 2018 hat Sohl den Faden aufgenommen.

Außer Schriftstücken und Fotos hinterlässt der Rüddingshäuser Bub auch Handfestes im Ort, etwa das maßstabgetreue Modell des ersten Feuerwehr-Spritzenhauses am Standort Weitershainer Straße 1. Das wurde 1870 erbaut und 1965 abgerissen. Sohl als Ideengeber und Mitglieder der Lauf- und Wanderfreunde Rüddingshausen haben 1986 ein wetterfestes Modell aus Stein und Holz gebaut.

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