06. Dezember 2018, 11:01 Uhr

A 45-Ausbau

Was der A 45-Ausbau für die Langgönser bringt

Der Ausbau der A 45 bringt für den Kernort von Lang-Göns Verbesserungen im Lärmschutz. Für die Aussiedlerhöfe und Holzheim wird es solch eine Wand nicht geben.
06. Dezember 2018, 11:01 Uhr
Direkt hinter dem Schrottplatz von Willi Eimer verläuft die Autobahnbrücke. (Foto: con)

An den Ausbau der Autobahn 45 knüpfen viele Bürger in Lang-Göns, aber auch in anderen Orten Hoffnungen an eine Verbesserung des Lärmschutz. Dieser war in der Informationsveranstaltung am Dienstagabend im Bürgerhaus Lang-Göns ein zentrales und teils emotional diskutiertes Thema. Denn während sich Lang-Gönser berechtigte Hoffnungen auf eine deutlich Verbesserung machen kann, werden andere Anlieger weniger profitieren.

 

Andere Grenzwerte für Mischgebiete

Samuel Freund, bei Hessenmobil für die Technische Planung des A 45-Ausbaus zuständig, stellte die gesetzlichen Vorgaben des Immissionsschutzes vor. Tagsüber gelten 59, nachts 49 Dezibel als Obergrenze für reine Wohngebiete. Für Misch- und Dorfgebiete gelten Grenzwerte von 64 Dezibel tagsüber und nachts 54 Dezibel.

+++ Hintergründe: So läuft der A 45-Ausbau ab

Da man den nach dem Neubau zu erwartenden Lärm noch nicht messen könne, habe ein externer Gutachten die zu erwartenden Belastungen errechnet, sagte Freund. Dieser setzte seinen Berechnungen die ungünstigsten Verhältnisse zugrunde – also die maximal zu erwartenden Belastungen.

 

4,50 Meter hohe Wand

Das Ergebnis fiel recht deutlich aus: Die Grenzwerte sind bereits aktuell überschritten. Doch die Autobahn hat derzeit Bestandsschutz. Durch den Ausbau ist der Bund als Straßenträger aber verpflichtet, die heutigen Lärmschutzvorgaben zu erfüllen. Darum wird auf der fast kompletten Strecke zwischen Parkplatz Hardt und dem Ende der Talbrücke auf Lang-Gönser Seite eine bis zu 4,50 Meter hohe Lärmschutzwand errichtet. Lediglich dort, wo die Böschung hoch genug ist, wird auf sie verzichtet werden. Das Seniorenheim an der Landesstraße nach Leihgestern wird zudem auf Kosten des Bundes mit Lärmschutzfenstern ausgestattet, da hier strengere Grenzwerte gelten.

 

Lärmschutzfenster für Aussiedlerhöfe

Auf der Ostseite (Richtung Grüningen) wird es hingegen keine Schallschutzwand geben. Die Kosten für den Bau stünden in keinem Verhältnis zum Schutz der einzelnen Aussiedlerhöfe. Zudem würden die Grenzwerte für Mischgebiete – in diese Kategorie wurden die Höfe einsortiert – lediglich nachts überschritten. Der Bund übernehme daher die Kosten des Einbaus von Lärmschutzfenstern. Die betroffenen Anwohner sowie ein ortsansässiger Autoverwerter übten daran deutliche Kritik. Willi Eimer sagte: »Bei mir sind schon zwei Arbeiter durch den Lärm erkrankt.«

Andere Anwohner befürchteten, dass die Lärmschutzwand auf Lang-Gönser Seite den Schall reflektieren werde und so das Problem verschärfen könnte. Freund sagte, dass die Lärmschutzwand schallabsorbierend gestaltet werde, um dies zu verhindern. »Es ist nicht so, dass dort nichts passiert, auch wenn das für den Einzelnen nicht befriedigend ist«, sagte Marco Gräb von Hessen Mobil. Bürgermeister Horst Röhrig fügte hinzu: »Ohne den Ausbau der A 45 würden wir gar keinen Lärmschutz bekommen.«

 

Holzheim: Keine Grenzwertüberschreitung

Auch zu Holzheim wurden Gutachten über die Lärmbelastung angefertigt. Das Ergebnis hier: In der Ortslage werden keine Grenzwerte überschritten, daher sei der Bau einer Lärmschutzwand nicht notwendig. Lediglich an einem Aussiedlerhof südlich der Autobahn auf Holzheimer Gemarkung würden die Grenzwerte überschritten. Hier habe man nun Anspruch auf passive Lärmschutzmaßnahmen wie etwa schalldichte Fenster.

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